WIR „bauen“ gemeinsam eine hybride Welt

Vision und Ziele der Zusammenarbeit

Die Digitalisierung verändert die Lern- und Arbeitswelt. An der FH Kärnten arbeiten die Mitarbeiter*innen standortübergreifend und mobil (zB. aus dem Home Office) zusammen. Mit den neuen Anforderungen an den Arbeitsplatz/-raum in Verbindung mit der Ortsunabhängigkeit eröffnet sich die Chance zum Anstoß eines Kulturwandels, der Schaffung neuer Begegnungsqualität, der Etablierung neuer Formate zur Kollaboration und der Umsetzung einer zukunftsorientierten und modernen Lern- und Arbeitswelt. Die Situation der Pandemie mit überwiegendem Home Office haben zudem Arbeitsprozesse sowie die Art der Zusammenarbeit verändert und bieten die Chance für den Wandel in Richtung tätigkeitsorientierter Raumnutzungskonzepte.

Ausgehend vom Leit- und Zukunftsbild der FH Kärnten (Vision) wurden die Anforderungen an den Raum und die damit verbundene Objektstrategie definiert und folgende Ziele festgehalten:

  • Weiterentwicklung der Studiengänge und der Rahmenbedingungen für zukunftsorientierte Lehre
  • Intensive Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Gesellschaft sowie Wissenschaft (Interface nach außen mit gesellschaftlicher Verantwortung)
  • Dynamische und dialogorientierte Hochschule mit regionaler Verwurzelung und internationaler Ausrichtung
  • Interdisziplinäre Ausbildung mit unmittelbarem Praxisbezug
  • Kollegiales, respektvolles und partnerschaftliches Miteinander, geprägt von Vertrauen und Wertschätzung

Der Mensch im Mittelpunkt

Neue Lern- und Arbeitswelt an der FH Kärnten

Die Corona-Krise, insbesondere unsere Erfahrungen in den Lockdowns, haben gezeigt, dass unsere Arbeitsweisen und die Art zu Studieren grundsätzlich mobil funktionieren. Und wir haben ebenfalls verstanden, dass kollegiales, respektvolles und persönliches Miteinander wichtig ist.

Die face-to-face Ausrichtung der Fachhochschule Kärnten, nämlich Studierende, Lehrende und Mitarbeiter*innen in den Mittelpunkt zu rücken, ist zu einer Herausforderung am Puls der Zeit geworden.

Es wird nicht mehr so, wie es vorher war. Das vor der Pandemie selbstverständlich hohe Maß an Anwesenheit wird schwinden, zu überzeugend sind die Vorteile des mobilen Arbeitens und Studierens. Insbesondere das Nutzen der zeitlichen Flexibilität, aber auch Nachhaltigkeitsaspekte sind klare Argumente, warum neue Lern- und Arbeitswelten künftig hybrid sein werden. Die aktuellen Herausforderungen aller Organisationen sind es nun, eine Balance zwischen analog und digital, Präsenz und virtuell herzustellen.

Wie wollen wir an der FH Kärnten zukünftig arbeiten, führen und uns präsentieren?

Innovativ: ziel- und tätigkeitsorientiert, mobil und hybrid, aber mit persönlicher Vernetzung am Standort, wobei experimentieren dezidiert erlaubt ist.“

New Work

... für eine Arbeits- und Lernwelt an allen Campussen, die zu unseren Zielen passt.

Das Thema „New Work“ fand bereits 2019 durch die AG „Hochschule der Zukunft“ Einzug in unseren HochschulEntwicklungsPlan (HEP). Seit Herbst 2020 wurde in einem interdisziplinären Arbeitskreis an den zentralen Fragestellungen für eine übergeordnete Campusstrategie der FH Kärnten gearbeitet, dh. in einem ersten Schritt wurden für den Campus Villach und den Campus Klagenfurt/St.Veiter Str. die „Transferpotentiale der Covid-Learnings in eine innovative Arbeits- und Lernwelt“ geprüft und eine mögliche Objektstrategie entwickelt. Die gemeinsam formulierte Antwort auf die Frage „Wie wollen wir an der FH Kärnten zukünftig arbeiten, führen und uns präsentieren?“ lautet „Innovativ: ziel- und tätigkeitsorientiert, mobil und hybrid, aber mit persönlicher Vernetzung am Standort, wobei experimentieren dezidiert erlaubt ist.“

