Sony RX100 Digitalkamera (und die Reparatur)

Die Sony RX100 Digitalkamera mit ihrem 20.2 Megapixel EXMOR CMOS Sensor besticht durch ihre hervorragende Bildqualität und die kompakte Bauform. Die Sensorgröße von einem Zoll und das vorgesetzte Zeiss Vario Sonnar F1.8 Objektiv sind mit verantwortlich für die guten Bildergebnisse. Die Kamera ist dabei mit 10x6cm und einer Dicke von 3.6cm immer noch hosentaschentauglich. (Wobei ich das nicht empfehlen würde). Das 3,6fach-optische-Zoomobjektiv wird im ausgeschalteten Zustand ein und bei Gebrauch ausgefahren.

Doch nach einiger Zeit und etlichen Aus- und Einfahrten der Optik kommt es, oder kann es irgendwann zu einer Situation kommen, wo die Optik ihren Dienst verweigert. Das äussert sich auf unterschiedliche Art und Weise. Entweder passiert nach dem Einschalten gar nix, die Optik bewegt sich nicht und am Display erscheint nur die Meldung („Aus und wieder Einschalten“), oder das Objektiv fährt ein Stück heraus und und gleich wieder ein. Jetzt könnte man vermuten, die Kamera hat einen mechanischen Schaden, die Gleitflächen innerhalb der Optik sind verschmutzt, oder es ist durch einen etwaigen Sturz irgendetwas verbogen oder verzogen und klemmt. Doch dem ist meist nicht so. In diesem Fall ist die Kamera nie starken mechanischen, thermischen, etc. Beanspruchungen ausgesetzt worden und trozdem gibt es einen Fehler. Recherchiert man einwenig im Netz, dann findet man einige Reparaturtutorials, wo versucht wird, mit irgenwelchen Papierstreifen zwischen den Gleitringen der Optik zu reinigen etc. Eine vernünftige Information war nicht zu finden. Also bleibt mir nichts übrig, als selber nach der Ursache für das Problem zu suchen. Und es war auch schnell gefunden. Nach dem Öffnen des Gerätes und leichtem Anheben des hinteren Gehäusedeckels ließ sich das Objekt plötzlich wieder ausfahren. Wurde der Deckel wieder aufgesetzt, so war das Problem wieder da. Es mußte also irgendwo ein Kontaktfehler vorliegen. In den folgenden Zeilen stelle ich meinen Weg zur funktionierenden Kamera vor:

Nach dem Lösen der Schrauben und Entfernen der Kunsstoffbodenplatte lässt sich die hintere Abdeckung mit dem Bedienfeld und dem Monitor abnehmen.

Der Flexiprint zum Bildschirm und jener zur Bedieneinheit ist zu lösen, der kleine Lautsprecher kann einfach ausgehangen werden. Jetzt kann noch einmal der Akku eingelegt und eingeschaltet werden. In diesem Fall öffnete sich das Objektiv und fuhr wieder korrekt aus. Es ist also wirklich ein Kontaktproblem. Doch wo ? Ich versuchte mit dem Finger leichten Druck auf den Flexiprint auszuüben, der den mechanischen Teil der Optik versorgt. (Nicht den, der vom Sensor ins Mainboard führt.) Mit diesem leichten Druck am Flexiprint wurde wieder eingeschaltet und siehe da -> Treffer. Die Optik rührte sich nicht. Das ließ sich auch nachvollziehen. Also scheint dieser Flexiprint an den Knickstellen einen Leitungsbruch zu haben. Scheinbar wird dieser Print, bedingt durch das Ein- und Ausfahren der Linse konstruktionsbedingt mechanisch gestresst und gibt so irgendwann nach und bricht. (Vielleicht auch geplante Obsoleszenz). Jedenfalls suchte ich im Netz nach einem Ersatz, fand ihn und nach einer Woche Wartezeit wurde der neue Flexiprint auch schon geliefert.

Der neue Print für die Optik wird ohne jegliche Bauelemente verkauft. Das bedeutet, ab hier ist ein wenig Erfahrung im Umgang mit Lötwerkzeugen, SMD Bauteilen und flexiblen Platinen erforderlich.

Die Optik muß freigelegt und ausgebaut werden. Dazu ist das Mainboard zu lösen. (insgesamt drei Schrauben). Dann ist vorsichtig die schwarze Folie von der Hinterseite der Optik zu entfernen. (Vorsicht bei den ganzen flexiblen Leitungen) Ist die Folie ab, kann der Flexprint zum Sensor abgesteckt werden.

Als nächstes wird die Motoreinheit gelöst und der Motor vom Objektivgehäuse getrennt.

Auf dem Print befinden sich einige Komponenten, wie Steckverbindungen und kleine Gabellichtschranken, die im Obektiv(Objektivposition) und in der Motoreinheit (2 Stück als Inkrementalencoder und zur Drehrichtungsbestimmung)verbaut sind. Diese werden mit kleinen Metallbügeln in Position gehalten und müssen vor dem Ausbau der Objektiveinheit gelöst werden.

Objektiv, Antriebseinheit und Mainboard sind ausgebaut. Alle Steckverbindungen zwischen Optik und dem Antriebsmotor sind zu lösen.

Die Motoreinheit kann nun vom Objektiv getrennt werden. Der Flexiprint ist auf dem Objektivgehäuse mit Tesaband und kleinen Haken befestigt. Diese müssen  gelöst werden.

