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Sony Video8 Walkman GV-8E

Sony GV-8E

Gelegentlich stöbere ich auf Flohmarkt Webseiten nach Vintage- und Retrogeräten aus den 70er, 80er und 90er Jahren. Wenn ein absolutes Schnäppchen in Sicht ist, dann schlage ich zu und opfere ein paar Euro. Dieses Mal habe ich eine ganze Kiste mit portablen Medienwiedergabegeräten der Marke Sony gefunden. Das Ganze hat mich gerade einmal den Gegenwert einer Packung Cafe gekostet. Allerdings ist auch der Zustand der Geräte, was die Funktion betrifft, unbekannt. Ein besonders schönes Stück (ja – das liegt immer im Auge des Betrachters) aus dieser Kiste ist der Videowalkman GV-8E von Sony. Das ist ein portabler, analoger Video Player/Recorder, der einen VHF/UHF Fernsehtuner und einen LCD Monitor in einem Gerät integriert hat. Das mag zwar heute nichts Aufregendes mehr sein, jedoch war der GV8E zur Markteinführung 1988 ein sehr schönes und teures Stück Technik. Also landet der Portable auf meinem Tisch und bekommt vom Netzteil seine 6V DC Versorgung. Die Ernüchterung kommt dann auch so schnell wie die anfängliche Euphorie. Das Gerät zeigt trotz aufrechter Energieversorgung keinerlei Funktion. Es reagiert auf keinen Tastendruck, es leuchtet keine Led. (Irgendwie habe ich das auch schon so oder ähnlich erwartet)

Doch der Ehrgeiz ist zu groß, nicht doch einmal in das Innere des Gerätes zu blicken und nach dem Problem Ausschau zu halten. Schnell habe ich mit dem Zerlegen begonnen und das Gerät einmal grob ein seine Komponenten aufgeteilt. Im Netz findet man die Serviceunterlagen,  die hier sehr hilfreich sind.

GV8E in Einzelteilen

Nach der Begutachtung des Blockschaltbildes des gesamten Systems, war der Start der Fehlersuche das DC/DC Converterboard. Diese von einem Schirmblech umhüllte Platine produziert aus der 6V Eingangsspannung sämtliche, für die Versorgung der einzelnen Komponenten benötigten Spannungen. Eine Messung an den Testpins am Board zeigte, dass einige Spannungen fehlten. Also muß hier schon ein Problem zu suchen sein.

Lötseite des DC/DC Converter Boards
Bauteilseite des DC/DC Converter Boards

Nach dem Entfernen des Schirmblechs und einer Inspektion der Bauteile ist mir eine defekte 1.6A Sicherung (F103) aufgefallen. Diese Sicherung schützt den Primärkreis des Schaltwandlers. Aus dem Plan ist ersichtlich, dass der Transistor Q114 niederohmig war und so das Auslösen der Sicherung verursacht hat.

Auszug aus dem Schaltplan des DC/DC Converters

Bei dem Transistor handelt es sich um einen 2SB1121 Bipolar PNP Transistor. Den hatte ich natürlich nicht in meiner Sammlung. Also die Bauteilekisten nach einem geeigneten Ersatz durchforstet…

Ersatz für 2SB1121 ist ein PBSS5250Z

Gefunden habe ich dann einen PBSS5250Z, der zwar ein etwas größeres Gehäuse hat, aber dafür seinen Dienst in der Schaltung verrichten sollte.

Defekter Q114 ausgebaut

Aufgrund der größeren Bauform und des geringen Platzangebotes konnte ich den Ersatztransistor nur stehend einlöten.

