Herzlich Willkommen in der Kompetenzgruppe Demenz – Mag. (FH) Franz Bäckenberger stellt sich vor!

Wie ich Demenz sehe:

Ich sehe Demenz als eine tabuisierte Erkrankung, über die der Betroffene und die pflegenden Angehörigen meistens nicht gerne reden möchten. Viele Betroffene beziehungsweise pflegende Angehörige wollen aus Scham nicht über dieses Thema sprechen.

Wenn in der Öffentlichkeit über Demenz gesprochen wird, dann meistens nur über dramatische Fälle (z.B. demenzkranke Frau verirrt sich auf die S-Bahn vom Feber 2018). Der breiten Öffentlichkeit ist noch zu wenig bewusst, welche Auswirkungen eine Demenzerkrankung auf den Erkrankten selbst, auf den Familienverband und die nähere Umwelt hat. 

Eine wundersame Begegnung mit einem Menschen mit Demenz:

Eine Bewohnerin in unserer Hausgemeinschaft fragt mich jedes Mal, wenn ich sie treffe, wer ich denn sei. Ich antworte stets: „Ich bin Franz Bäckenberger und arbeite beim Hilfswerk.“

„Ach so“, meint dann die Bewohnerin, „darf ich ihnen mein Zimmer zeigen?“

Ich bejahe diese Frage jedes Mal und sehe so ihr schönes Zimmer fast jede Woche. 

Was mir an der Arbeit in der Kompetenzgruppe Demenz besonders wichtig ist:

Der Austausch mit Expertinnen und Experten aus ganz Österreich. Die Verknüpfung von theoretischen Grundlagen und praktischen Erfahrungen in den unterschiedlichsten Settings z.B. Betreuung zuhause, Betreuung im Seniorenheim, Betreuung in Seniorentageszentren, Wissensvermittlung an pflegende Angehörige und noch viele andere Themen mehr. 

Was ich mir im höheren Alter wünsche:

Fröhlich und begeisterungsfähig zu bleiben.

Private Information:

Ich bin 49 Jahre alt, verheiratet und wohne in Tamsweg. Triathlon ist seit einigen Jahren meine große Leidenschaft – neben meiner Ehefrau Alexandra 🙂 Für 2019 ist die Teilnahme beim Ironman in Klagenfurt geplant.

Berufliche Information:

Als ausgebildeter Pflege- und Gesundheitsmanager bin ich seit 10 Jahren Leiter des Hilfswerks Salzburg in Tamsweg. Ich bin verantwortlich für 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in 15 verschiedenen Dienstleistungen der Kinder-, Jugend- und Altenbetreuung tätig sind. Zu den Kerndienstleistungen zählen die Hauskrankenpflege, Heimhilfe, Seniorentageszentren und Seniorenheime/Hausgemeinschaften. Zusätzlich bin ich als ausgebildete Sicherheitsfachkraft für den Arbeitnehmerinnenschutz und die Betriebliche Gesundheitsförderung des Hilfswerks Salzburg im gesamten Bundesland zuständig.

 

 

Ausschreibung zum 1. Österreichischen Demenzpreis gestartet

 

v.l. Patrick Luger (maierhofer Gruppe),
Eva Mir (FH Kärnten), Doris Gebhard (FH Kärnten)

 

Klagenfurt, Feldkirchen in Kärnten. Laut Demenzbericht sind in Österreich knapp 100.000 Menschen von demenziellen Erkrankungen betroffen, wobei sich diese Zahl bis zum Jahr 2050 mehr als verdoppeln wird. Die an der Fachhochschule Kärnten arbeitenden Forscherinnen Eva Mir und Doris Gebhard haben sich mit der Gründung der „Kompetenzgruppe Demenz“ der Österreichischen Gesellschaft für Public Health diesem brisanten Thema angenommen. Mit dem 1. Österreichischen Demenzpreis, finanziell unterstützt durch die maierhofer Gruppe, wird Demenzforschung vor den Vorhang geholt.