Mit dem Zerlegen der Motoreinheit geht´s nun weiter. Im Kunststoffgehäuse des Motorgetriebes befinden sich, wie zuvor erwähnt, zwei Gabellichtschranken, die auch mit einer Klammer festgehalten werden. Diese kann einfach ausgeklipst werden. Zum Abschluß des Ausbaus muß noch der Motor abgelötet werden. Nun ist der Flexiprint frei und der heikle Schritt kann beginnen.

Die kleinen SMD Steckverbinder sind vom alten Print abzulöten und wieder auf dem neuen Print zu befestigen. Bei dieser Arbeit ist sauberstes Handtieren gefragt, da die kleinen Kunststoffgeäuse beim Auslöten sehr leicht zerstört werden können. Ich empfehle hier, den Print nur von der Unterseite zu erwärmen, und dann den Stecker mit einer Pinzette abzuheben. Sonst läuft man schnell Gefahr, den Kunststoff des Steckers durch zuviel Hitze zu verformen. Ist das gelungen, können die Stecker auf dem neuen Flexiprint angelötet werden.

Die selbe Arbeit ist auch bei den Gabellichtschranken durchzuführen. Dann sind nur mehr die Kontakte des Motors an den dafür vorgesehen Positionen in der Flexplatine anzulöten.

Wenn das geklappt hat, kann der Zusammenbau in umgekehrter Reihenfolge erfolgen. Beim Biegen der Flexplatine in die richtige Position kann man sich an der alten Platine orientieren. Dann sollte der Einbau kein Problem sein. Vor dem Anbringen der Kamerarückwand (hinterer Deckel) sollte ein Funtkionstest durchgeführt werden. Das Objektiv muß auch ohne Monitor und Bedientastenfeld aus- und wieder einfahren. Wenn auch das funktionert, dann kann finalisiert werden. In meinem Fall war die Reparatur erfolgreich. Mal sehen wie lange es hält, bis wieder eine Leiterbahn im der flexiblen PCB bricht…

Panasonic AG-6400 VHS-Portable

Panasonic AG6400

Ein neues Mitglied in der Sammlung alter Geräte aus dem Bereich Multimedia ist der AG-6400 von Panasonic. Beim AG-6400 handelt es sich um einen (semi)professionellen Videorecorder aus den 80iger Jahren. Das Gerät zeichnet auf VHS Magnetbänder auf  und gibt diesen Standard auch wieder. Es ist tragbar und war der Recorder für die Videocameras der damaligen Zeit. Die Energie bezieht er aus 12V Akkus der Bauform NP1 und kann ca. 27W für die an ihn angeschlossene Camera bereitstellen. Das war inetwa der Leistungsbedarf einer 3-Röhrencamera.

Auch dieses Gerät hatte einige Spuren der Zeit abbekommen, die seine Funktion weitgehend einschränkten. Einfach gesagt – er war defekt. Dieser Defekt äusserte sich in einer festsitzenden Capstan-Welle. Zuerst dachte ich, die Welle war aufgrund von Korrosion ‚festgefressen‘, doch der Grund war ein ganz anderer. Interessanter Weise war ein Kugellager aus seiner Presspassung herausgedrückt worden, sodass die an der Welle befestigte Schwungscheibe die Spulenkörper des Capstan-Motors berührte. Durch die Magneten in der Schwungscheibe wurde sie richtig fest gehalten. Dieser Fehler ließ sich durch Zurückdrücken des Kugellagers und anschließendes Fixieren  einfach und schnell beheben.

Der Recorder ohne Gehäuse
Ausgeklappte Platinen (Serviceposition)
Blick auf die Mechanik (Kopfscheibe etc.)

Nach der Reparatur des mechanischen Fehlers und einem ersten Funktionstest, war noch auf dem Powerboard ein Fehler der 5V Spannungsversorgung zu finden. Dieser äußerte sich durch ein Nichtanlaufen sämtlicher Antriebe. Hier war im Schaltwandler eine IC-Sicherung defekt. Diese wurde duch eine defekte Schottky-Diode der Buck-Converterschaltung ausgelöst. Auch dieser Fehler war schnell behoben. Und nach einer Überprüfung und Justage der Betriebsspannungen nach den Sollwerten des Servicemanuals, verrichtete das Laufwerk wieder seinen Dienst. Ich war sogar über die hervorragende Bildqualität erstaunt, die das Gerät wiedergeben konnte. Durch seine kompakten Abmessungen kann ich den AG6400 zukünftig sogar zum Digtalisieren alter VHS-Bänder einsetzen.

Aufwendige Verdrahtung zwischen den Boards

 

Frontansicht ohne Gehäuse

In den Datenblättern und der Werbung zu dem  AG-6400 hat der Hersteller einige Features und Funktionen sinngemäß wie folgt beworben:

High Quality Bildwiedergabe
Die Bandgeschwindigkeit entspricht dem VHS Standard bei einer Videospurbreite von 49µm. Mehrere Technologien zur klaren und detaillierten Bildwiedergabe sind in dem Gerät vereint.

HI-FI Sound
Ein Vierkanal System bestehend aus zwei ’normal‘ Audiokanälen mit Dolby Rauschunterdrückung und zwei ‚HD-Sound‘ Kanälen ermöglichen den Genuss von High Quality Aufnahmen. Eine 3.5mm Kopfhörerbuchse sowie zwei 6.3mm Mikrofonbuchsen zur getrennten Einspeisung beider Kanäle samt getrennter Aussteuerung mit VU-Metern runden das Spektrum der Audiooptionen ab.

