Vortragende

DDDr. Karl Anderwald

Karl ANDERWALD, Dr. iur. et Dr. phil. (Politikwissenschaft/Publizistik und Kommunikationswissenschaft), Dr. h. c. (Universität Czernowitz), Hon.-Prof., geb. 1940. Von 1992 bis 2002 Landesamtsdirektor-Stellvertreter von Kärnten. Ab 1999 Lehraufträge der an der Universität Salzburg und der FH Kärnten.2002 bis 2018 Vorsitzender des Kuratoriums und des wissenschaftlichen Beirats der FH Kärnten. Seit 1994 Herausgabe des jährlichen „Kärntner Jahrbuchs für Politik“. Arbeitsschwerpunkte: Ethnische Minderheiten, Kommunalpolitik und Wahlkämpfe.

Susanne Quitmann, M.A.: Bachelorstudium der Geschichte und Politikwissenschaft sowie Masterstudium in Global History an der Universität Heidelberg, mit Aufenthalten an der Royal Holloway University of London und der Yale University. Seit 2017 Doktorandin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der LMU München, seit 2019 im DFG-Projekt „The Voices of British Child Migrants“. Assoziiert mit dem Munich Centre for Global History.

Susanne Quitmann, MA

Kindheitsgeschichte(n) – Eine globale Spurensuche
Kinder sind selten die ProtagonistInnen historischer Erzählungen. Meist sind sie Objekt – Objekt von Erziehung und Bildung, von politischen Maßnahmen und sozialen Konventionen. Kinder hinterlassen kaum Spuren in den Archiven und sind deshalb als historische Akteure schwer zu fassen. Die meisten Spuren finden sich indirekt in Aufzeichnungen von Erwachsenen; selten sind Briefe oder Zeichnungen von Kindern selbst überliefert. Dabei stellt sich grundsätzlich die Frage, ob wir als Erwachsene Kinder überhaupt verstehen können. Die Schwierigkeiten beim Versuch, Kinder als Subjekte statt als Objekte ihrer eigenen Geschichte zu fassen, sind zahlreich – aber auch die Möglichkeiten. In meinem Vortrag versuche ich dies am Beispiel britischer KindermigrantInnen zwischen 1869 und 1967 zu skizzieren. Der Vortrag wird außerdem zeigen, welche Diversität sich hinter dem Begriff des „Kindes“ in der Geschichte verbergen kann und dass wir es mit einer Vielzahl von Geschichten zu tun haben. Klasse, (Nicht)Behinderung, Race, Gender und Alter spielen eine entscheidende Rolle nicht nur für das Erleben eines Kindes, sondern auch für seine Sichtbarkeit in der Geschichte – für die Spuren, die es hinterlässt.

Mag. Dr. Nadja Danglmaier

Mag. Dr. Nadja Danglmaier, Studium der Pädagogik und Publizistik, Postdoc-Assistentin an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt mit Forschungsschwerpunkt Erinnerungskultur, historisch-politische Bildung und diversitätsbewusste Bildung, Netzwerkkoordinatorin für Kärnten von erinnern.at.

Workshop „Kärntner Jugendliche im Nationalsozialismus – Lebenslagen und Perspektiven”
Die Ideologie der Nationalsozialisten durchdrang alle Lebensbereiche und machte auch vor Kindern und Jugendlichen nicht halt. Diese sollten zu überzeugten Nazis erzogen werden, Raum für individuelle Entfaltung gab es nicht. Während Jugendliche, die als „arisch“ galten, auf ein Leben für „Volk und Führer“ vorbereitet wurden, waren jene, die nicht dem rassischen Ideal entsprachen, Anfeindungen, Ausgrenzung und Verfolgung ausgesetzt. Im Workshop sollen die Auswirkungen des nationalsozialistischen Regimes auf konkrete Lebensverläufe nachvollziehbar werden, dies im Speziellen in Hinblick auf die regionalen Ereignisse in Kärnten.

