Der fertige Papierautomat sah schon ganz gut aus, aber er war noch etwas langweilig. Also bemalten er ihn mit seinen Filzstiften en und verpasste ihm ein klassisches Design in Schwarz. Für die Tasten und Hebel bastelten er kleine Knöpfe aus Papier, die er auf die Frontplatte klebte. Das Ergebnis war ein kleiner, aber detailreicher Arcade-Automat aus Papier.

der fertig zusammengeklebte Papier Arcade

das fast fertig bemalte Papiermodell
Die Idee wächst: Vom Papiermodell zum fuktionstüchtigen Automaten
Das Papiermodell war ein voller Erfolg, und wir hatten viel Spaß beim Basteln. Doch irgendwann kam mir der Gedanke: Was wäre, wenn wir das Ganze aus Holz bauen und mit echten Tasten, einem Bildschirm und einem kleinen Computer, zum Beispiel einen alten Raspberry PI ausstatten würden? So könnte er einen schönen Arcade Automaten haben und auch tatsächlich darauf spielen. Die schlechteren Tage der Sommerferien boten sich dafür an und so begann die Planung für den Bau eines echten Mini-Arcade-Automaten.
Materialwahl: MDF-Platten und Lasercutter
Für den Bau des Automaten entschied ich mich für MDF-Platten mit einer Dicke von 6 mm. MDF ist ein ideales Material für solche Projekte: Es ist stabil, leicht zu bearbeiten und hat eine glatte Oberfläche, die sich gut lackieren lässt. Außerdem ist es relativ günstig, was bei einem Hobbyprojekt natürlich ein großer Vorteil ist.
Schritt 1: Digitalisieren der Skizzen
Die Skizzen des Papierautomaten dienten als Vorlage für die Holzkonstruktion. Mit der Software Inkscape zeichnete ich die Entwürfe und passte sie an die Maße der MDF-Platten an. Dabei achtete ich darauf, dass die Proportionen stimmten und die einzelnen Teile später gut zusammenpassen würden. Die endgültigen Maße des Automaten sollten etwa 25 x 30 cm betragen – klein genug, um handlich zu sein, aber groß genug, um ein authentisches Arcade-Gefühl zu vermitteln.

die in den Lasercutter importierten inkscape files
Schritt 2: Zuschnitt mit dem Lasercutter
Der nächste Schritt war der Zuschnitt der MDF-Platten. Hier kam ein Lasercutter zum Einsatz, der die Teile mit hoher Präzision ausschneiden konnte. Die Möglichkeit, Nuten in die Platten zu schneiden, war hier besonders praktisch: Diese Nuten ermöglichten es, die Teile später passgenau rechtwinklig zusammenzusetzen und zu verkleben.

der Lasercutter bei der Arbeit
Nachdem alle Teile ausgeschnitten waren, begann der Zusammenbau. Zunächst prüfte ich die Passform der einzelnen Teile. Dank der präzisen Arbeit des Lasercutters passte alles perfekt zusammen. Die Nuten erleichterten den Aufbau enorm, da sie die Platten in der richtigen Position hielten, während der Kleber trocknete.


alles passt zusammen

auch das Bedienpanel wird bedienbar sein
Schritt 3: Lackierung
Nachdem der „Rohbau“ fertig war, ging es an die Lackierung. Ich entschied mich für einen schwarzen Acryllack, der dem Automaten ein etwas professionelleres Finish verleihen sollte. Die glatte Oberfläche der MDF-Platten war ideal für die Lackierung, und nach zwei Schichten sah der Automat fast aus wie ein echtes Arcade-Gerät in klein.
Das Frontglas, das den LCD-Bildschirm schützt, besteht aus Acrylglas. Um den Rand der Schutzabdeckung gleichmäßig schwarz lackieren zu können, wird die Schutzfolie, die sich auf dem Acrylglas befindet, im Randbereich entfernt. Anschließend wird der freigelegte Randbereich des Acrylglases schwarz lackiert, um eine saubere und gleichmäßige Optik zu erzielen.