VU-Meter und Audioregler

Time Code Aufnahme und Wiedergabe
Zur Steuerung in linearen Schnittsystemen ermöglicht der Recorder die Aufzeichnung von externen EBU Timecode Signalen auf Kanal 2 der Längsspur.

Externer Cameraanschluss
Ein Anschluß für eine externe Camera mit einer maximalen Leistungsaufnahme mit bis zu 27W ist ebenfalls vorhanden. Hier können Cameras mit 3-Röhren Vidicon System angeschlossen werden.

Ein Schema mit den Anschlussmöglichkeiten ist im folgenden Bild dargestellt:

Anschlußschema de AG6400 (Bild: Herstellermanual)

Technische Daten:

Hersteller National/Panasonic  Central Osaka Japan
Baujahr ca. 1988
System VHS Portabel Videorecorder
Energieversorgung DC 10.5 bis 16V
Leistungsaufnahme 14Watt, (mit Camera ca. 41W)
Videosystem Vierkopf Rotationssystem (helical scanning)
Luminanz FM azimuth recording
Farbsignal Unterträger Phasenshift Recording
Video SNR 43dB
Audiosystem Normal und HD-Audio
Normalton 1 feststehender Audiokopf
HD-Audio 2 rotierende Köpfe, 1 Löschkopf
Stereoton Normalstereo (2Kanäle über Längsspur )
  HD-Stereo (2Kanäle über Schrägspur)
TV-System CCIR (625 Zeilen, 50Halbbilder) PAL Colour
Bandgeschwindiglkeit 23.39mm/s
Umspuldauer(180min) Band 4.5min
Abmessungen 222x90x270mm
Gewicht 3.0kg (ohne Batterie)

Sony Video8 Walkman GV-8E

Sony GV-8E

Gelegentlich stöbere ich auf Flohmarkt Webseiten nach Vintage- und Retrogeräten aus den 70er, 80er und 90er Jahren. Wenn ein absolutes Schnäppchen in Sicht ist, dann schlage ich zu und opfere ein paar Euro. Dieses Mal habe ich eine ganze Kiste mit portablen Medienwiedergabegeräten der Marke Sony gefunden. Das Ganze hat mich gerade einmal den Gegenwert einer Packung Cafe gekostet. Allerdings ist auch der Zustand der Geräte, was die Funktion betrifft, unbekannt. Ein besonders schönes Stück (ja – das liegt immer im Auge des Betrachters) aus dieser Kiste ist der Videowalkman GV-8E von Sony. Das ist ein portabler, analoger Video Player/Recorder, der einen VHF/UHF Fernsehtuner und einen LCD Monitor in einem Gerät integriert hat. Das mag zwar heute nichts Aufregendes mehr sein, jedoch war der GV8E zur Markteinführung 1988 ein sehr schönes und teures Stück Technik. Also landet der Portable auf meinem Tisch und bekommt vom Netzteil seine 6V DC Versorgung. Die Ernüchterung kommt dann auch so schnell wie die anfängliche Euphorie. Das Gerät zeigt trotz aufrechter Energieversorgung keinerlei Funktion. Es reagiert auf keinen Tastendruck, es leuchtet keine Led. (Irgendwie habe ich das auch schon so oder ähnlich erwartet)

Doch der Ehrgeiz ist zu groß, nicht doch einmal in das Innere des Gerätes zu blicken und nach dem Problem Ausschau zu halten. Schnell habe ich mit dem Zerlegen begonnen und das Gerät einmal grob ein seine Komponenten aufgeteilt. Im Netz findet man die Serviceunterlagen,  die hier sehr hilfreich sind.

GV8E in Einzelteilen

Nach der Begutachtung des Blockschaltbildes des gesamten Systems, war der Start der Fehlersuche das DC/DC Converterboard. Diese von einem Schirmblech umhüllte Platine produziert aus der 6V Eingangsspannung sämtliche, für die Versorgung der einzelnen Komponenten benötigten Spannungen. Eine Messung an den Testpins am Board zeigte, dass einige Spannungen fehlten. Also muß hier schon ein Problem zu suchen sein.

Lötseite des DC/DC Converter Boards
Bauteilseite des DC/DC Converter Boards

Nach dem Entfernen des Schirmblechs und einer Inspektion der Bauteile ist mir eine defekte 1.6A Sicherung (F103) aufgefallen. Diese Sicherung schützt den Primärkreis des Schaltwandlers. Aus dem Plan ist ersichtlich, dass der Transistor Q114 niederohmig war und so das Auslösen der Sicherung verursacht hat.

Auszug aus dem Schaltplan des DC/DC Converters

Bei dem Transistor handelt es sich um einen 2SB1121 Bipolar PNP Transistor. Den hatte ich natürlich nicht in meiner Sammlung. Also die Bauteilekisten nach einem geeigneten Ersatz durchforstet…

Ersatz für 2SB1121 ist ein PBSS5250Z

Gefunden habe ich dann einen PBSS5250Z, der zwar ein etwas größeres Gehäuse hat, aber dafür seinen Dienst in der Schaltung verrichten sollte.

Defekter Q114 ausgebaut

Aufgrund der größeren Bauform und des geringen Platzangebotes konnte ich den Ersatztransistor nur stehend einlöten.

