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Der multimediale Auftritt des „Elektronischen Würfel“

Bausatz“Elektronischer Würfel“

Im Rahmen meiner beruflichen Tätigkeit bin ich immer wieder bei In-House- Veranstaltungen mit dabei und zusammen mit meinen Kollegen versuchen wir, in Hands-on Workshops, den Besuchern Elektronik näher zu bringen.  „Die Besucher“ sind meist Jugendliche aus Schulen, die sich auf der Suche nach ihrem beruflichen Werdegang und ihren zukünftigen Möglichkeiten, informieren wollen. Dazu bieten wir aus dem Elektronik-Bereich beispielsweise Lötübungen an, in denen die Jugendlichen einen kleinen Bausatz zusammenbauen und in Betrieb nehmen dürfen. Einer dieser Bausätze ist der Elektronische Würfel.

In dem Beitrag werde ich jetzt nicht über den Würfel selbst berichten, sondern über dessen multimediale Aufbereitung. Genauer gesagt, soll ein kleiner Einblick hinter die Kulissen entstehen, wie mit geringstem Hardwareaufwand ein kurzes Aufbauvideo des Bausatzes erstellt wurde.

Das Set sieht wie folgt aus: Auf dem Arbeitstisch wird ein weißer Papierhintergrund angebracht, der wie bei Photoshootings die Wand und den Boden bedeckt. Der Übergang von Wand zu Boden ist in einem großzügigen Bogen ausgelegt. Man kann sich das wie eine Quarter-Pipe vorstellen.  Das zu filmende Objekt wird dann im vorderen Bereich auf dem weißen Boden platziert. Vom Objekt zur Rückwand sollte ausreichend Platz sein, sodass es beim Ausleuchten dann keine Probleme mit Schatten auf der Rückwand gibt. In diesem Fall ist es einfach, da der Bausatz nicht sehr groß ist.

Anordnung des Hintergrundes

Die Ausleuchtung, der mitunter wichtigste Teil, für eine Bildaufnahme war hier etwas Bastelei. Normalerweise verwendet man zum Ausleuchten Videoleuchten mit einstellbarer Farbtemperatur bzw. Dauerlichtsoftboxen.  Für diese Aufnahmen hatte ich aber nur eine Kamerakopfleuchte und die „normale“ Arbeitsplatzbeleuchtung zur Verfügung. Aber mit einer Diffusorplatte für das Kopflicht (das zumindest in der Farbtemperatur einstellbar ist) war schon mal für ausreichend Frontallicht gesorgt. Für die Ausleuchtung des Hintergrundes habe ich einfach auf die Arbeitsplatzleuchte ein dünnes Blatt weißes Papier geklebt, das ebenfalls als Diffusor dient. Die Arbeitsplatzleuchte ist glücklicherweise mit einer Leuchtstofflampe, mit fast Tageslichtfarbtemperatur als Leuchtmittel ausgestattet. So konnte ich das einstellbare Kopflicht gut an die Farbtemperatur der Hintergrundbeleuchtung anpassen.

Detailaufnahme für Stop-Motion Sequenz

Jetzt fehlt nur mehr die Kamera. Hier verwende ich meine alte Panasonic HDC-TM700 Videokamera, die im AVCHD Codec auf SD-Karte aufzeichnet. Als Stativ kommt ein kleines Manfrotto Videostativ zum Einsatz, das für die statischen Aufnahmen vollkommen ausreichend ist. Nach der Komplettierung des Aufbaus konnte mit den Bestückungsarbeiten der Platine begonnen werden. Hierzu habe ich ein einfaches Skript erstellt, das im Wesentlichen den chronologischen und logischen Aufbau der Schaltung beinhaltet. Ein paar Szenen in Stop-Motion Technik sollen wiederholte Tätigkeiten beschleunigt und aufgelockert darstellen. Das sind zum Beispiel die Leuchtdioden. Hier wird gezeigt, wie ein Stück eingelötet wird und die restlichen tauchen dann im Stoptrick Stil auf.  Nach dem fertig aufgebauten Würfel und den abgedrehten Szenen beginnen jetzt die Schneidearbeiten.

