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Architektur Studierende hörten Wissenswertes zum Thema Baukultur

Im Masterstudium Architektur an der FH Kärnten wird praxisnahes Studieren großgeschrieben. Praxisnah Architektur zu studieren heißt auch, sich mit aktuellen Themen auseinanderzusetzen, Experten zuzuhören und unterschiedliche Meinungen wahrzunehmen. So bekommen Studierende die Gelegenheit, bei hochkarätigen Veranstaltungen und Exkursionen Kontakte in die Architektur-Branche zu knüpfen und erhalten wertvolle Einblicke in die Arbeitswelt eines*r Architekt*in.

Mehr über das Masterstudium Architektur an der FH Kärnten
Architektur | FH Kärnten (fh-kaernten.at)

Die Master-Studierenden Jennifer Thaler und Christoph Prantner hatten die Möglichkeit an der Veranstaltung „Landschaft des Wissens“ des Wissenschaftsvereins Kärnten Landschaft des Wissens – Landschaf des Wissens (webwerk.at) zum Thema Baukultur teilzunehmen. Die Veranstaltung fand im Baukulturjahr 2021 statt und wurde in Kooperation mit dem Architektur Haus Kärnten entwickelt.
Die Studierenden berichten hier über die Veranstaltung, die in der malerischen Umgebung des Kärntner Weissensees stattfand.

Baukultur
Um darüber zu diskutieren, wie mit Grund und Boden umgegangen wird, trafen sich Expert*innen am Weissensee in Kärnten

Vom Kultivieren des Bauens

Unter dem Motto Landschaft des Wissens – Wage zu denken“ organisiert der „Wissenschaftsverein Kärnten seit 2013 gemeinsam mit Kooperationspartnern in Kärnten und darüber hinaus eine Plattform, auf der engagierte Menschen aus unterschiedlichen Organisationen und Institutionen Impulse zur Wahrnehmung gesellschaftlicher Verantwortung aufgreifen und nach Möglichkeiten eigene gesellschaftliche Beiträge hinterfragen können.

Gesamtkonzept vs. Selbstdarstellung

Baukultur
Die Masterstudierenden nahmen an der Podiumsdiskussion teil, im Bild Christoph Prantner

Baukultur. Dieses Wort ist Ihnen vielleicht schon einmal untergekommen. Aber wissen Sie, was Baukultur ist? Jeden Tag sind wir damit konfrontiert, unbewusst, aber durchdringend. Baukultur, die Kultur des Bauens. Im Duden wird Kultur als die „Gesamtheit der geistigen, künstlerischen, gestaltenden Leistungen einer Gemeinschaft als Ausdruck menschlicher Höherentwicklung“ [1] definiert. In Österreich und speziell in Kärnten fällt es in den letzten Jahrzehnten jedoch immer schwerer, diese Definition mit Bauen zu verknüpfen. Menschen, so scheint es, haben den natürlichen Drang, sich in Gebäuden zu verwirklichen. Das Einfamilienhaus stellt dabei den Zenit selbstdarstellerischer Schöpfung dar. Konzeption und Gestaltung unterliegen scheinbar dem persönlichen Geschmack, auch wenn dieser offenkundig nicht sehr stark ausgeprägt ist. „Wer zahlt, schafft an“.

Baukultur endet nicht an der Thuja-Hecke

Die Versiegelung von Bodenflächen nimmt unaufhörlich zu (4300 ha pro Jahr [2]) und Geschäfte verlagern ihre Verkaufsflächen zunehmend an die Ränder der Städte. Was übrig bleibt, sind Asphalt- und Betonwüsten an den Speckgürteln und leere, leblose Gebäudehüllen in den Stadtzentren. Man ist versucht zu glauben, Baukultur unterliege der eigenen Einflusssphäre. Aber Baukultur ist keine Privatangelegenheit. Sie endet nicht an der mit meterhohen Thuja-Hecken akzentuierten Grundstücksgrenze. Baukultur betrifft alle und alles: Gebäude, Straßen, Dörfer und Städte, Kultur- und Naturlandschaften. Sie ist ein Gemeinschaftsprojekt, auch über Generationen hinaus.