Q114 erneuert

Jetzt fehlt noch eine neue Sicherung in der Platine. Nach dem Einbau und der Überprüfung der weiteren Bauteile in den betroffenen Stromkreisen ging´s an den nächsten Funktionstest. Alle Boards wieder elektrisch miteinander Verbunden und 6V an die Batterieklemmengelegt – und siehe da, das Powersupply Board fährt hoch und die Spannungen sind da. Jetzt lässt dich der GV8E mit dem Powertaster wieder einschalten, die LED leuchtet auch und aus dem Lautsprecher ist ein leises Rauschen zu hören. Jedoch läuft keiner der Laufwerksmotoren und der LCD-Monitor bleibt auch dunkel. Beim Betätigen des „Ejekt“ Tasters leuchtet die LED ganz kurz, aber der für den Auswurf des Kassettenfaches zuständige Motor läuft nicht an. Das bedeutet -> weiter nach Fehlern suchen. Zunächst widme ich mich einmal dem LCD Monitor. Der ist schnell ausgebaut und zerlegt. Um so weniger erfreulich, ist der Zustand der Platine. Hier haben die „verwesenden“ Elektrolytkondensatoren mit ihren „Körperflüssigkeiten“ gewütet. (Damit sind natürlich die Elektrolyte gemeint)

Ausgelaufene Elektrolytkondensatoren

Die flüssigen Elektrolyte der Elkos sind über die Jahre ausgelaufen und haben die Leiterbahnen und auch die Lötstellen angegriffen. Teilweise ist es so schlimm, dass kleine Bauteile, wie SMD Transistoren und Widerstande, schon beim Berühren von der Platine abfallen. Spätestens jetzt ist es unbedingt notwendig, den Schaltplan des Gerätes bei der Hand zu haben. Sonst wird´s nachher schwer, die fehlenden Teile wieder richtig nachzubestücken. Aber vorher mussten die alten Elkos erst einmal entfernt werden.

so sieht die Platine unter den Elkos aus

Mit Leiterplattenreiniger konnte ich die Reste der Elektrolyte entfernen, um dann erst die Beschädigungen an der Platine  zu sehen. Korrodierte Bereiche mussten mit einem Glaspinsel angeschliffen und verätzte Bauteile erneuert werden. Nach einer erneuten Reinigung haben die neuen Kondensatoren (diesmal Keramik-Vielschicht-Kondensatoren anstelle der Elkos) ihren Platz gefunden.

Platine mit neuen Bauteilen

Nach dieser Prozedur war es dann soweit. Der nächste Funktionstest startete. Nach dem erneuten Verbinden sämtlicher Steckverbindungen und der Energieversorgung gab es weitere Lebenszeichen. Die Hintergrundbeleuchtung (CCFL) startete wieder und in der linken oberen Ecke war „00:00“, die blinkende Uhr des Onscreendisplays zu erkennen… Leider war das auch schon alles. Die OSD-Darstellung war sehr verschwommen und der Rest des Bildes war weiss. Die Helligkeitsregler reagierten nicht. Also musste das Board unter die „große“ Lupe.

Das Board des LCD-Monitors hatte noch viele unterbrochene Leiterbahnen, die mühevoll mit einzelnen Litzen und Kupferlackdraht repariert werden mussten. Es waren auch noch einige SMD Komponenten (Widerstände und Transistoren) an ihren Anschlüssen derart korrodiert, dass hier nur ein Austausch half. Das Ergebnis sieht zwar etwas wild aus, aber ein weiterer Funtkionstest verlief dann endlich positiv.

Repariertes Displayboard

Nachdem ich den Monitor wieder zusammenbaut hatte, ging´s an das Laufwerk. Auch hier habe ich zuerst alle SMD-Elkos geprüft bzw. erneuert, da wirklich ALLE ausgelaufen waren. Glücklicherweise waren die Platinen hier nicht so extrem verätzt und konnen einfach gereinigt werden. Dann kam der Funktionstest. Und leider gab es auch hier noch Probleme. Es gab keinen Kassettenfachauswurf und keinerlei Reaktionen eines der Antriebe. Nach dem Studium des Servicemanual und dem Messen vieler Versorgungsspannungen konnte ich einen Prozessor als Fehlerquelle ausmachen. Es handelt sich um einen SONY CXP80116.

Sony CXP80116

Dieser Chip steuert sämtliche Antriebe, Leds, fragt Sensoren ab, etc.. Für das Auswerfen des Kassettenfaches ist er auch zuständig. Über Pin 20 und 21 steuert er ein TreiberIC (Brücke)  an, das wiederum den Lademotor versorgt. Und genau die beiden Ausgänge blieben auf 0V.  Wenn die „Eject“ Taste betätigt wurde, waren anstelle der 5V nur ein paar Millivolt zu messen. Also stand zuerst der Verdacht nahe, der Treiber IC hat einen Fehler und zieht die Ausgänge des Controllers hinunter. Also die Ausgänge vom Controller zum Motortreiber getrennt und an den Motortreibereingang direkt 5V angelegt – und siehe da, der Lademotor wurde angesteuert. Also liegt der Fehler am 80116er. So einen konnte ich nach einigem hin und her auch noch finden und tauschte ihn aus. Ein erneuter Test erfreute mich, denn die Kassette konnte wieder geladen werden und die Kopftrommel startete.