 

Für die qualitätsvolle Begleitung und Versorgung von Menschen mit Demenz gibt es in Österreich zukünftig noch viel zu tun. „Wir haben im Dezember 2017 die „Kompetenzgruppe Demenz“ begründet und wollen Politik, Wissenschaft, Praxis und Wirtschaft in demenzbezogenen Fragen unterstützen und beraten“, erklärt Fachhochschulprofessorin Eva Mir. Der in Kooperation mit der maierhofer Gruppe ausgeschriebene „1. Österreichische Demenzpreis“ soll ein bereits existentes, innovatives, forschungsgeleitetes Projekt auszeichnen. „Damit wollen wir einerseits Aufmerksamkeit für das Thema Demenz schaffen und andererseits Forschungsarbeit, die in Österreich in diesem Bereich geleistet wird, würdigen“, führt Doris Gebhard, wissenschaftliche Mitarbeiterin an der FH Kärnten, weiter aus. Mit der maierhofer Gruppe konnte ein prominentes, im Gesundheitswesen tätiges Unternehmen als Kooperationspartner gewonnen werden. „Ob in der Versorgung mit Pflegehilfsmitteln und Heilbehelfen, im Sanitätsfachhandel oder der Einrichtung von Pflegeheimen – in unserer täglichen Arbeit ist das Thema Demenz allgegenwärtig“, zeigt Patrick Luger, geschäftsführender Gesellschafter der maierhofer Gruppe, auf. Die Rahmenbedingungen und Kriterien für die Bewerbung um den „1. Österreichischen Demenzpreis“ können im Blog der Kompetenzgruppe Demenz unter https://blog.fh-kaernten.at/kompetenzgruppe-demenz/ nachgelesen werden, Fragen zur Bewerbung können an Eva Mir gerichtet werden. Die Bewerbungsfrist endet am 31. Oktober 2018, im Anschluss wird eine Fachjury aus Demenzexpert*innen das Siegerprojekt aus allen vollständigen Einreichungen auswählen. Die Verleihung wird im Rahmen eines Demenzfachtages im Frühsommer 2019 in Kärnten stattfinden. Diese Veranstaltung wird in enger Kooperation mit dem Studienbereich Gesundheit und Soziales der Fachhochschule Kärnten organisiert und abgehalten werden.

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Presse- und Bewerbungskontakt:

FH-Profin. Priv.-Dozin. Maga. Drin. Eva Mir (geb. Brunner)

Professur für Angewandte Sozialwissenschaften

Sprecherin der Kompetenzgruppe Demenz der ÖGPH

Fachhochschule Kärnten

Hauptplatz 12

9560 Feldkirchen

T: +43 (0)5-90500-4126

e.mir@fh-kaernten.at

www.fh-kaernten.at

https://blog.fh-kaernten.at/kompetenzgruppe-demenz/

 

Wir stellen vor – unser Kompetenzgruppenmitglied Andrea Limarutti, BA MSc,

Wie ich Demenz sehe…

Laut der österreichischen Alzheimer Gesellschaft leiden etwa 100.000 Österreicherinnen und Österreicher an einer dementiellen Erkrankung. Im Jahr 2050 soll sich diese Zahl auf 250.000 erhöhen. Trotz des Fortschritts der Wissenschaft und neuester Erkenntnisse wurde bis dato kein Heilmittel gegen Demenz gefunden. Meines Erachtens muss sich unsere Gesellschaft neu orientieren – zum einen braucht es die Wissenschaft, welche das persönliche Erleben von Menschen mit Demenz erforscht und zum anderen müssen wir lernen mit den Herausforderungen, welche diese Erkrankung mit sich bringt, zu leben. So kann es uns gelingen den Weg durch diese unaufhaltsame Krankheit optimal zu begleiten und zu fördern.