Nahaufnahme auf die LEDs

Heutzutage einfach und üblich im digitalen NLE – Schnitt (Nonlinear Editing), wird das Videomaterial vom Speichermedium der Kamera in ein Schnittprogramm auf die Arbeitsfestplatte (oder heute eher SSD) des Schnittrechners importiert. Die hier gängigen Programme sind Adobe Premiere und Davinci Resolve von Blackmagicdesign. Es gibt auch noch viele andere Schnittprogramme die für den schnellen, unkomplizierten Schnitt für Heim und Hobby geeignet sind, aber bei aufwendigeren Schnittarangements und Bildmanipulationen unbrauchbar sind. Dazu zählen Apple Imovie, der Moviemaker von Windows und leider auch Finalcut.

Videonachbearbeitung mit Resolve

Für den Schnitt dieses Videos habe ich mir einmal die freie Testversion von Davinci-Resolve angesehen. Und ich muss sagen, ich bin begeistert, wenn man nicht komplexe Titel und Effect-Templates benötigt, dann kann man in der Testversion schon ziemlich komplexe Projekte realisieren. Nach etwa 16 bis 2o Stunden war das ca.  fünf Minuten lange Filmchen fertig geschnitten. Jetzt fehlte noch eine Introsequenz, die mein Kollege als Computeranimation in Blender modelliert und animiert hat. Nach dem Rendern und Einbauen in das Würfelfilmchen, fehlte jetzt nur mehr der Ton. Hier wurde kein Originalton der Videoaufnahmen verwendet, sondern nur nachvertont. Beginnend mit Geräuschen zur Intro Animation und zu einigen Bewegungen im Film während des Lötens, wurde als weitere Tonspur (bzw. Spuren) die Hintergrundmusik und die Beats taktsynchron zu einigen Sequenzen (zum Bsp. die Stopmotions) angepasst. Um den Film zu komplettieren, fehlt noch die Stimme aus dem Off – also der Filmkommentar. Da meine Stimme und Sprechweise als Kommentarstimme für einen Film absolut ungeeignet ist und schrecklich klingt, haben wir unter den Kollegen einige Sprechproben durchgeführt. Und wir wurden auch fündig. Danke Fritz. Mit einem digitalen portablen Audiorecorder (früher wurde das mit dem Uher Reporter gemacht) mit geeignetem Mikrophon in einem geeigneten, echofreien, ruhigen Raum hat es geklappt, die ca. zwei Seiten Text einzusprechen. Mit dem freien Audiosoftware-Tool Audacity wurde das Audiomaterial nachbearbeitet und dann in das finale Projekt übernommen und alles eingepegelt. Endlich konnte das Projekt gerendert und als finale Datei gespeichert werden.

 

 

Panasonic AG-6400 VHS-Portable

Panasonic AG6400

Ein neues Mitglied in der Sammlung alter Geräte aus dem Bereich Multimedia ist der AG-6400 von Panasonic. Beim AG-6400 handelt es sich um einen (semi)professionellen Videorecorder aus den 80iger Jahren. Das Gerät zeichnet auf VHS Magnetbänder auf  und gibt diesen Standard auch wieder. Es ist tragbar und war der Recorder für die Videocameras der damaligen Zeit. Die Energie bezieht er aus 12V Akkus der Bauform NP1 und kann ca. 27W für die an ihn angeschlossene Camera bereitstellen. Das war inetwa der Leistungsbedarf einer 3-Röhrencamera.

Auch dieses Gerät hatte einige Spuren der Zeit abbekommen, die seine Funktion weitgehend einschränkten. Einfach gesagt – er war defekt. Dieser Defekt äusserte sich in einer festsitzenden Capstan-Welle. Zuerst dachte ich, die Welle war aufgrund von Korrosion ‚festgefressen‘, doch der Grund war ein ganz anderer. Interessanter Weise war ein Kugellager aus seiner Presspassung herausgedrückt worden, sodass die an der Welle befestigte Schwungscheibe die Spulenkörper des Capstan-Motors berührte. Durch die Magneten in der Schwungscheibe wurde sie richtig fest gehalten. Dieser Fehler ließ sich durch Zurückdrücken des Kugellagers und anschließendes Fixieren  einfach und schnell beheben.