Anhand der Campusse Klagenfurt und Villach wurden erste Auswirkungen auf die Gebäude andiskutiert. Während in Klagenfurt der Weg zur Umsetzungsstrategie aufgrund der Liegenschaftsverhältnisse komplexer ist und daher noch mehr Vorbereitungszeit gebraucht wird, ist das Planen und Setzen der ersten experimentellen Zeichen am Campus Villach mit der Bibliothek und der Mensa bereits gelungen und soll im Erdgeschoß sowie in der Außengestaltung weiter fortgeführt werden. Als zentrales Element gilt nun, Begegnungsflächen für jegliche Art von Austausch zu schaffen und die Sichtbarkeit der Signale identitätsstiftender Flächen für eine neue Qualität von face-to-face Beziehungen zu erhöhen.

Kulturwandel an der FH Kärnten

Strategische Leitplanken

Im Zuge der Festlegung von strategischen Leitplanken fokussiert die Hochschulleitung auf Basis der Ergebnisse aus dem Experimentiersemester (Stichwort: Covid-Learnings) auf die Frage: Was brauchen Mitarbeiter*innen und Studierende, um an der FH Kärnten gut (hybrid) zu arbeiten und sich an den Campussen wohlzufühlen? Die Hochschulleitung stellt für die Beantwortung der Frage, den „Menschen in den Mittelpunkt“ und committet sich zum LeaderShift und der damit einhergehenden „Vorbildwirkung“ für die Gesamtorganisation.

In der ganzheitlichen Betrachtung der Lern- und Arbeitswelt bilden die strategischen Leitplanken den Rahmen für die weitere Campusentwicklung (Big Picture). In der folgenden Übersicht werden die Leitplanken zusammenfassend dargestellt und über die Schieberegeler eine gemeinsame Aussage zur für die FH Kärnten geltenden Ausprägung getroffen..

Mobiles Arbeiten
Ab-/Anwesenheit

Wir arbeiten weiterhin flexibel und entscheiden tätigkeitsbasiert, wo wir arbeiten. Face to Face Begegnungen bleiben uns wichtig. Rund ein Drittel unserer Arbeit wird zukünftig mobil und zwei Drittel vor Ort stattfinden.

Nutzungskonzept
Arbeitswelt

Wir teilen vielfältige, räumliche Möglichkeiten. Desksharing gilt für alle, die im Mix von Präsenz am Campus und Home Office arbeiten und lehren möchten. „Home Zones“ dienen dabei als Identifikation. Unsere Arbeits- und Lernwelt gestaltet sich nach Bedarf und in Abstimmung mit unseren Tätigkeiten (tätigkeitsorientiert).

Offenheit
Arbeitswelt/Lernwelt

Unsere Arbeits- und Lernumgebung ist ein maßgeschneiderter Mix aus geschlossenen und offenen Flächen. Fix zugeordnete Einzelbüros werden aufgelöst und unterschiedliche, an die zu erledigenden Aufgaben/Tätigkeiten angepasste Zonen geschaffen. Auch Einzelarbeitsplätze (Schreibtische, Managementtables) stehen auf offener Fläche.

Virtualisierung
IT & Medientechnik

Wir schaffen eine entsprechende technische Infrastruktur als Voraussetzung für unser Tun und eine moderne Lehre. Wir arbeiten und lehren zunehmend auch in unterschiedlichen digitalen und hybriden Formaten. Im Zuge der Digitalisierung wurde v.a. im vergangenen Jahr in modernste, einheitliche und kompatible Technik und innovative Lösungen investiert. Mit weiteren Konzepten (Videostreaming, Studioaufnahmen, etc.) wird der Trend fortgesetzt.