Dr. Alexander Verdnik

Dr. Alexander Verdnik, Historiker, Buchautor, Redakteur und Genealoge geb. 1982 in Wolfsberg im Lavanttal. Studium der Geschichte in Graz. Diplomarbeit zum Thema „Lagerstadt Wolfsberg“. Dissertation zum Thema „Arisierung“ in Kärnten. Verfasser von Artikeln für die jüdische Kulturzeitschrift „David“ und der „Kärntner Allgemeinen Zeitung“ (kaz). Forschungsschwerpunkte: Nationalsozialismus, Jüdische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert (Schwerpunkt Österreich) und Wissenschaftskommunikation.

Ausgewählte Originalquellen zur Kinder- und Jugenderziehung von 1870 bis 1937
Anhand von Originalquellen zur Pädagogik des ausgehenden 19. und frühen 20. Jahrhunderts soll die Entwicklung der Kinder- und Jugenderziehung, die schließlich im faschistischen (Schul)alltag des NS-Regimes kulminierte, nachgezeichnet werden. Daneben soll am Beispiel des Romans „Jahrgang 1902“ gezeigt werden, dass die Phänomene dieser Zeit bereits in der zeitgenössischen Literatur kritisch aufgenommen wurden.

Mag. Ursula Maurič, MA

Mag. Ursula Maurič, MA: Lehramtsstudium Sprachen, Lehre und Forschung an der Pädagogischen Hochschule Wien zu Globalen Bildungsthemen, Mitglied der Strategiegruppe Globales Lernen

Mag. Eva Kolm

Mag. Eva Kolm: OeAD – Kulturvermittlung mit Schulen (Projektmanagement), Kulturvermittlung in Museen, Entwicklung von Projektmodulen zur Geschichtsvermittlung.

Mag. Roman Schanner: OeAD – Kulturvermittlung mit Schulen (Beratung und Projektmanagement), Leitung der österreichweiten „K3-Projekte“ zur Kulturvermittlung mit Lehrlingen, Entwicklung von Projektmodulen zur Geschichtsvermittlung.

Mag. Schranner Roman

VIEL(GE)SCHICHTIG – Partizipation von Jugendlichen durch Kulturelle Bildung
Im Rahmen von CARINTHI.ja2020 verwirklicht OeAD/KKA gemeinsam mit E.C.O. Institut für Ökologie ein partizipatives Geschichtsforschungsvorhaben mit Schüler/inne/n in Klagenfurt, Nötsch, St. Jakob im Rosental/Šentjakob v Rozu und Velden. Als „Forscher/innen in eigener Sache“ setzen sie mit interdisziplinären Teams, bestehend aus Wissenschafter/inne/n und Kulturschaffenden, ihren Alltag in Beziehung zu Veränderungen der Landschaften und Raumnutzungen, beispielsweise anhand von Pollenflug, Grundstücksvermessungen und Stadtplänen oder Fotografien. Die Jugendlichen wirken dabei auch als Multiplikator/inn/en und aktivieren andere Ortsansässige, sich zu beteiligen.

Der Workshop bietet Gelegenheit, anhand ausgewählter Erfahrungen aus den vier Projekten und einiger Thesen zur Beteiligung darüber zu diskutieren, welche Partizipationsangebote in der Kulturellen Bildung mit Jugendlichen erfolgversprechend sind und inwieweit sich damit ihre Partizipationschancen auch außerhalb der Vermittlungsprojekte erhöhen.

Maria Pajnogac

Maria Pajnogac, Matura an der WI´MO Klagenfurt, Handelsangestellte, Regionaljugendsekretärin in der GPA-djp Kärnten – zuständig für Lehrlinge, Studierende und Schüler*innen

Elsa Eder

Elsa Lavinia Eder, Matura am Europagymnasium in Klagenfurt, Studium Umweltingenieurwesen an der TU Wien, Aufbau von Fridays for Future Klagenfurt, Teilnahme an der „First Youth Conference on Climate Change“.

Dr.  Jasmin Donlic: Postdoc-Ass. am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung der Universität Klagenfurt, Arbeitsbereich Allgemeine Erziehungswissenschaft und diversitätsbewusste Bildung; Forschungsschwerpunkte: Inter-/transkulturelle Bildung im Kontext von Migration und Inklusion, Mehrsprachigkeit an Schulen und jugendliche Identitätsbildung in regionalen transnationalen Räumen.