Q114 erneuert

Jetzt fehlt noch eine neue Sicherung in der Platine. Nach dem Einbau und der Überprüfung der weiteren Bauteile in den betroffenen Stromkreisen ging´s an den nächsten Funktionstest. Alle Boards wieder elektrisch miteinander Verbunden und 6V an die Batterieklemmengelegt – und siehe da, das Powersupply Board fährt hoch und die Spannungen sind da. Jetzt lässt dich der GV8E mit dem Powertaster wieder einschalten, die LED leuchtet auch und aus dem Lautsprecher ist ein leises Rauschen zu hören. Jedoch läuft keiner der Laufwerksmotoren und der LCD-Monitor bleibt auch dunkel. Beim Betätigen des „Ejekt“ Tasters leuchtet die LED ganz kurz, aber der für den Auswurf des Kassettenfaches zuständige Motor läuft nicht an. Das bedeutet -> weiter nach Fehlern suchen. Zunächst widme ich mich einmal dem LCD Monitor. Der ist schnell ausgebaut und zerlegt. Um so weniger erfreulich, ist der Zustand der Platine. Hier haben die „verwesenden“ Elektrolytkondensatoren mit ihren „Körperflüssigkeiten“ gewütet. (Damit sind natürlich die Elektrolyte gemeint)

Ausgelaufene Elektrolytkondensatoren

Die flüssigen Elektrolyte der Elkos sind über die Jahre ausgelaufen und haben die Leiterbahnen und auch die Lötstellen angegriffen. Teilweise ist es so schlimm, dass kleine Bauteile, wie SMD Transistoren und Widerstande, schon beim Berühren von der Platine abfallen. Spätestens jetzt ist es unbedingt notwendig, den Schaltplan des Gerätes bei der Hand zu haben. Sonst wird´s nachher schwer, die fehlenden Teile wieder richtig nachzubestücken. Aber vorher mussten die alten Elkos erst einmal entfernt werden.

so sieht die Platine unter den Elkos aus

Mit Leiterplattenreiniger konnte ich die Reste der Elektrolyte entfernen, um dann erst die Beschädigungen an der Platine  zu sehen. Korrodierte Bereiche mussten mit einem Glaspinsel angeschliffen und verätzte Bauteile erneuert werden. Nach einer erneuten Reinigung haben die neuen Kondensatoren (diesmal Keramik-Vielschicht-Kondensatoren anstelle der Elkos) ihren Platz gefunden.

Platine mit neuen Bauteilen

Nach dieser Prozedur war es dann soweit. Der nächste Funktionstest startete. Nach dem erneuten Verbinden sämtlicher Steckverbindungen und der Energieversorgung gab es weitere Lebenszeichen. Die Hintergrundbeleuchtung (CCFL) startete wieder und in der linken oberen Ecke war „00:00“, die blinkende Uhr des Onscreendisplays zu erkennen… Leider war das auch schon alles. Die OSD-Darstellung war sehr verschwommen und der Rest des Bildes war weiss. Die Helligkeitsregler reagierten nicht. Also musste das Board unter die „große“ Lupe.

Das Board des LCD-Monitors hatte noch viele unterbrochene Leiterbahnen, die mühevoll mit einzelnen Litzen und Kupferlackdraht repariert werden mussten. Es waren auch noch einige SMD Komponenten (Widerstände und Transistoren) an ihren Anschlüssen derart korrodiert, dass hier nur ein Austausch half. Das Ergebnis sieht zwar etwas wild aus, aber ein weiterer Funtkionstest verlief dann endlich positiv.

Repariertes Displayboard

Nachdem ich den Monitor wieder zusammenbaut hatte, ging´s an das Laufwerk. Auch hier habe ich zuerst alle SMD-Elkos geprüft bzw. erneuert, da wirklich ALLE ausgelaufen waren. Glücklicherweise waren die Platinen hier nicht so extrem verätzt und konnen einfach gereinigt werden. Dann kam der Funktionstest. Und leider gab es auch hier noch Probleme. Es gab keinen Kassettenfachauswurf und keinerlei Reaktionen eines der Antriebe. Nach dem Studium des Servicemanual und dem Messen vieler Versorgungsspannungen konnte ich einen Prozessor als Fehlerquelle ausmachen. Es handelt sich um einen SONY CXP80116.