Partizipation
Entwicklungsprozess

Die Mitgestaltung der Mitarbeiter*innen im Entwicklungsprozess ist hoch und passiert innerhalb der gesetzten strategischen Leitplanken. Der Gestaltungsrahmen wird von der Hochschulleitung definiert, wobei die Grundlage des Prozesses das aktive Changemanagement der Hochschulleitung bildet, um Potentiale/Chancen zu nutzen und Risiken zu minimieren.

Nachhaltigkeit
Innenräume/Außenräume

Wir nutzen die Chancen über eine nachhaltige und ressourcenschonende Raumgestaltung unsere Campusse (Gebäude und Außengestaltung) innovativ zu entwickeln (Arbeiten an den Campussen nahe zum Wohnort, Schaffen von Erholungsflächen mit Blick auf die Außenanlagen/Arbeiten im Bereich der Grünflächen, Biodiversität). Die „Betriebliche Gesundheitsvorsorge“ hat einen hohen Stellenwert in unserem Konzept (Arbeitsplatzergonomie).

Die Anforderungen des Arbeitsalltags haben sich in den letzten Jahren für uns alle verändert. Die Erfahrungen während den Lockdowns haben bewiesen, dass mobile Arbeitsweisen funktionieren und keine Zukunftsmusik mehr sind. Daher ist auch jetzt ein guter Zeitpunkt, den Raum für Arbeit und Lehre neu zu denken.
Caroline Sturm
M.O.O.CON Projektleiterin

Partizipativer Prozess

Die Frage, welche weitere räumliche Infrastruktur es für die vermehrt hybride Zusammenarbeit und Lehre an der FH Kärnten braucht, wird unter der Mitgestaltung der Mitarbeiter*innen in einem mehrjährigen geführten Prozess mit Start 2022 diskutiert und beantwortet werden. Die strategisch tätige Hochschulleitung hat den Gestaltungsrahmen mit Leitplanken und Prämissen wie folgt vordefiniert: die Arbeits- und Lernumgebung soll ein maßgeschneiderter Mix aus geschlossenen Räumen und offenen Flächen sein und die vielfältigen räumlichen Möglichkeiten werden geteilt. Die Mitgestaltung der Mitarbeiter*innen in diesem Entwicklungsprozess wird ein wesentlicher Beitrag zur Weiterentwicklung der jeweiligen Studiengänge und der Verwaltung sein.

Timeline
  • All
  • Rückblick
  • Next Steps
November 2019März 2020seit April 2020

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Glossar

New Work beschreibt neue Arbeitsweisen und die damit zusammenhängende räumliche Arbeitsumgebung. Durch globale Entwicklungen und Trends verändern sich Strukturen und Prozesse auch in Unternehmen. Darauf reagieren neue Arbeitswelten. Wesentliche Aspekte sind Digitalisierung, agiles und vernetztes Arbeiten, Selbstorganisation und Zielorientierung, Kreativarbeit und der stufenweise Entfall serieller Tätigkeiten. Beschäftigte können und dürfen flexibel in Bezug auf Arbeitszeit und Arbeitsort arbeiten. Die physische Arbeitsumgebung der neuen Arbeitswelten unterstützt diese Entwicklungen aktiv und wird zu einem Instrument der Organisations- und Kulturentwicklung.

…bedeutet, das Arbeitsumfeld entsprechend der jeweiligen Tätigkeit und Arbeitsweise auszuwählen. Dies umfasst das reale und das digitale Umfeld. Für den Arbeitsraum bedeutet dies, dass für unterschiedliche Tätigkeiten und Arbeitsweisen wie konzentriertes Arbeiten, kreatives Entwickeln, virtuelles und reales Zusammenarbeiten, informelles Abstimmen, Wissensaustausch und Erstellen von Inhalten eine passende räumliche Umgebung gefunden werden kann. Aus Effizienzgründen werden die unterschiedlichen Arbeitsmöglichkeiten in der Regel gemeinsam genutzt. Regeln und Vereinbarungen unterstützen die Nutzung der angebotenen Fläche.