Und schon zeigte sich das nächste Problem. Einer der beiden Ladearme fuhr nur den halben weg und blieb dann hängen. Das bedeutet, auch die Mechanik des Laufwerks muß ich zerlegen. Gesagt – getan. Glücklicher Weise war nur ein kleiner Bolzen schuld, der einen Mitnehmerhebel festhält. Dieser hatte sich gelockert und ist herausgerutscht. Das Problem war also schnell behoben. Jetzt endlich konnte ich wieder einen Funktionstest machen. Und dieses Mal klappte auch alles. Die Kassette wurde geladen, die Kopfscheibe startete, das Band fädelte ein und schlussendlich ließ es sich auch Abspielen. Nachdem ich alle Funktionen getestet hatte, der GV-8E wieder zusammengesetzt werden. Jetzt kann er als „Museumsstück“ in die Vitrine 😉

läuft wieder

 

Technische Daten des GV-8E:

  • Video recording System: Rotierendes Zweikopf-Helical-Scan-FM System
  • Audio recording System: Rotierender Kopf, FM System
  • Videonorm: CCIR, PAL color
  • Kassettenformat: 8mm Videokassette
  • Bandgeschwindigkeit: SP: 2.0051 cm/s LP:1.0058cm/s
  • LCD Bildschirm: 6.2×4.6cm (3inch Diagonale)
  • Bildschirmtyp: TN LCD/TFT active Matrix mit 92.160 Bildpunkte
  • TV-Tuner: VHF Kanal 2-12, UHF Kanal 21-69
  • Anschlüsse: RF-Antenne, Video Input/ Output Chinch, Audio Input/Output Chinch (mono), Headphone 3.5mm Klinke
  • Energieversorgung 6V (Akku oder Netzadapter)
  • Leistungsaufnahme: 7.1W
  • Abmessungen: 129x67x213mm
  • Gewicht: 1.15kg ohne Akku
Typenschild des GV -8E

 

Langzeitmessungen mit Keithley und Matlab

Keithley2000 Tischmultimeter

Ein alter Begleiter im Bereich Messgeräte ist das Tischmultimeter von Keithley. In unseren Labors  werden vorwiegend die Typen der 2000er Serie eingesetzt. Es gibt sie in unterschiedlichen Ausstattungsvarianten betreffend der Schnittstellen zur Aussenwelt. Hier ist GBIP-Bus natürlich ein Standard, ebenso wie RS232. Die neueren Geräte besitzen mittlerweile ein LAN Interface mit dem eine Kommunikation über das InternetProtokoll möglich ist. Über jede dieser Schnittstellen kann über „Standard Commands for Programmable Instruments“ (SCPI) mit dem Gerät kommuniziert werden. In diesem Beispiel werde ich das Keithley 2000 über Matlab ansteuern und zyklisch über einen längeren Zeitraum Messwerte auslesen, diese in Matlab speichern und schlußendlich in einem Plot ausgeben – quasi einen simplen Datalogger konfigurieren. Der Zweck dieses Aufbaus ist es, den Spannungsverlauf (bzw. auch Strom) eines Akkus bzw. Batterie eines Low-Energie Device zu erfassen.

Rückseite des Keithley 2000
GPIB Interface (IEEE488)
RS232 Schnittstelle

In diesem Beispiel werde ich die serielle Datenübertragung per klassischer RS232 Schnittstelle verwenden, da diese für meine Anwendung vollkommen ausreicht. Zudem kann ich mir die Installation der Treiberpakete für das GPIP-USB Interface ersparen. 🙂 Da viele der aktuellen Rechner und Laptops auch keine RS232 Ports mehr haben, muß ein USB-RS232 Adapter (beispielsweise FTDI232 etc.) her.

USB-RS232 Adaper am Keithley2000

Ist die Verbindung zwischen dem Multimeter und dem Rechner hergestellt, kann, wie in diesem Beispiel, über ein Matlabscript kommuniziert werden. Dem Keithley muß nur mehr mitgeteilt werden, dass es über die serielle Schnittstelle „sprechen“ soll. Die folgenden Code-Schnipsel zeigen, wie man einfach über SCPI Daten auslesen kann:


serialObject = instrfind('Type', 'serial', 'Port', 'COM26', 'Tag', '');
%serialPort = 'COM23';
%serialObject = serial(serialPort,'BaudRate',9600, 'DataBits',8);

if isempty(serialObject)
serialObject = serial('COM26','BaudRate',57600, 'DataBits',8);
else
fclose(serialObject);
serialObject = serialObject(1)
end

%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%
%
% Sourcemeter 2000 setup
%
%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%%
fopen(serialObject)
% fprintf(serialObject,':*RST')

time = now;
voltage = 0;
%%
figureinstanz = figure('NumberTitle','off',...
'Name','Spannungslogg',...
'Color',[0 0 0],'Visible','off');
plotinstanz = plot(voltage,time,'Color','red');

%% Messzeit und evtl Messintervall
stoptime = 10; %60 seconds
timeInterval = 1; % brauch' ma jetzt nicht

% Messgeraet einstellen
fprintf(serialObject,':SOUR:FUNC:MODE CURR'); % current source selection.
fprintf(serialObject,':SOUR:CURR:MODE FIXED'); % changes voltage mode to fixed
fprintf(serialObject,':SOUR:CURR:LEV 0'); % sets current to 0

fprintf(serialObject,':SENS:FUNC "VOLT"');
fprintf(serialObject,':SENS:VOLT:PROT 4');
%fprintf(serialObject,':SENS:CURR:RANG:AUTO ON');
fprintf(serialObject,':SENS:VOLT:RANG 10');
fprintf(serialObject,':FORM:ELEM VOLT');