Eine wundersame Begegnung mit einem Menschen mit Demenz…

Meine schönste Begegnung hatte ich mit meiner Großtante während eines Besuches bei ihr im Pflegeheim. Meine Mutter hatte mir erzählt, dass sich ihr Zustand verschlechtert hatte und sie seit einer Woche das Essen und jegliche Kommunikation verweigert. Als ich kam, war sie etwas schläfrig und starrte mit leerem Blick an die Decke. Ich habe ihr ihr Lieblingsbuch mit Kurzgedichten vorgelesen und als ich zu ihrer Lieblingsstelle kam, drehte sie sich um, schaute mich an und lächelte.

Was mir an der Arbeit in der Kompetenzgruppe Demenz besonders wichtig ist…

Durch die interdisziplinäre Vernetzung wird ein großes tragfähiges Netzwerk zum Thema Demenz geschaffen. Durch den Einfluss unterschiedlicher Expertisen kann es gelingen Forschung voranzutreiben, Verständnis für die Betroffenen und Informationen zu vermitteln, Berührungsängste zu minimieren, Angehörige zu unterstützen und Menschen mit dementiellen Erkrankungen in ihrer Welt bestmöglich zu begleiten.

Was ich mir im höheren Alter wünsche…

Ich wünsche mir, dass mich mein Umfeld ernst nimmt und mir ermöglicht meine selbstbestimmte und unabhängige Lebensführung so lange wie möglich bewahren zu können.

 

Andrea Limarutti, BA MSc, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Pflegewissenschaft an der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems.

 

 

Kooperationsvereinbarung zum Demenzpreis unterzeichnet

Am Bild (von l. nach r.): Doris Gebhard (KG Demenz),
Melanie Jordan (maierhofer Gruppe), Eva Mir (KG Demenz)

Der 1. Österreichische Demenzpreis sponsored by maierhofer wird bald ausgeschrieben!

Die maierhofer Gruppe und die Kompetenzgruppe Demenz der ÖGPH haben kürzlich Nägel mit Köpfen gemacht und die Kooperationsvereinbarung zum 1. Österreichischen Demenzpreis sponsored by maierhofer unterschrieben. In Kürze folgt die Ausschreibung!

 

Herzlich Willkommen in unserer Kompetenzgruppe Demenz – Frau Mag. Dr. Verena Zeuschner stellt sich vor!

 

Wie ich Demenz sehe…

In erster Linie sehe ich Demenz als Erkrankung, die für die einzelne Person neben starken Verlusten  auf allen Ebenen auch oft eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität  mit sich bringt und eine Menge an Veränderung für die gesamte Familie und Freunde bedeutet. Ich sehe daher Demenz bzw. die Lebenswelten von Menschen mit Demenz als unerlässliches und wichtiges Handlungsfeld, in dem es ganz besonders gilt Ressourcen aufzubauen und zu stärken, um für alle Beteiligten das Leben mit dieser Erkrankung bestmöglich zu gestalten.

Eine wundersame Begegnung mit einem Menschen mit Demenz…

Bei jedem einzelnen Spaziergang, den wir gemeinsam machten, entdeckte Anna, die Oma meines Mannes,  die Schönheit der Blumen, der sich verfärbenden Blätter oder des Schnees aufs Neue – und sie war glücklich, also waren wir es auch. Ich habe dadurch gelernt mir wieder verstärkt die alltäglichen, schönen und selbstverständlichen Dinge bewusst zu machen mich daran zu erfreuen. Danke dafür!

Was mir an der Arbeit in der Kompetenzgruppe Demenz besonders wichtig ist…

Ein fachlicher Austausch, um gemeinsam Rahmenbedingungen zu beeinflussen und zu verbessern, die für Menschen mit Demenz ein gutes Lebensumfeld gestalten und die Lebensqualität erhöhen.

Was ich mir im höheren Alter wünsche…

Ich wünsche mir im höheren Alter dazu beitragen zu können, das momentane defizitäre Altersbild im Rahmen meiner Möglichkeiten ein bisschen aufzubrechen. Außerdem wünsche ich mir möglichst lange ein selbständiges Leben, um auch im höheren Alter die Welt noch weiter entdecken und davon lernen zu können.

