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Never change a running system: Wenn die Hundertstel zählt

Sportveranstaltungen leben vom Wettkampf – vom Messen der Kräfte: Wer ist am schnellsten? Wer schießt die meisten Tore? Wer springt am weitesten? Und wenn wir von Kräften, Messen und Geschwindigkeit sprechen, so sind wir bereits in der Physik und der Technik.

Machen wir kurz Halt am Ossiacher See – dem Start der 2. Etappe der Tour de Kärnten 2019. Es ist zehn Uhr und die Amateure eröffnen. Die Zeitmessung des Amateurrennens wird von einem eingespielten Spezialteam der FH Kärnten – bestehend aus Professoren und Studierenden des Fachbereichs Netzwerk- und Kommunikationstechnik – betreut.

Alles scheint so simpel: Die Fahrer erhalten einen Chip – korrespondierend mit ihrer Startnummer ­– und finden sich auf der Startrampe ein. Es piept beim Start und nach 29 Kilometer bei der Zieleinfahrt in Feldkirchen piept es erneut. Entlang der Strecke werden Zwischenzeiten gemessen. Mit diesen ersten Richtwerten hebt der Moderator am Hauptplatz von Feldkirchen die Spannung und die Stimmung der Fans bis zur Zieleinfahrt. Das Ergebnis und die aktuellen Ergebnislisten erscheinen auf einem großen Screen.

Eigentlich ein gewohntes Bild, wie man es bereits öfter selbst erlebt hat – ob hautnah als aktiver Sportler, deklarierter Fan vor Ort oder als Fernsehzuschauer. So weit, so simpel.

 

 

Hidden Champions

Gleichzeitig überraschen die Menschen, die im Hintergrund für die Programmierung, die Einrichtung und Kontrolle der Datenübertragung verantwortlich sind. Denn sie fallen während des sportlichen Events nicht auf. Bis zu jenem Moment, an dem etwas nicht funktioniert. Dann richtet sich die gesamte Aufmerksamkeit auf sie. In kürzester Zeit müssen sie entlang der komplexen Kommunikationskette der Systeme und Netzwerke nach der Ursache suchen. Denn was wären Sportveranstaltung ohne Zeitmessung?

Das Team der FH Kärnten läuft während der ÖSTM in Ossiach im Hintergrund auf Hochtouren.

Running Systems

Sporttelematiker übertragen das sportliche Geschehen in Bits und Bytes und wieder zurück in die reale Welt. Kurz gesagt: Es ist ihre Aufgabe den Workflow – von der Anmeldung bis zur Ergebnisliste – zum Laufen zu bringen und sichtbar zu machen. Dazu gehört Passion und eine Portion grundlegendes Verständnis für Technik und Sportveranstaltungen. Voraussetzungen, um die reale Welt in Programmen abbilden zu können und zu wissen, welche Messverfahren – ob Chips, Lichtschranken oder Bilderkennung – idealerweise einzusetzen sind.

Tracking Worlds

So simpel und reibungslos wie der Ablauf der Technik scheint, ist es dann am Schluss doch nicht. Weil dort wo Zeiten angezeigt werden, sind bereits lange Wege zurückgelegt – oft zwischen unterschiedlichen Welten. Die Sportler werden über Sensoren getrackt, die entstandenen Daten über Funksysteme, Glasfaser- oder Kupferkabel übertragen und an definierten Punkten – etwa am Monitor eines Moderators – angezeigt. Dahinter steht ein exaktes Zusammenspiel verschiedener, teils selbst entwickelter, Programme und Systeme: von Cloud-Services, die mit lokalen Notebooks verbunden sind, bis hin zum Smartphone, das der Sporttelematiker bei Start und Ziel in der Hand hält. Und es gibt immer noch das analoge Backup bei jeder Veranstaltung – ein Teammitglied, das die Reihung der im Ziel Eintreffenden per Hand notiert.

Being part of the game

Die Entwicklung und Programmierung einer Tracking World passiert auch nicht von heute auf morgen. Es steckt viel Erfahrung darin – von der Programmierung, über die Synchronisierung, die Auswahl der richtigen Hardware bis zur Errichtung vor Ort. Die aktive Mitgestaltung bei Sportevents durch Studierende der FH Kärnten vermittelt ihnen vor allem eines: Es ist die Verbindung zwischen digitaler und analoger Welt, die genauso im Bereich Netzwerk- und Kommunikationstechnik zählt. Dabei lernen sie mit einem erhöhten Stressfaktor im Falle eines Systemausfalls umzugehen. Ein Erfahrungswert, von dem sie in ihrer beruflichen Zukunft sehr gut profitieren können.

 

Michi Strasser wurde von FH-Prof. Wöllik bei seinem Weltrekord über Wochen und Monate virtuell begleitet und mit der besten Technik ausgestattet.

Genauso vielfältig wie die Tätigkeit eines Sporttelematikers sind auch die Veranstaltungen im In- und Ausland, die von Studierenden der FH Kärnten mitbetreut werden: Special Olympics, Großglocknerlauf, Ironman Klagenfurt, Michael Strassers Fahrt mit dem Rad von Alaska bis Patagonien, Karawanken-Classic, Tristar-Triathlon, u.v.m.

 

 

 

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