Sony CXP80116

Dieser Chip steuert sämtliche Antriebe, Leds, fragt Sensoren ab, etc.. Für das Auswerfen des Kassettenfaches ist er auch zuständig. Über Pin 20 und 21 steuert er ein TreiberIC (Brücke)  an, das wiederum den Lademotor versorgt. Und genau die beiden Ausgänge blieben auf 0V.  Wenn die „Eject“ Taste betätigt wurde, waren anstelle der 5V nur ein paar Millivolt zu messen. Also stand zuerst der Verdacht nahe, der Treiber IC hat einen Fehler und zieht die Ausgänge des Controllers hinunter. Also die Ausgänge vom Controller zum Motortreiber getrennt und an den Motortreibereingang direkt 5V angelegt – und siehe da, der Lademotor wurde angesteuert. Also liegt der Fehler am 80116er. So einen konnte ich nach einigem hin und her auch noch finden und tauschte ihn aus. Ein erneuter Test erfreute mich, denn die Kassette konnte wieder geladen werden und die Kopftrommel startete.

Und schon zeigte sich das nächste Problem. Einer der beiden Ladearme fuhr nur den halben weg und blieb dann hängen. Das bedeutet, auch die Mechanik des Laufwerks muß ich zerlegen. Gesagt – getan. Glücklicher Weise war nur ein kleiner Bolzen schuld, der einen Mitnehmerhebel festhält. Dieser hatte sich gelockert und ist herausgerutscht. Das Problem war also schnell behoben. Jetzt endlich konnte ich wieder einen Funktionstest machen. Und dieses Mal klappte auch alles. Die Kassette wurde geladen, die Kopfscheibe startete, das Band fädelte ein und schlussendlich ließ es sich auch Abspielen. Nachdem ich alle Funktionen getestet hatte, der GV-8E wieder zusammengesetzt werden. Jetzt kann er als „Museumsstück“ in die Vitrine 😉

läuft wieder

 

Technische Daten des GV-8E:

  • Video recording System: Rotierendes Zweikopf-Helical-Scan-FM System
  • Audio recording System: Rotierender Kopf, FM System
  • Videonorm: CCIR, PAL color
  • Kassettenformat: 8mm Videokassette
  • Bandgeschwindigkeit: SP: 2.0051 cm/s LP:1.0058cm/s
  • LCD Bildschirm: 6.2×4.6cm (3inch Diagonale)
  • Bildschirmtyp: TN LCD/TFT active Matrix mit 92.160 Bildpunkte
  • TV-Tuner: VHF Kanal 2-12, UHF Kanal 21-69
  • Anschlüsse: RF-Antenne, Video Input/ Output Chinch, Audio Input/Output Chinch (mono), Headphone 3.5mm Klinke
  • Energieversorgung 6V (Akku oder Netzadapter)
  • Leistungsaufnahme: 7.1W
  • Abmessungen: 129x67x213mm
  • Gewicht: 1.15kg ohne Akku
Typenschild des GV -8E

 

Mini Kassettenrecorder SILVA SW-105

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SILVA SW-105

 

Aus den frühen 90ern stammt dieser kleine Kassetten-Radiorecorder. Er wurde unter der Bezeichnung „SILVA SW-105“ verkauft und glänzte mit folgenden technischen Leistungen:

  • Spannungsversorgung: DC 4,5Volt (mittels 3 Stück AA-Batterien oder einer externen 4.5V Spannungsquelle)
  • Leistung: 35mW je Kanal an den Kopfhörern und je 200mW an den im Gerät eingebauten Lautsprechern
  • Kassettenlaufwerk: 4-Spur, 2Kanal Stereo (2Spuren je Laufrichtung des Bandes)
  • Ausgangsimpedanz: 32Ohm Kopfhörer, 6 Ohm an den Lautsprechern
  • Empfängerteil: Band AM 525-1605 kHz, FM 87.5 bis 108 MHz
  • Graphischer Equalizer: 5Band (in Form von Schiebereglern) je +/- 10dB
  • Abmessungen: 155x87x40 mm (BxHxT)

IMAG1694Der kleine Radiorecorder verfügt über eine ALC-Aufnahmeautomatik. Besonders angepriesen wurde folgende Eigenschaft: „Das Gerät verfügt über die Möglichkeit der Lautstärkenveränderung während des Mithörens bei der Aufnahme…“ Als Quellen für die Aufzeichnung auf Kassette kann sowohl das AM/FM Empfangsteil dienen, als auch ein eingebautes Mikrofon.