… geben einen Einblick in die unterschiedlichen Arbeitsweisen von Beschäftigten. Die wesentlichen Tätigkeiten werden personenbezogen erfasst und als Tätigkeitsprofil dargestellt. Ähnliche Profile werden häufig zu idealtypischen Personas zusammengefasst. In der Regel ergänzt eine Betrachtung der An- und Abwesenheiten die tätigkeitsbezogenen Profile.

Die Digitalisierung ermöglicht es, überall zu arbeiten. Statt dem Zuhause oder dem Büro werden nun auch andere, für die jeweilige Tätigkeit passende Räume aufgesucht. Immer mehr Unternehmen setzen aus unterschiedlichen Gründen inzwischen auf die Bereitstellung dezentraler Arbeitsflächen – sogenannter Hubs oder Second/Third Places. So kann den Beschäftigten das Pendeln erspart werden oder bewusst eine Gruppe in eine andere Umgebung versetzt werden, um andere Perspektiven zu öffnen.

…sind Gemeinschaftsbüros und Innovationszentren, in denen Start-ups, kleinere Unternehmen, Selbstständige oder Projektteams Arbeitsplätze temporär mieten können. Häufig sind diese Räume mehr als Büros – sie sind Orte der Begegnung
und des Austausches. Die Gemeinschaft und die gegenseitige Unterstützung sind wesentlicher Bestandteil.

… ist ein Instrument der Kultur- und Organisationsentwicklung und definiert den Rahmen für die Gestaltung der Arbeitsumgebung. Sie beschreibt den Zusammenhang zwischen Strategie, zukünftigen Arbeitsweisen, digitaler und analoger Arbeitswelt. Eine Workplace Strategy definiert das Raumkonzept in seinen Prinzipien und kann, vom Möbelkatalog über Farb- und Materialkonzept bis zur Umsetzungs-Guideline, weitere Details für die Umsetzung definieren.

…bezeichnet die Vielfalt unterschiedlicher Nutzungsmöglichkeiten einer Bürofläche. Es handelt sich um eine Arbeitslandschaft, die aus einer Mischung von Räumen und Flächen unterschiedlicher Ausprägung besteht. Je nach Nutzer*in und Tätigkeitsprofilen können dies Räume für Routinearbeit, konzentriertes Arbeiten, Kommunikation, Entspannung oder Rückzug sein. Neben den klassischen Arbeitstischen, die meist nicht persönlich zugeordnet sind, werden variabel kombinierbare Raummodule als Arbeitsmöglichkeiten angeboten.

…berücksichtigt die Tatsache, dass in Bürogebäuden in der Regel ein Teil der Arbeitsplätze aufgrund von Abwesenheiten der Beschäftigten, zum Beispiel durch Außer-Haus-Termine, nicht besetzt ist. Die personenbezogene Zuordnung der Arbeitsplätze wird aufgehoben, was dazu führt, dass die Anzahl der Arbeitsplätze geringer als die Anzahl der zugeordneten Beschäftigten ausfällt..

…ist ein Überbegriff für unterschiedliche Konzepte, bei denen zumindest ein Teil der Beschäftigten über keinen persönlich zugeordneten Arbeitsplatz verfügt.

…ist eine Verhältniszahl. Sie beschreibt, wie viele konventionelle Arbeitsplätze den zugreifenden Personen zur Verfügung stehen. Diese Kennziffer beinhaltet keine Aussage zu den darüber hinaus verfügbaren Arbeitsmöglichkeiten. Gibt es weniger standardisierte Arbeitsplätze als Personen, dann spricht man auch vom Hot Desk Prinzip. Beim sogenannten Free Seating wird für jede Person ein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt, es gibt jedoch keine persönlich zugeordneten Arbeitsplätze.

…bedeutet, dass der Arbeitstisch nach der Nutzung, in der Regel jedoch spätestens am Ende des Arbeitstages, freigeräumt und freigegeben wird. Wann ein Tisch freizuräumen ist, wird in non-territorialen Bürokonzepten bezogen auf Abwesenheitszeiten vereinbart.