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FH-Studierende erbauen Begegnungsräume in Klagenfurt

Ende Juni 2018 fiel der Startschuss für ein neues Projekt in Klagenfurt/Waidmannsdorf. Ein interkultureller Raum ist hier am Entstehen. Eine leerstehende, scheinbar wertlose Immobilie soll zu einem Ort der Begegnung, des Austausches, des gemeinsamen Arbeitens, der Weiterbildung und noch vieles mehr werden.

Im besten Fall wird ein Stück sozialer Raum der Öffentlichkeit geschenkt. Aktuell werden die ersten Schritte finalisiert. Und viele fleißige FH-Studierende sind in diesem Projekt mittendrin und voll dabei.

Doch wer und was steht hinter dieser Idee?

Wie kann man aus einem scheinbaren Nichts ein gesellschaftlich wertvolles Etwas machen? Ein leerstehendes Ensemble im historischen Ortskern von Waidmannsdorf, war die Ausgangssituation eines selbstorganisierten Impulses für eine vitale Stadtentwicklung.

Das ganze Bau-Team mit FH-Professoren.

Das interdisziplinäre Kollektiv „Why not!“ fand sukzessive zusammen. Im Zuge der Flüchtlingsbewegungen 2015 wurde das leerstehende Gebäude als Asylunterkunft vermietet. Ab 2018 spinnte man die Idee weiter, den Ort unter den Aspekten Inklusion und Nachhaltigkeit weiterzuentwickeln. Man fand Unterstützung von Vereinen wie „Der.Raum“ oder „VOBIS“ und anderen Freiwilligen, die sich schon länger in den Bereichen Kunst, Kultur, Architektur, Handwerk, Bildung, Sprache und gutes Zusammenleben engagieren.

Gordana Brandner-Gruber stellte den Kontakt mit dem Eigentümer, der dort befindlichen Asylwerberunterkunft, Michael Spliesgardt her. „Es ist wichtig zu betonen, dass es uns ein Anliegen von Beginn war, dieses Areal nicht nur in erster Linie für Asylwerber, sondern für alle zu bauen“, sagt Brandner-Gruber. Die nebenberuflich Lehrende fand mit Stefan Breuer und Alexander Hagner zwei Brüder im Geiste, die sich ebenfalls Soziales Bauen auf die Fahnen geschrieben haben. So kam die Querverbindung zur FH Kärnten zu Stande.

FH Kärnten erster Ansprechpartner

Fachliche Unterstützung holte sich das Kollektiv von akademischer Seite, indem die lokalen Standorte der Fachhochschule Kärnten mit den Bereichen Architektur, Wirtschaft & Management sowie Soziale Arbeit als Partner dazu geholt wurden.

Der Studiengang Architektur ist bekannt für seine Schwerpunkte Soziales und Regionales Bauen, sowie seinen starken Praxisbezug. Die Studierenden erarbeiteten ein Semester lang, unter der Leitung von Alexander Hagner, Visionen für den Umbau der Kegelbahn zu einem Raum, der Begegnungen und Kreativität beflügelt.

FH-Studentinnen Klara und Johanna in der ehemaligen Kegelbahn in Klagenfurt.

„Wir sind 10 Studierende, die an diesem Projekt beteiligt sind, die wiederum in zwei Gruppen aufgeteilt sind. Meine Gruppe beschäftigt sich mit der Gestaltung des Innenraumes. Hier wurden flexible Raumteiler entworfen und im Maßstab 1:1 gebaut. Diese können dann auf Rollen bewegt werden und schaffen verschiedenste Möglichkeiten den Raum aufzuteilen und zu nützen“, erklärt Klara Bayer ihre Aufgabe in diesem Projekt.

Die FH-Studentin befindet sich im ersten Semester ihres Architektur-Masters. Ihr gefällt die Praxiserfahrung sehr gut und sie  gewinnt viele Erkenntnisse durch das Projekt. „Es macht Spaß, weil man sich schon in der Planung genau überlegen muss, was man in der Praxis dann braucht. Es kommen aber trotzdem dann vor Ort wieder neue Aufgaben auf einen zu – und das ist spannend!“

Regionale Projekte stoßen auf Zuspruch

Ähnlich begeistert ist Klaras Studienkollegin Johanna. Sie findet vor allem den sozialen Aspekt und die Regionalität erwähnenswert. „Einer meiner Gründe, warum ich mich für die FH Kärnten für den Master entschieden habe, war die Afrika-Projektreihe. Ich finde es aber nun fast noch gelungener, solche Projekte auf regionaler Ebene durchzuziehen“, findet Johanna und wünscht sich dementsprechend weitere Aktionen der FH.

Die entsprechende Konzeption für die Unterbringung eines Sprachcafes, von Holz-, Textil- und Fahrradwerkräumen, von Veranstaltungsräumen und solchen für Kochabende, Ausstellungen, gärtnerische Tätigkeiten etc. führte zum Entwurf eines neuen konsumfreien Stadtteilzentrums. Neben dem Raumprogramm entwickelten die Studierenden nicht nur einen Vorschlag für die einzelnen Umbaumaßnahmen der bestehenden Gebäude und Außenanlagen sowie deren architektonische Gestaltung sondern auch eine Strategie zur partizipativen Umsetzung und deren zeitlichen Prozess.

Bauherrschaft:
vobis https://verein-vobis.com/
DER.RAUM https://derraum.eu/
neoHome neoHome(at)gmx .at

alle Fotos © Lina Hintz

Praxisnah Architektur studieren (Schwerpunkt „bauen 1:1“) sowie nachhaltig zu planen und zu bauen (Schwerpunkte „soziales bauen“ und „Regionale Wertschöpfung“) sind wesentliche Faktoren im Architekturstudium an der Fachhochschule Kärnten. Hier mehr Infos!

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