Verena Zeuschner ist 38 Jahre alt, Sportwissenschafterin, arbeitet seit 2008 im Fonds Gesundes Österreich zu den Themen Bewegung sowie Ältere Menschen und ist privat begeisterte (Beach)-Volleyballerin. Sie lebt mit ihrem Lebensgefährten und den zwei Kindern in der Nähe von Wien.

http://fgoe.org/geschaeftsstelle/verena_zeuschner

Herzlich Willkommen in unserer Kompetenzgruppe Demenz – Mag. Eva Maria Malle stellt sich vor!

 

Wie ich Demenz sehe:

Wir leben in einer Welt voll Informationsflut, Digitalisierung und Zeitdruck. Sagt angesichts dessen nicht manchmal auch der Verstand: „Ich will nicht und kann nicht mehr, ich gehe zurück zu meinem Ursprung?“  Diesen Gedanken sollten wir hinsichtlich Menschen mit Demenz vielleicht im Hinterkopf bewahren und Betroffene niemals verurteilen. Vielmehr sollten wir Menschen mit Demenz wertschätzend begegnen und bereit sein, uns auf ihre bunte Welt einzulassen.

Zur Demenz selbst: Im Alter nehmen die körperlichen Funktionen ab und mit ihnen mitunter die kognitiven Fähigkeiten. In meinen Augen ist es völlig normal, dass sich auch der Verstand verändern darf. Die Demenz als reine Erkrankung zu betrachten, das möchte ich nicht hinnehmen.  In der Ursachenforschung gibt es bereits einige evidenzbasierte Ansätze. Man spricht dabei von genetischen Bedingungen, der Folge organischer und psychischer Erkrankungen und der Bedeutung äußerer Einflüsse, die enorm von unserem Lebensstil abhängig sind. Man erkennt rasch, dass Demenz einem Zusammenspiel vieler Faktoren und Ursachen zugrunde liegt, die im Einzelnen noch näher untersucht werden müssen.    

Eine wundersame Begegnung mit einem Menschen mit Demenz. . .

Aus unseren Pflegeeinrichtungen könnte man täglich von wundersamen Begegnungen berichten. Von der Opernsängerin, die in ihren Erinnerungen schwelgt, dem Klavierlehrer der trotz Demenz „Für Elise“ ohne Fehler rauf und runter spielt, dem liebenden Ehepaar, das gemeinsam den Alltag des Vergessens bewältigt, bis hin zu dem Herrn, der es schafft, sich selbst wieder anzukleiden: Ich weiß gar nicht, wen man speziell erwähnen sollte, da jede Geschichte auf ihre Art und Weise schön und berührend ist.

Was mir an der Arbeit in der Kompetenzgruppe Demenz besonders wichtig ist. . .

Der Mensch im Alter lebt oft am Rand der Gesellschaft, da mit fortschreitender Demenz die Tendenz des sich Zurückziehens zunimmt. Es gibt noch immer sehr viele offene Fragen, Verständnisprobleme und Berührungsängste. Ich glaube, wir können in der Kompetenzgruppe nicht nur die Forschung und die Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Betreuung und Pflege von Menschen mit Demenz vorantreiben, sondern auch die Angst in der Bevölkerung nehmen und das Verständnis fördern.

Was ich mir im höheren Alter wünsche. . .

Ich möchte in meiner eigenen Welt mit meiner „Unvollständigkeit“ vorurteilslos leben können. Ein Leben ohne Tiere kann ich mir auch nicht vorstellen!

Mag. Eva Maria Malle, Bereichsleiterin der stationären Betreuung und Pflege, Caritas Kärnten,  Pferdenärrin aus Klagenfurt

https://www.caritas-kaernten.at/hilfe-beratung/betreuung-pflege/altenwohn-pflegeheime/

 

Wir stellen vor – unser erstes Mitglied in der Kompetenzgruppe Univ.- Prof. Dr. Stefanie Auer

Wie ich Demenz sehe…

Als ich mit Menschen mit Demenz zu arbeiten begann, war mir schnell klar, dass wir diese Menschen fundamental missverstehen und unterschätzen. Wir müssen lernen, Betroffenen zuzuhören und uns auf sie einzulassen. Erst dann werden wir optimale Formen der Förderung und Begleitung finden.