Forderung an Politik, tätig zu werden

Baukultur
Die abschließende, gemeinsame Bootsfahrt auf dem Weissensee bot Gelegenheit zum Netzwerken

Genau diesem Generationenprojekt hat sich ‚Landschaft des Wissens‘ in diesem Jahr gewidmet. Drei Tage lang wurde am Weissensee referiert und diskutiert, über Raumordnung, Architektur, Landschaftsplanung, Verkehrswesen, Wirtschaft und Tourismus. Alles mit dem Ziel, sowohl die Bevölkerung als auch die Politik zum Umdenken und Neudenken zu animieren. Hochkarätige Vortragende gaben von 13. Oktober 2021 bis 15. Oktober 2021 Einblicke in ihre Arbeit und zeigten dabei Probleme und Lösungsansätze auf. Die abschließende Schifffahrt auf dem Weissensee führte die Dringlichkeit des heurigen Themas von Landschaft des Wissens nochmals vor Augen: der sorgsame Umgang mit Grund und Boden, Klimaschutz, Lebensqualität und nachhaltiger Tourismus. Auch wir als junge Generation fordern die Politik zum Handeln auf. Baukultur muss vor allem in den Gemeinden als wichtiges Grundgerüst zukünftiger Siedlungsgebiete angesehen werden. Diese sollte mittels eines Gestaltungsbeirats zur Anwendung gebracht werden. Unbedingt notwendig wäre auch eine aktive Aufklärung und Sensibilisierung der Bevölkerung, um ein kollektives Bewusstsein für Baukultur zu schaffen. Denn schließlich geht es darum, das kulturelle, landschaftliche und bauliche Erbe dieses Landes zu erhalten und weiterzuentwickeln.

Stellvertretend für die Studierenden des 3. Master-Semesters der FH Kärnten möchten wir uns für die kostenlose Teilnahme an der Veranstaltung, speziell bei Horst Peter Groß vom Wissenschaftsverein Kärnten, bedanken!

Jennifer Thaler, BSc. | Christoph M. Prantner, BSc. Studierende des 3. Master-Semesters Architektur an der FH Kärnten

Mehr über das Masterstudium Architektur an der FH Kärnten

Architekturstudium
Studiengangsleiter Wolfgang Grillitsch beantwortet gerne Fragen rund um das Masterstudium Architektur an der FH Kärnten

Das Masterstudium „Architektur“ an der FH Kärnten baut auf dem gleichnamigen Bachelorstudium auf und legt Schwerpunkte auf die Bereiche „Soziales Bauen“ und „Regionale Wertschöpfung“. Studierende beschäftigen sich mit der vielfältigen Organisation im Aufbau von Planungsprozessen in der Architektur. Zusätzlich werden soziale, ökonomische, rechtliche und technische Entwicklungen bei architektonischen und städtebaulichen Aufgaben während des zweijährigen Studiums behandelt.

Neben der nachhaltigen Planung und Umsetzung von Neubauten beschäftigen sich Studierende auch mit der nachhaltigen Sanierung von Altbauten. In praxisbezogenen Projektarbeiten knüpfen Studierende Kontakte zu Entscheidungsträger*innen aus den Bereichen Bildung, Tourismus, Wirtschaft, Politik und Gemeindewesen. Die Beherrschung der englischen Sprache und der Erwerb von kommunikativen Fähigkeiten runden das Qualifikationsprofil der Studierenden ab. Ihr Abschluss gibt ihnen ein EU-weit anerkanntes Architekturstudium mit auf den Weg. 

Mehr über Projekte, Exkursionen, Auszeichnungen im Projektraum Architektur der FH Kärnten

Zulassungsvoraussetzungen

Für die Zulassung zum Master-Studiengang Architektur an der FH Kärnten muss mindestens eines der folgenden Kriterien erfüllt sein:

  • Abgeschlossenes facheinschlägiges Hochschul-Bachelor-Studium, Architektur oder Innenarchitektur*)
  • Abschluss eines gleichwertigen Studiums an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung
  • Portfolio mit Arbeitsproben im PDF Format, angelegt als Querformat Einzelseiten A4, max. 15 MB 

Jetzt informieren und bewerben unter Architektur | FH Kärnten (fh-kaernten.at)

[1] Duden: „Kultur“ [online], 2021, https://www.duden.de/node/85307/revision/85343 [31.10.2021]
[2] Bundeskanzleramt, Geschäftsstelle des Beirats für Baukultur: Baukultur kompakt [online], 2019, https://www.bmoeds.gv.at/dam/Baukulturfolder [31.10.2021]

*) Für Bewerber:innen der Fachrichtung Innenarchitektur besteht die Möglichkeit, bis zum Ende des dritten Semesters des Masterstudiums fehlende Kompetenzen im Bereich der Architektur, wie z.B. Massiv und Stahlbau nachzuholen. Welche Kompetenzen nachzuholen sind, wird nach bestandenem Aufnahmeverfahren (Aufnahmegespräch und PDF-Portfolio) vor Studienantritt anhand des Curriculums der Bachelor-Ausbildung festgelegt. Wenn diese Voraussetzung erfüllt ist, können die Studierenden ihre Diplomarbeit beginnen und sind nach deren erfolgreichen Abschluss konsekutiv Studierenden gleichgestellt.

 

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