Optional ist es auch möglich, die Batterien gegen NiCd Akkumulatoren der Bauform AA zu ersetzen und diese dann per externer 4.5 V Spannungsquelle wieder aufzuladen. Dafür muss am Gerät lediglich ein „Ladeschalter“ umgeschaltet werden.

Eine am Gerät angebrachte Teleskopantenne dient zur Verbesserung des UKW Empfanges. Wird das Gerät jedoch als „Walkman“ im mobilen Bereich benutzt, so kann das Anschlusskabel der Kopfhörer die Funktion der Antenne übernehmen. „Für einen guten Mittelwellenempfang ist lediglich die Ausrichtung des Gerätes anzupassen, da hier intern eine Ferritantenne verbaut ist.“ (no na)

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Walkman City Bummler aus den 80ern

IMG_3810Aus den frühen 1980er Jahren stammt der „City Bummler“ ein mobiles, tragbares Kassettenabspielgerät – kurzgesagt ein Walkman. Den bekam ich damals während meiner Mittelschulzeit als Geschenk zu Weihnachten. Die Besonderheit an diesem Gerät war ein eingebautes Mikrofon und zwei Kopfhöreranschlüsse. Man konnte also zu zweit Musik hören und wenn man sich etwas sagen wollte, ohne den Kopfhörer abnehmen zu müssen (oder auch die Lautstärke zu reduzieren), so musste man nur auf eine orange farbigen Taste drücken und die Interkom war aktiv. Verkauft wurde das Gerät als preisgünstige „Nachbau“ Version des ersten Walkman von Sony, dem TPS-L2 der am 1.Juli 1979 auf den Markt kam. Der Citybummler wurde von UNIVERSUM über den Quelleversand vertrieben.

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City Bummler mit selber gebasteltem Deckel

Das Gerät wurde im Karton mit Kopfhörer, Kassettentasche und Tragetasche mit Gurt geliefert. Zum Betrieb wurden drei 1.5V Batterien der Größe AA benötigt. Die Lautstärkenregelung ist mit zwei getrennten Schiebereglern ausgeführt, so dass jeder Kanal getrennt ausgesteuert werden kann.

Leider hat der Citybummler die letzten 35 Jahre nicht ganz unbeschadet bestanden. So ist im Laufe der Zeit der Kassettendeckel abgebrochen, den ich dann in meiner Jugend durch einen selbergebastelten Weißblechdeckel ersetzt habe. Irgendwann hat mir dann die Gehäusefarbe nicht mehr gefallen und ich hab das Gerät grün angemalt. (oder hatte ich gerade nur grüne Farbe zur Hand). Zumindest existiert der „Bummler“ noch und: Er funktioniert auch noch.IMG_3814

Ich war daraufhin im Web auf der Suche nach einem gut erhaltenen, im Originalzustand befindlichen City Bummler. Jedoch ist das Angebot äußerst gering und die wenigen Angebote auf Online – Auktionshäusern sind aufgrund der immensen Versandkosten nicht interessant.

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Fellow FE-1

Doch ein Kompromiss und gleichzeitig ein neues Stück in der Sammlung ist der FELLOW FE-1 Walkman. Den habe ich günstigst und voll funktionstüchtig über eine Gebrauchtwarenbörse bekommen.

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links: Fellow FE-1, rechts: City-Bummler
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beide Geräte im Vergleich

Auch der Fellow ist ein Klon des Sony TPS-L2. Er unterscheidet sich im Wesentlichen in der Anordnung der Tasten des Laufwerks.

 

 

 

 

 

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