Eine wundersame Begegnung mit einem Menschen mit Demenz…

Ich kann mich sehr glücklich schätzen, denn viele Menschen und deren Lebensgeschichten haben mein Arbeitsleben bereichert und geprägt. Als ich als junge Forscherin in den USA tätig war, habe ich interessante Menschen kennen lernen dürfen, die mir ihre Geschichten anvertraut haben. Zum Beispiel bin ich einer Tänzerin,  begegnet. Ihr Name war Iris. Sie lebte mit einer bereits fortgeschrittenen Demenz. Damals hatte ich keine Erfahrung. Ich stand ganz am Anfang meiner Arbeit. So setzte ich mich Iris gegenüber und sagte zu ihr, dass ich nicht wüsste, wo ich anfangen solle. Für mich sei diese Krankheit ein Rätsel. Ich hatte mir keine Reaktion erwartet. Da ergriff sie plötzlich meine Hand und sagte in einem klaren Satz zu mir: „Ich verstehe dich, es ist nicht leicht!“ Das war eine besondere Situation, weil sie zuvor extrem zurückgezogen war und kaum mit jemandem sprach. Ich spürte eine klare Verbindung zwischen uns. Da erkannte ich, wie sehr wir diese Menschen unterschätzen. Als ich dann ging, sah sie mir traurig nach und drückte ihre Nase an die Scheibe, wie ein Kind, das man verlassen muss.

Was mir an der Arbeit in der Kompetenzgruppe Demenz besonders wichtig ist…

Die landläufige Meinung ist leider heute noch, dass Menschen mit Demenz nichts mehr wissen und alles vergessen. Jemand, der „nichts mehr mitbekommt“, hat auch Probleme, Respekt einzufordern. Dieses Missverständnis zwischen Menschen mit Demenz und deren Umgebung ist die Ursache für den noch immer weit verbreiteten problematischen Umgang, den wir als Gesellschaft mit Menschen mit Demenz pflegen. Wir wissen jetzt: Menschen mit Demenz haben Fähigkeiten. Diese Fähigkeiten zu fördern führt zu einem längeren Verbleib im Familienverband, reduziert die Belastung der Angehörigen und stärkt das Selbstwertgefühl. Wir haben nun die Chance, eine neue Kultur im Umgang mit Menschen mit Demenz zu entwickeln. Um dies jedoch Wirklichkeit werden zu lassen, brauchen wir mehr Wissen über die Bedürfnisse aller Betroffenen, auch der Angehörigen und der professionellen Begleitpersonen.

Das Thema Demenz braucht mehr Öffentlichkeit, eine Enttabuisierung und ein tragfähiges Netzwerk, in dem auch auf lange Sicht für alle betroffenen Familien das richtige Angebot zur richtigen Zeit zur Verfügung steht.

Was ich mir im höheren Alter wünsche…

Respektvoll akzeptiert zu sein, so wie ich bin. Und wahrscheinlich wie jeder, wünsche ich mir, auch im Alter aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können.

Links:

https://www.donau-uni.ac.at/de/department/kmp/projekte/id/23673/index.php?URL=/de/department/kmp/zentrum/demenzstudien

 

http://www.alzheimer-hilfe.at/forschung_publikationen.html

http://www.alzheimer-hilfe.at/forschungsteam.html

Das Sprecherinnenteam der Kompetenzgruppe Demenz stellt sich vor

Eva Mir

 

Doris Gebhard

 

Wie ich Demenz sehe…

Demenzielle Erkrankungen gehen mit einer Reihe von kognitiven, emotionalen und verhaltensbezogenen Veränderungen einher. Wichtig ist es aber, die Potenziale und Ressourcen von Menschen mit Demenz zu sehen und zu fördern.