Daniela Lehner, MSc: Predoc-Assistentin am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Arbeitsbereich „Zentrum für Friedensforschung und Friedensbildung“.

Dr. Hans Karl Peterlini: Univ.-Prof. für Allgemeine Erziehungswissenschaft und Interkulturelle Bildung am Institut für Erziehungswissenschaft und Bildungsforschung der Universität Klagenfurt; Forschungsschwerpunkte: Personales und gesellschaftliches Lernen im Kontext von Heterogenität und Diversität.

Partizipation und Nicht-Partizipation von Jugendlichen mit Fluchterfahrung: Raps und Szenisches Verstehen als Möglichkeiten in der Bildungsarbeit (Wimo goes Rap)
Wie gestalten junge Menschen mit Fluchterfahrung Bildungs- und Partizipationsräume am Lernort Schule? Dieser Frage wird anhand eines Forschungsprojektes in und mit einer Übergangs- und Vorlehreklasse, die weitgehend aus Jugendlichen mit Fluchterfahrung besteht, nachgegangen. Der Lehrgang „Übergangsstufe für Flüchtlinge“ an der Höheren Lehranstalt für Wirtschaft & Mode (WIMO) in Klagenfurt ist ein Angebot für jugendliche Asylwerber*innen über 15, die nicht mehr schulpflichtig sind. Der Lehrgang bietet Jugendlichen, die sonst keine Bildungszugänge und keine Bildungsperspektiven hätten, eine Aufnahme und einen Ort des Lernens. Wie sich geflüchtete Jugendliche in ihrer Lebenswelt Schule bewegen, wie sie von dieser bedingt werden und wie sie diese zugleich mitgestalten, welche Prozesse des Aushandelns, der Teilhabe und der gesellschaftlichen Positionierung sichtbar werden, wird in einer möglichst offenen phänomenologischen Haltung erforscht. So werden Ausschnitte von Partizipation und Nicht-Partizipation, von Chancen und Herausforderungen im Schulalttag, und performativer Ansätzen wie Raps, in Form von Vignetten, als verdichtete Beschreibungen gelebter Erfahrungen im Workshop dargestellt, szenisch nachgefühlt und gemeinsam gedeutet. Der Versuch performative Ansätze in der Bildungsarbeit zu nutzen, wird am Beispiel von „Wimo goes Rap“ dargestellt. Szenisches Verstehen als  Möglichkeit, Partizipation und Nicht-Partizipation vielseitiger (mit-)zuerfahren und nachempfinden zu können, wird gemeinsam im Workshop erprobt.

Mag. Dr. Bettina Gruber

Mag. Dr. Bettina Gruber, Zeithistorikerin und Friedenspädagogin, vormals Arbeitsbereichssprecherin des Zentrums für Friedensforschung und Friedenspädagogik an der IfEB der Alpen-Adria-Universität (seit 1.10.2020 in Rente); Schwerpunkte Friedensforschung, Friedenspädagogik, Partizipation sowie Migration und Kommunen.

Jugendbeteiligung in politischen Prozessen
Jugendbeteiligung ist in aller Munde –  schon seit Jahrzehnten. Eine reife Demokratie hätte die Aufgabe, Kinder und junge Menschen in möglichst allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens partizipieren zu lassen. In der Realität bedeutet dies Machtabgabe und eine weitreichende Umgestaltung von Gesellschaft, in der Teilhabe und Beteiligung wie selbstverständlich umgesetzt werden. Im vorliegenden Workshop wird gemeinsam reflektiert, welche Faktoren eine selbstverständliche Beteiligung verhindern. Anhand ausgewählter Erfahrungen aus der Praxis wird dargelegt, welche Wege Gesellschaft beschreiten müsste, um junge Menschen in diese Richtung zu befähigen und damit einen wesentliche Beitrag zur Stärkung von Demokratie zu leisten. Die Vortragende hat vor mehreren Jahren den Jugendrat in Villach mit aufgebaut und im Kontext der Schaffung von Jugendbeteiligungsmodellen beraten und begleitet.

Weitere Kurzbeschreibungen folgen.