Der Recorder ohne Gehäuse
Ausgeklappte Platinen (Serviceposition)
Blick auf die Mechanik (Kopfscheibe etc.)

Nach der Reparatur des mechanischen Fehlers und einem ersten Funktionstest, war noch auf dem Powerboard ein Fehler der 5V Spannungsversorgung zu finden. Dieser äußerte sich durch ein Nichtanlaufen sämtlicher Antriebe. Hier war im Schaltwandler eine IC-Sicherung defekt. Diese wurde duch eine defekte Schottky-Diode der Buck-Converterschaltung ausgelöst. Auch dieser Fehler war schnell behoben. Und nach einer Überprüfung und Justage der Betriebsspannungen nach den Sollwerten des Servicemanuals, verrichtete das Laufwerk wieder seinen Dienst. Ich war sogar über die hervorragende Bildqualität erstaunt, die das Gerät wiedergeben konnte. Durch seine kompakten Abmessungen kann ich den AG6400 zukünftig sogar zum Digtalisieren alter VHS-Bänder einsetzen.

Aufwendige Verdrahtung zwischen den Boards

 

Frontansicht ohne Gehäuse

In den Datenblättern und der Werbung zu dem  AG-6400 hat der Hersteller einige Features und Funktionen sinngemäß wie folgt beworben:

High Quality Bildwiedergabe
Die Bandgeschwindigkeit entspricht dem VHS Standard bei einer Videospurbreite von 49µm. Mehrere Technologien zur klaren und detaillierten Bildwiedergabe sind in dem Gerät vereint.

HI-FI Sound
Ein Vierkanal System bestehend aus zwei ’normal‘ Audiokanälen mit Dolby Rauschunterdrückung und zwei ‚HD-Sound‘ Kanälen ermöglichen den Genuss von High Quality Aufnahmen. Eine 3.5mm Kopfhörerbuchse sowie zwei 6.3mm Mikrofonbuchsen zur getrennten Einspeisung beider Kanäle samt getrennter Aussteuerung mit VU-Metern runden das Spektrum der Audiooptionen ab.

VU-Meter und Audioregler

Time Code Aufnahme und Wiedergabe
Zur Steuerung in linearen Schnittsystemen ermöglicht der Recorder die Aufzeichnung von externen EBU Timecode Signalen auf Kanal 2 der Längsspur.

Externer Cameraanschluss
Ein Anschluß für eine externe Camera mit einer maximalen Leistungsaufnahme mit bis zu 27W ist ebenfalls vorhanden. Hier können Cameras mit 3-Röhren Vidicon System angeschlossen werden.

Ein Schema mit den Anschlussmöglichkeiten ist im folgenden Bild dargestellt:

Anschlußschema de AG6400 (Bild: Herstellermanual)

Technische Daten:

Hersteller National/Panasonic  Central Osaka Japan
Baujahr ca. 1988
System VHS Portabel Videorecorder
Energieversorgung DC 10.5 bis 16V
Leistungsaufnahme 14Watt, (mit Camera ca. 41W)
Videosystem Vierkopf Rotationssystem (helical scanning)
Luminanz FM azimuth recording
Farbsignal Unterträger Phasenshift Recording
Video SNR 43dB
Audiosystem Normal und HD-Audio
Normalton 1 feststehender Audiokopf
HD-Audio 2 rotierende Köpfe, 1 Löschkopf
Stereoton Normalstereo (2Kanäle über Längsspur )
  HD-Stereo (2Kanäle über Schrägspur)
TV-System CCIR (625 Zeilen, 50Halbbilder) PAL Colour
Bandgeschwindiglkeit 23.39mm/s
Umspuldauer(180min) Band 4.5min
Abmessungen 222x90x270mm
Gewicht 3.0kg (ohne Batterie)