 

 

 

Wie ich Demenz sehe…

Ich habe ein sehr ambivalentes Verhältnis zum Thema Demenz: Als Forscherin fasziniert mich die Erkrankung und im Speziellen die salutogenetische Perspektive darauf. Ich genieße auch die praktische Arbeit mit Menschen mit Demenz und schätze ihre oftmals sehr ungefilterte und ehrliche Sicht der Dinge. Auf der anderen Seite der Betrachtung steht jedoch eine unheilbare Erkrankung, die unermessliches Leid bei den Betroffenen und ihren Angehörigen auslöst.

Eine wundersame Begegnung mit einem Menschen mit Demenz…

Ich war Anfang zwanzig, zu einem Praktikum an der Geriatrie und traf am Kopierer eine ältere Dame, ausgehfertig gekleidet und mit Handtasche. Ich fragte sie, ob ich behilflich sein kann und wen oder was sie suche. Die Antwort lautete „meine Jugend“, begleitet von einem Lächeln und immenser innerer Ruhe und Gelassenheit.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Eine wundersame Begegnung mit einem Menschen mit Demenz…

Dieser kurze Gesprächsausschnitt macht recht gut deutlich, wie unbeholfen und verkrampft man manchmal im Gespräch mit Menschen mit Demenz reagiert, wobei es dazu keinen Grund gibt.

Herr P.: Waren Sie schon einmal in Gefangenschaft?

Ich: Nein, leider (warum sage ich „leider“!?). Nein, warich nicht. Sie?

Herr P.: Was?

Ich: Waren Sie schon einmal in Gefangenschaft?

Herr P.: Wieso?

Ich: Ich dacht nur, weil Sie gefragt haben.

Herr P.: Ich war 9 Monate auf Sardinien in Gefangenschaft.

Ich: Auf Sardinien soll es ja recht schön sein (warum sage ich so etwas!?), aber mein Opa, der war in Narvik in Gefangenschaft (nochmal die Kurve gekratzt) – Gott sei Dank hat meine Generation das nicht miterleben müssen (guter Kommentar, Schulterklopf! Aber wie komme ich zu einem positiven Thema? Denk nach!).

Herr P.: Waren Sie schon einmal im Moulin Rouge?

….:)

Was mir an der Arbeit in der Kompetenzgruppe Demenz besonders wichtig ist…

Ich möchte als Teil eines großen Netzwerkes zur Verbesserung der Lebenssituation von Menschen mit Demenz beitragen und das auch sichtbar machen.

 

 

 

 

Was mir an der Arbeit in der Kompetenzgruppe Demenz besonders wichtig ist…

Die Kooperation mit Praktiker*innen und Forschenden aus unterschiedlichsten Themengebieten mit dem gemeinsamen Ziel das gesellschaftliche und politische Handeln rund um das Thema Demenz in Österreich nachhaltig zu beeinflussen. Diese Beeinflussung soll dabei evidenzbasiert und bedarfs- und bedürfnisorientiert sein und die Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz und ihren Betreuenden im Fokus haben.

Was ich mir im höheren Alter wünsche…

Ich wünsche mir, dass ich in meinem alltäglichen Tun Zufriedenheit und Anregung finden kann und es gut schaffe, mit sich verändernden Möglichkeiten umzugehen.

Was ich mir im höheren Alter wünsche…

Ich wünsche mir viele freudvolle Momente und dass ich mit Humor, Zufriedenheit und Gelassenheit auf meine Vergangenheit und Zukunft blicke.

 

 

Eva Mir ist 37 Jahre alt, Psychologin, habiltiert im Fach „Psychologische Gesundheitsförderung und Prävention“ und lebt mit ihrem Mann und Sohn in Klagenfurt. Doris Gebhard ist 31 Jahre alt, ist aktuell in der finalen Phase ihrer Promotion zum Thema Bewegungsförderung für Menschen mit Demenz und ist leidenschaftliche Wald- und Wiesenläuferin.
Link zu Lebenslauf, Publikationen und Co: http://mitarbeiter.fh-kaernten.at/evamir/ Link zu Publikationen und Forschungsprojekten: http://www.fh-kaernten.at/mitarbeiter/?personId=4295212095