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Design Build: Was wir tun hat Relevanz

Architektur ist etwas Lebendiges. Sie beschäftigt sich mit Räumen und schafft Räume: Lebensräume für Menschen, die in diesen zusammenleben, zusammenarbeiten oder einfach nur für kurze Zeit zusammenfinden.

Architektur wird von der Gesellschaft beeinflusst und beeinflusst wiederum selbst die Gesellschaft. Häuser, Plätze oder ganze Städte werden nicht einfach gebaut, weil sie schön aussehen. Dahinter steht eine Raumwandlung für und mit der Gesellschaft. Wie sich diese Raumwandlung vollzieht, macht dabei den entscheidenden Unterschied.

Soziales Bauen – Bauen für die Gesellschaft

Ist Bauen nicht immer sozial? Ja, Bauen ist für sich genommen sozial – jahrhundertelang ist man in den Wald gegangen, hat Bäume gefällt und behauen und damit Neues aufgebaut. Das war meist ein großes soziales Ereignis der Dorf- oder Stadtgemeinschaft. Im Zuge der Industrialisierung und Digitalisierung wurde das Bauen jedoch immer anonymer, ja teils synthetisch. Der Bezug zwischen Mensch und Gebäude ging und geht oftmals verloren.

Es macht daher einen großen Unterschied und kann als soziales Bauen beschrieben werden, wenn ich mir als ArchitektIn Gedanken über Konzepte für die NutzerInnen der Räume mache. Ich trage durch meine Überlegungen dazu bei, dass sich die Menschen, für die ich plane und baue, in diesen Räumen wohlfühlen und das Miteinander gefördert wird. Dabei überlege ich mir, wie meine Architektur die Gesellschaft positiv beeinflussen kann. Wie kann die Gestaltung des Raums das soziale Leben anregen? Wie kann die Kommunikation gefördert werden? Dieser Prozess hört aber nicht bei der gestalterischen, kreativen Arbeit auf, sondern setzt sich in nachhaltigen und langfristigen Überlegungen fort. Etwa in der Frage, welche Baustoffe unter Klimaschutzaspekten zur Anwendung kommen.

Das gilt insbesondere beim Planen und Bauen für Randgruppen. Oftmals handelt es sich dabei um Menschen, die buchstäblich nichts besitzen. Dabei überlege ich mir, wie eine Atmosphäre oder ein Raum geschaffen werden kann, der über eine reine Unterbringung hinausgeht.

Design Build – Räume für alle Sinne

Räume sind mehr als drei-dimensional. Sie sind körperlich und mit allen Sinnen erfahrbar. Ich sehe sie nicht nur. Ich kann sie ebenso anfassen, fühlen und riechen. Spüren. Räume sind also sprichwörtlich analog. In der Architektur gab es eine Zeit der „schönen Bilder“, in der aufwendige digitale Renderings von Plänen ein absolutes Muss waren. Diese schönen Bilder bringen in erster Linie Ideen zu Papier und visualisieren sie. Aber wie fühlt sich diese Vision an? Genau an diesem Punkt beginnt Design Build, in der analogen, haptisch erfahrbaren Welt, für die ich ja letztendlich entwickle.

Design Build lässt die Studierenden die Ärmel aufkrempeln, etwas erschaffen und zum Leben erwecken – ein Prozess, der weit über das Erreichen von Noten oder ECTS hinausgeht. Denn im Endeffekt ist Bauen ein Handwerk. So muss etwas, das passgenau auf einem Plan existiert, nicht gezwungenermaßen passgenau für die Realität geschaffen sein. Mit Design Build lerne ich sehr rasch, wie Werkzeuge funktionieren und wie sich die vielfältigen Elemente der Architektur optimal zusammen- und ineinanderfügen. Das Endergebnis meiner Arbeit ist ein realer Raum, der in Zusammenarbeit mit anderen Studierenden und Projektbeteiligten entstanden ist – sei es eine Brücke in Afrika oder eine Begegnungsstätte, wie das „Why not“ in Klagenfurt. Die Projekte sind vielfältig.

Als ArchtiketIn brauche ich vor allem Leidenschaft. Es geht nicht nur um das Gestalten von Räumen, sondern genauso um das Mitgestalten der Gesellschaft.

Bist DU ein leidenschaftlicher Mensch und willst gestalten?

„Als Professoren sehen wir uns als Coaches und Mentoren. Wir unterstützen die Studierenden in der Komplexität der Architektur, die richtigen Anknüpfungspunkte zu finden und diese optimal miteinander zu verbinden.“ – Alexander Hagner, Stiftungsprofessur für soziales Bauen an der FH Kärnten

 

 

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