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Praktikumsgeschichten

Mein Praktikum in Zeiten von Corona

Elena Messner, Studierende des Studienganges Gesundheits- und Krankenpflege an der FH Kärnten hat im Dezember ihr Praktikum im Klinikum Klagenfurt absolviert und dabei auch Corona Pantient*innen betreut.

Eigentlich sollte es ein ganz gewöhnliches Praktikum werden – auf dem Plan stand ein Einblick in die Arbeit auf der Psychiatrie, aber dann kam Corona und somit ein Praktikum, dass für Elena Messner in vielerlei Hinsicht außergewöhnlich war. 

Rückblickend war das gesamte Jahr 2020 anders. Auf der Neonatologie musste Elena Messner mit ihrem ersten Todesfall, einem „Frühchen“, fertig werden. Im November erkrankte sie dann selbst an Corona und für das Praktikum im Dezember bot man den Studierenden an, auf die Covid-Station des Klinikum Klagenfurts zu gehen. „Da ich ja bereits zuvor erkrankt war, hatte ich nach meiner Gesundung keine Angst, mich anzustecken und wollte die Gelegenheit nutzen, in Zeiten einer Pandemie in geschütztem Rahmen so eine Extremsituation erleben zu dürfen,“ meinte die Studierende, „trotzdem waren einige Dinge anders als ich sie erwartet hätte.“

Einiges im Praktikum war „normal“, der Schichtdienst mit zehn Stunden zum Beispiel, der eine oder andere Nachtdienst, die Übergabe zum Dienstwechsel um 06:30, auch die Anzahl der Patient*innen. -Gemeinsam mit zwei diplomierten Pflegekräften und einer Pflegehelferin war Frau Messner für bis zu 14 Patienten auf der Sonderklasse der internen Abteilung zuständig, nicht die Covid Station, wie ursprünglich geplant, dennoch wurden hier „Corona Patienten“ untergebracht und gepflegt.

Die Zeit, aber auch die Covid Patienten brachten mit sich, dass es dennoch keine typischen Arbeitstage gab. Fast täglich wurden neue Patienten aufgenommen bzw. entlassen, und  die Patienten mussten hinsichtlich ihrer Instabilität häufiger bezüglich ihrer Blut- und Vitalwerte überwacht werden. Das Besondere an diesem Praktikum waren die Schutz- und Hygienemaßnahmen, die Frau Messner bisher nur von multiresistenten Keimen kannte. „Neben der üblichen Schutzmaßnahmen mit OP Kittel, Maske, Handschuhen und OP Mütze kamen Überzieher für die Schuhe, das Faceshield, und die Schutzbrille dazu,“ erinnert sich Messner. Das prägendste Erlebnis war aber das Gefühl der Isolierung und der Einsamkeit, das sie auch bei sich selbst während der Quarantäne erlebt hat. „Es ist nicht nur, dass man niemandem näher kommen darf, es fehlen menschliche Berührungen und dadurch fühlt man sich oft alleine gelassen. „Ich verstehe nun vor allem Patienten auf den Isolierstationen viel besser, wenn Sie Angst und

Unsicherheit äußern,“ reflektiert  die Studentin. Das Thema Sterben auf der Station ist allgemein viel präsenter. Während des Praktikums von Frau Messner ist eine Patientin verstorben und sie war froh, einerseits von den erfahrenen Krankenpfleger*innen am Klinikum, andererseits auch von der Hochschule unterstützt zu werden.

Es galt  viel zu verarbeiten in dieser besonderen Zeit. Was die Studierende  daher als besonders hilfreich erwähnt, ist der starke Rückhalt im Studium. Die Studiengangsleitung und die Lehrenden haben immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Studierenden,Um mit den Studierenden auch im Lockdown in Kontakt zu bleiblen, bietet die STGL wöchentliche eine online Sprechstunde an, in der Fragen, Sorgen und Probleme besprochen werden können. In den begleitenden Reflexionsseminaren haben die Pratkitant*innen auch die Möglichkeit, besonders herausfordernde Situationen als Beispiele einzubringen und so zu verarbeiten. Im  3. Studienjahr gibt es auch ein Coaching als Teil des Reflexionsseminars, dies fand Frau Messner besonders hilfreich. So konnte die Studierende ihre schwierigen Situationen aus dem  „Corona-Praktikum“ erzählen, verarbeiten und gut hinter sich lassen.

Das Praktikum nicht durchzuführen stand nie zur Diskussion, denn das Fortführen des Studiums stand für Frau Messner und ihre Jahrgangskolleginnen immer im Fokus. Sich an der FH-Kärnten anzustecken, davor hatte sie nie Angst, denn die Vorsichtsmaßnahmen dort sind vorbildlich und sie steht voll hinter diesen. Jetzt hat Frau Messner noch das letzte Semester im Studium vor sich und freut sich darauf, danach in die Praxis zu gehen. Denn auch wenn sie doch mehr Verantwortung trägt, als sie sich noch vor Corona bewusst war, so weiß sie doch, diplomierte Krankenpflegerin zu sein ist ihre Berufung. „Es ist schön, helfen zu können und mittlerweile kann ich mit der Verantwortung gut umgehen,“ blickt Elena Messner gut gewappnet in ihre Zukunft und ein Jobangebot hat sie auch schon. „So geht es vielen meiner Kolleg*innen auch,“ meint Messner, die Studierenden der FH Kärnten werden gerne genommen, die Ausbildung ist profund und praxisnah.