Ausschneiden der Schutzfolie des Acrylglases um den Rahmen zu maskieren
Das Frontglas, das den LCD-Bildschirm schützt, besteht aus Acrylglas. Um den Rand der Schutzabdeckung gleichmäßig schwarz lackieren zu können, wird die Schutzfolie, die sich auf dem Acrylglas befindet, im Randbereich entfernt. Anschließend wird der freigelegte Randbereich des Acrylglases schwarz lackiert, um eine saubere und gleichmäßige Optik zu erzielen. So nach und nach nahm das Gehäuse Formen an und es war an der Zeit die technischen Komponenten einzubauen.

der Aufbau nimm langsam Formen an
Das Herzstück des Innenlebens ist ein alter Raspberry PI 3 mit einem Retropie – SD Karten Image. Für die Bedienung und Steuerung entschied ich mich für farbige Drucktaster mit 16mm Durchmesser. Davon finden zehn Stück auf dem Bedienpanel Platz. Auf der linke und der rechten Seite ist je ein Taster platziert. Aus Bequemlichkeit und auch aus Kostengründen bastelte ich keinen eigenen Controller für die Tastenbedienung des Raspberry, sondern nahm einen fertigen USB-HID Controller, der nur ein paar Euro teuer war. Der Bildschirm ist ein 5 Zoll 800×600 Pixel LC-Display und um die PCM Soundausgabe des Raspberry auf einem kleinen Lautsprecher hörbar zu machen, kam ein fertiges „superlowcost“ Class D Verstärkerboard zum Einsatz.


die Innenkanten des Monitorrahmens müssen geschwärzt werden, damit es später keine Reflexionen in der Acrylscheibe gibt
Nachdem nun alle Gehäuseteile fertig lackiert waren und auch alle Komponenten für den Innenausbau vorbereitet waren, begann schlussendlich der Zusammenbau. Da alle Gehäuseteile verklebt sind, aber die Technik natürlich zugänglich bleiben soll, haben wir auf der Rückseite eine Revisionstüre eingeplant…

Tastenfeld mit Farbbestückung nach Juniors Wunsch

der HID Tasencontroller findet seinen Platz

der Bildschirm mit dem Raspberry PI wird eingesetzt

hier sind alle Kompnenten fertig eingebaut
Jetzt fehlt nur mehr der Revisionsdeckel auf der Rückseite. Um die Abwärme des Raspberry Pi loszuwerden haben wir ein paar Lüftungsschlitze in den Deckel geschnitten. (genauer gesagt der Laser hat geschnitten 🙂 )

Deckel an der Rückseite
Zur Stromversorgung dient ein 5V / 20W Netzteil, das an einer hinten angebrachten Netzteilbuchse angesteckt wird. Es versorgt sämtliche Baugruppen (Raspberry, Audioverstärker und Monitor).
Die verbaute Technik hier nochmal in der Übersicht:
- Raspberry Pi 3 mit 32GB SD Karte
- 5-Zoll-LCD-Bildschirm: Waveshare 5inch 800×480
- HID-Controller: USB noname Joystickcontroller (Onlineversand)
- Tasten: 16 mm Momentary Push Button (30Stk Set im Onlineversand)
- Audioverstärker: DollaTek 3W DC 5V PAM8403 (Onlineversand)
- Stromversorgung: 5V/20W-Netzteil

vom Papiermodell zum bespielbaren MiniArcade
Da mir für´s Ende des Blogbeitrags kein vernünftiger Text einfällt, hat die KI für mich nachgedacht und den folgenden Absatz erzeugt:
Nach Wochen harter Arbeit war es endlich soweit: Der Mini-Arcade-Automat war fertig. Mit seinem schwarzen Gehäuse, den farbigen Tasten und dem kleinen Bildschirm sieht er nicht nur aus wie ein echter Arcade-Automat, sondern spielt sich auch so. Mein Sohn war begeistert – und ich auch. Es ist ein Projekt, das uns nicht nur viel Spaß gemacht hat, sondern auch zeigt, wie aus einer einfachen Idee etwas Großartiges entstehen kann.
Fazit:
Manchmal braucht es nicht viel, um etwas Besonderes zu schaffen: ein bisschen Karton, ein paar MDF-Platten und eine große Portion Begeisterung. Unser Mini-Arcade-Automat ist der beste Beweis dafür, dass Basteln nicht nur kreativ, sondern auch unglaublich erfüllend sein kann. Wer weiß, vielleicht ist das ja der Anfang einer ganzen Serie von Mini-Projekten? 😊
Ein Kommentar
Zu schön wenn der Papa mit dem Sohn so ein Projekt macht.