% %fprintf(serialObject,':TRAC:COUN 1');
% %fprintf(serialObject,':TRAC:FEED:CONT NEV');
%
%
% fprintf(serialObject,':TRAC:CLE');
%
% fprintf(serialObject,':TRAC:POIN 10');
% fprintf(serialObject,'TRAC:FEED:SENS');
% fprintf(serialObject,'TRAC:FEED:CONT NECT');
% fprintf(serialObject,'TRIG:COUN 10');
% fprintf(serialObject,':OUTP ON');
%
% fprintf(serialObject,':INIT');
% fprintf(serialObject,':TRACE:DATA?');

%% Daten abholen
count = 1; voltage(1)=4
tic;
time=toc;
% while time<=stoptime
while voltage>=1.5
% fprintf(serialObject,':INIT');
% fprintf(serialObject,':TRAC:FEED SENS');
% fprintf(serialObject,':TRAC:DATA?');
%
fprintf(serialObject,':READ?');
voltage(count) = fscanf(serialObject,'%f');
time(count) = toc;
set(plotinstanz,'YData',voltage,'XData',time);
set(figureinstanz,'Visible','on');
pause(timeInterval);
count = count +1;
end

figure(1);
plot(time,voltage);
grid on; hold on;
xlabel('Zeit [s]'); ylabel('Batteriespannung [V]')
title('Spannungsverlauf Batterie 3V Lithium (2032 mit Modul) im default mode');

% fprintf(serialObject,':OUTP OFF');
%% Put the instrument in local mode
fprintf(serialObject,'SYSTEM:LOCAL');
fclose(serialObject);

Wie so ein Datalog dann aussieht ist in der folgenden Grafik dargestellt. Hier ist der Spannungsverlauf einer nahezu entladenen Batterie bis zum Abschalten des Verbrauchers über die Zeit aufgezeichnet worden.

Frohe Weihnachten 2017

Frohe Weihnachten an die Besucher des Blogs!

Das dritte Jahr „Technik- und Retroblog“ ist jetzt um und ich habe es geschafft, mindestens einen Beitrag im Monat zu erstellen. Es gibt auch noch reichlich Material aus alten Zeiten, worüber ich hier wieder posten möchte. Die Zugriffsstatistik auf die Blogseite zeigt mir auch, dass sich auch einige Besucher hierher verirren…

Ich bin auch immer wieder auf der Suche nach kleinen, kuriosen Geräten und Spielzeugen aus den 70er, 80er Jahren. Doch Vieles ist nicht mehr zu bekommen und komplett verschwunden. Es wird leider immer schwieriger Dinge aus seiner Jugendzeit zu finden. Aber wir werden sehen, was das neue Jahr bringen wird 🙂

In diesem Sinn:

Fröhliche Weihnachten und schöne Feiertage!

 

LCR-Meter über Matlab auslesen

LCR-Meter 4297A Agilent

In diesem Post möchte ich mich einmal etwas anderem widmen. Es geht nicht um Retrotechnik, sondern um eine Kleinigkeit, die mir das Arbeiten im Büro erleichtert. Eines der vielen Messgeräte mit denen ich zu tun habe, ist ein Agilent LCR-Meter. Mit dem LCR-Meter 4297A kann man bekannterweise ja die Induktivität, die Kapazität, etc. von elektrischen Bauteilen und generell von Strukturen, die dem Bereich der Elektronik/Elektrotechnik zugeordnet sind, messen. Grob gesagt, der 4297A misst eigentlich nur Strom / Spannung, die Phasenlage  zwischen den beiden und die Energierichtung. Und das bei einer bestimmten Frequenz. Mathematisch werden dann aus diesen Paramatern alle Größen wie L,C,R,X,Y,Q,PHI,… errechnet und ausgegeben. Die Frequenz hier hierbei vom 1MHz bis 3GHz (in 100kHz Schritten) einstellbar. Idealerweise kann das Messgerät nicht nur in einem Frequenzpunkt messen, sondern auch in vielen. Mit „vielen“ ist hier gemeint, dass das Messgerät Frequenztabellen mit 32 Einträgen erzeugen kann. Von diesen Tabellen existieren acht Stück. So ist es möglich, den Verlauf einer gemessenen Größe in Form einer Kurve darzustellen. Allerdings ist das ziemlich umständlich. Die Inhalte der Tabellen müssen händisch (als „csv“ Dateien) Tabelle für Tabelle exportiert und gespeichert werden. Das bedeutet, jede Tabelle muss einzeln angewählt werden. Danach ist der Dialog „Export List View“ zu selektieren – dann ein Speicherpfad und Dateiname anzugeben. Erst jetzt werden die ersten 32 Datensätze exportiert. Dieser Vorgang ist insgesamt acht mal zu wiederholen. Gespeichert wird auf eine 3,5 Zoll Floppy Disc – das einzige verfügbare Medium. Man könnte den 4297A optiona auch in ein LAN hängen und eine Dateifreigabe einrichten. Der händische Export bleibt aber nicht erspart. Auf einem „normalen“ Rechner können die  .csv Files jetzt geöffnet werden. Die müssen dann im postprocessing händisch zusammengefügt werden. Erst jetzt kann aus den Daten ein Diagramm gebastelt werden. Hier bietet sich als Tool Matlab von Matworks an, das in unseren Laboren im Rahmen der Ausbildung häufig eingesetzt wird.

