Wir stellen vor – unser Kompetenzgruppenmitglied Andrea Limarutti, BA MSc,

Wie ich Demenz sehe…

Laut der österreichischen Alzheimer Gesellschaft leiden etwa 100.000 Österreicherinnen und Österreicher an einer dementiellen Erkrankung. Im Jahr 2050 soll sich diese Zahl auf 250.000 erhöhen. Trotz des Fortschritts der Wissenschaft und neuester Erkenntnisse wurde bis dato kein Heilmittel gegen Demenz gefunden. Meines Erachtens muss sich unsere Gesellschaft neu orientieren – zum einen braucht es die Wissenschaft, welche das persönliche Erleben von Menschen mit Demenz erforscht und zum anderen müssen wir lernen mit den Herausforderungen, welche diese Erkrankung mit sich bringt, zu leben. So kann es uns gelingen den Weg durch diese unaufhaltsame Krankheit optimal zu begleiten und zu fördern.

Eine wundersame Begegnung mit einem Menschen mit Demenz…

Meine schönste Begegnung hatte ich mit meiner Großtante während eines Besuches bei ihr im Pflegeheim. Meine Mutter hatte mir erzählt, dass sich ihr Zustand verschlechtert hatte und sie seit einer Woche das Essen und jegliche Kommunikation verweigert. Als ich kam, war sie etwas schläfrig und starrte mit leerem Blick an die Decke. Ich habe ihr ihr Lieblingsbuch mit Kurzgedichten vorgelesen und als ich zu ihrer Lieblingsstelle kam, drehte sie sich um, schaute mich an und lächelte.

Was mir an der Arbeit in der Kompetenzgruppe Demenz besonders wichtig ist…

Durch die interdisziplinäre Vernetzung wird ein großes tragfähiges Netzwerk zum Thema Demenz geschaffen. Durch den Einfluss unterschiedlicher Expertisen kann es gelingen Forschung voranzutreiben, Verständnis für die Betroffenen und Informationen zu vermitteln, Berührungsängste zu minimieren, Angehörige zu unterstützen und Menschen mit dementiellen Erkrankungen in ihrer Welt bestmöglich zu begleiten.

Was ich mir im höheren Alter wünsche…

Ich wünsche mir, dass mich mein Umfeld ernst nimmt und mir ermöglicht meine selbstbestimmte und unabhängige Lebensführung so lange wie möglich bewahren zu können.

 

Andrea Limarutti, BA MSc, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Fachbereich Pflegewissenschaft an der Karl Landsteiner Privatuniversität für Gesundheitswissenschaften in Krems.

 

 

Kooperationsvereinbarung zum Demenzpreis unterzeichnet

Am Bild (von l. nach r.): Doris Gebhard (KG Demenz),
Melanie Jordan (maierhofer Gruppe), Eva Mir (KG Demenz)

Der 1. Österreichische Demenzpreis sponsored by maierhofer wird bald ausgeschrieben!

Die maierhofer Gruppe und die Kompetenzgruppe Demenz der ÖGPH haben kürzlich Nägel mit Köpfen gemacht und die Kooperationsvereinbarung zum 1. Österreichischen Demenzpreis sponsored by maierhofer unterschrieben. In Kürze folgt die Ausschreibung!

 

Herzlich Willkommen in unserer Kompetenzgruppe Demenz – Frau Mag. Dr. Verena Zeuschner stellt sich vor!

 

Wie ich Demenz sehe…

In erster Linie sehe ich Demenz als Erkrankung, die für die einzelne Person neben starken Verlusten  auf allen Ebenen auch oft eine massive Beeinträchtigung der Lebensqualität  mit sich bringt und eine Menge an Veränderung für die gesamte Familie und Freunde bedeutet. Ich sehe daher Demenz bzw. die Lebenswelten von Menschen mit Demenz als unerlässliches und wichtiges Handlungsfeld, in dem es ganz besonders gilt Ressourcen aufzubauen und zu stärken, um für alle Beteiligten das Leben mit dieser Erkrankung bestmöglich zu gestalten.

Eine wundersame Begegnung mit einem Menschen mit Demenz…

Bei jedem einzelnen Spaziergang, den wir gemeinsam machten, entdeckte Anna, die Oma meines Mannes,  die Schönheit der Blumen, der sich verfärbenden Blätter oder des Schnees aufs Neue – und sie war glücklich, also waren wir es auch. Ich habe dadurch gelernt mir wieder verstärkt die alltäglichen, schönen und selbstverständlichen Dinge bewusst zu machen mich daran zu erfreuen. Danke dafür!

Was mir an der Arbeit in der Kompetenzgruppe Demenz besonders wichtig ist…

Ein fachlicher Austausch, um gemeinsam Rahmenbedingungen zu beeinflussen und zu verbessern, die für Menschen mit Demenz ein gutes Lebensumfeld gestalten und die Lebensqualität erhöhen.

Was ich mir im höheren Alter wünsche…

Ich wünsche mir im höheren Alter dazu beitragen zu können, das momentane defizitäre Altersbild im Rahmen meiner Möglichkeiten ein bisschen aufzubrechen. Außerdem wünsche ich mir möglichst lange ein selbständiges Leben, um auch im höheren Alter die Welt noch weiter entdecken und davon lernen zu können.

Verena Zeuschner ist 38 Jahre alt, Sportwissenschafterin, arbeitet seit 2008 im Fonds Gesundes Österreich zu den Themen Bewegung sowie Ältere Menschen und ist privat begeisterte (Beach)-Volleyballerin. Sie lebt mit ihrem Lebensgefährten und den zwei Kindern in der Nähe von Wien.

http://fgoe.org/geschaeftsstelle/verena_zeuschner