NI GPIB – USB Controller

Um diesen umständlichen Prozess wesentlich zu vereinfachen, habe ich ein kleines Skript erstellt, das über die SCPI – Befehle (Standard Commands for Progammable Instruments) mit dem Messgerät kommuniziert. Das soll heissen: Das Messgerät ist über einen GPIB-USB Controller mit einem PC verbunden. Auf dem PC befindet eine Matworks Matlab Installation samt den benötigten Toolboxen. Das Matlab-Script soll nun einfach die Tabellen der Reihe nach durchschalten und die Inhalte der einzelnen Parameter auslesen und einem Array speichern. Der Inhalt der Arrays wir dann direkt in einem Plot dargestellt. Diese Methode bedient sich aber nur der Inhalte der Tabellen. Es wäre natürlich auch möglich, über das Script in einer Schleife jede gewünschte Frequenz direkt einzustellen, die Messwerte auszulesen, die nächste Frequenz anzuwählen usw.  Das würde max. 29990 Punkte über den gesamten Frequenzbereich ergeben. Die acht Tabellen á 32 Punkte erlauben hingegen nur 256 Punkte. Das ist fürs erste aber ausreichend und auch viel schneller.

Transmission Line 50 Ohm mit Abschlusswiderstand
die Leitung ist terminiert

In dem Beispiel ist der Impedanzverlauf (Z-Verlauf) einer 50 Ohm Transmissionline dargestellt. Das Ende der Leitung ist dabei mit einem 50Ohm Widerstand abgeschlossen. Der Frequenzbereich ist 1MHz bis 3 GHz. Anders sieht es aus, wenn die Leitung offen oder kurz geschlossen ist. Die elektromagnetische Welle wird dann nicht, wie bei dem „gematchten“ System am Ende der Leitung in Wärmeenergie umgewandelt, sondern zurück in das System reflektiert.

die Leitung ist kurzgeschlossen

Das folgende ganz einfache Matlabscript ermöglicht das Auslesen der Messgeräteparameter. Das Script dient als Beispiel, wie man schnell zu den Messdaten kommt. Im Programmingmanual des Herstellers vom LCR-Meter sind alle SCPI Commandos und reichlich Beispiele angeführt, mit denen man mit dem Messgerät kommunizieren kann.


%auslesen der agilent LCR Keule 4287A
%gekodet von ingmar bihlo Ende November 2017

%anschluss über gpib ni adapter
%LCR gpip adresse: 5
%%
%vorarbeiten an LCR Keule
%
% Es müssen 8 Tabellen mit je 32 Punkten definiert sein
% (power und average ist egal, wird nicht ausgelesen)
% die CALibration muss gemacht worden sein
% unter "measurement parameters" muessen vier parameter definiert sein
% zb. Z, qhi, R, L, etc... diese sind dann in den variablen param1 bis 4
% enthalten

%%

% gpib interface oeffnen und identifier lesen
g = gpib('ni', 0, 5);
g.InputBufferSize = 100000; % Set the buffer size
fopen(g);
fprintf(g, '*IDN?')
idn = fscanf(g);
fclose(g);

num1all=0; % initialisieren der variablen für den summenvector
num2all=0;
num3all=0;
num4all=0;
freq=0;

fopen(g);
%read list parameters (frequency points)
fprintf(g, ':SOUR:LIST?');
fpoint=fscanf(g);
listchar=strsplit(fpoint,',');
list=[cellfun(@str2num, listchar(:,1:end))]
clear listchat; clear fpoint;

%analyze list content
points=freq(1);

for i=1:8
%Tables selecten
fprintf(g, strcat(':SOUR:LIST:TABL 0',num2str(i)));
pause(1); %pause 1s zum umschalten der tabelle

%parameter1 abholen
fprintf(g, ':DATA:FDAT1?'); %parameter 1 anfragen
par1=fscanf(g); %parameter 1 holen

string1=strsplit(par1,','); %parameter 1 string nach komma zerlegen
%num1=[cellfun(@str2num, string1(:,1:end))] %parameter 1 strings in dec konvertieren
num1=[cellfun(@str2num, string1(:,1:end))];
num1all=[num1all,num1]; %parameter1 aktuell mit parameter1 aus vorherigem durchlauf concentenaten

fprintf(g, ':DATA:FDAT2?');
par2=fscanf(g);
string2=strsplit(par2,',');
num2=[cellfun(@str2num, string2(:,1:end))]
num2all=[num2all,num2];

fprintf(g, ':DATA:FDAT3?');
par3=fscanf(g);
string3=strsplit(par3,',');
num3=[cellfun(@str2num, string3(:,1:end))]
num3all=[num3all,num3];

fprintf(g, ':DATA:FDAT4?');
par4=fscanf(g);
string4=strsplit(par4,',');
num4=[cellfun(@str2num, string4(:,1:end))]
num4all=[num4all,num4];

%read list parameters (frequency points)
fprintf(g, ':SOUR:LIST?');
fpoint=fscanf(g);
listchar=strsplit(fpoint,',');
listraw=[cellfun(@str2num, listchar(:,1:end))];
list=listraw(:,2:end); %von pos2 das feld schreiben (an pos ist die anzahl der zeilen)

for c=1:3:96
freq=[freq,list(c)]; %von jedem 3. wert aus list ein neues array bilden
end

clear listchat; clear fpoint;

pause (1);
end

%%

%ausgabevariablen festlegen
frequency=freq(:,2:end);
param1=num1all(:,2:end);
param2=num2all(:,2:end);
param3=num3all(:,2:end);
param4=num4all(:,2:end);

%%
% Cell array richtig uma drahn
x1=param1(1:32);
y1=param1(33:256);
param1 = [y1 x1];

x2=param2(1:32);
y2=param2(33:256);
param2 = [y2 x2];

x3=param3(1:32);
y3=param3(33:256);
param3 = [y3 x3];

x4=param4(1:32);
y4=param4(33:256);
param4 = [y4 x4];
%%
%uerberflüssige variablen loeschen
clear c; clear i; clear list; %clear freq;
clear par1;clear par2;clear par3;clear par4;
clear string1;clear string2;clear string3;clear string4;
clear num1all;clear num2all;clear num3all;clear num4all;

fclose(g);

%plotten der ergebnisse
figure(1);
plot(frequency,param1);
grid on; hold on;
xlabel('Frequency [Hz]'); ylabel('Measurement Parameter1 |Z| [Ohm]');
title('Agilent LCR Keule');

figure(2);
plot(frequency,param2);
grid on; hold on;
xlabel('Frequency'); ylabel('Measurement Parameter2');
title('Agilent LCR Keule');

figure(3);
plot(frequency,param3);
grid on; hold on;
xlabel('Frequency'); ylabel('Measurement Parameter3');
title('Agilent LCR Keule');

figure(4);
plot(frequency,param4);
grid on; hold on;
xlabel('Frequency'); ylabel('Measurement Parameter4');
title('Agilent LCR Keule');

Kassettenrecorder SONY TC150B

Sony TC-150 Kassettenrecorder

Der Sony TC-150 ist das neueste, alte Mitglied in der Sammlung. Wiederum als Defektgerät erworben, fand dieses Schätzchen einen Platz in der Werkstatt. Nach einer schnellen Inspektion war gleich klar, hier hat der Zahn der Zeit genagt und wie oft üblich, die Antriebsriemen spröde gemacht, bzw. sie zersetzt. Ansonsten ist das Gerät in tadellosem Zustand, kaum Krazter und Beschädigungen am Gehäuse. Auch das Batteriefach war sauber. In dem Gerät befinden sich vier unterschiedlich lange Vierkanriemen.

die zu erneuernden Riemen

Geeignete Ersatzriemen bekommt man beispielsweise bei einem großen Elektronikhandel, der in Österreich mit sechs Megastores vertreten ist. Unter der Bezeichnung „Antriebsriemensortiment“ und „1.1mm Kantenlänge“ wird man schnell fündig. Weniger schnell geht das Austauschen der Riemen. Hier sollte man sich zumindest eine halbe Stunde Zeit nehmen und das Zerlegen des Laufwerks vorsichtig angehen.

Um zu den Riemenscheiben zu gelangen, bzw. diese weiter freischrauben zu können, muss die Hauptplatine abgenommen werden. Dies geht aber nur, wenn einige Leitungen abgelötet werden. Erst dann kann man die Platine hochklappen. Ist das erledigt, kann man die Haltebleche über den Riemenscheiben abschrauben.  Sie bilden den Gegenhalt der Schwungräder (Kapstanwelle). Bei dieser Gelegenheit bietet es sich an, die Kapstanwelle auf Schmutz (durch Bandabrieb) und Beschädigungen zu prüfen, bzw. sollte sie gereinigt werden. Auch die Andruckrolle darf nicht ausser Acht gelassen werden. Bei diesem Modell war beides in einem super Zustand. Die Andruckrolle war weder verglast und spröde, noch mit Bandabrieb verunreinigt oder eingelaufen. So konnte ich die neuen Riemen auflegen. Der Hauptriemen vom Motor wird mit einer Drehung von 90° aufgelegt. Hier sollte man sich, falls noch vorhanden, die Einbaulage des alten Riemens merken, oder nach dem Auflegen des neuen Riemens zumindest einen kurzen Probelauf machen.

Dreht sich wieder alles (und vorallem auch in die richtige Richtung) dann kann mit dem Zusammenbau begonnen werden. Drähte wieder anlöten, Platine verschrauben und schon ist die „Reparatur“ beendet. Sollte man eine Testkassette besitzen, so können hier noch einige Parameter, wie zum Beispiel Bandgeschwindigkeit oder die Spurlage des Tonkopfes überprüft und gegebenfalls justiert werden.

Der TC150 nach Austausch der Riemen
Das VU-Meter zur Aufnahmeaussteuerung und Batteriekontrolle

 

Technische Daten des SONY TC-150:

Hersteller:                             Sony
Type:                                         TC-150 (Europa) bzw. BT-50 USA
Herstellungsjahr:              ca. 1977 – 1982 (lt. diverser Internetquellen)
Modellart:                             portabler Kassettenrecorder
                                                     (Cassette Corder)
Hauptprinzip:                      NF-Audio
                                                     Magnetbandaufzeichung/Wiedergabe
Bandgeschwindigkit:      4.8cm/s
Magnetköpfe:                     1 Aufnahme-/Wiedergabekopf
                                                     1 Löschkopf (Permanentmagnet)
Halbleiter:                             8 Tranistoren, 5 Dioden, 2IC´s, 1 FET
Leistungen:                           Ausgangsleistung: max 360mW
                                                     Leistungsbedarf Versorgung: max 9W
Versorgungsspannung: Batterie 4×1.5V AA, oder Akkupack BP28
                                                     12V Caradapter bzw. 6V 4W Steckernetzteil
Betriebszeit:                         2.5h bei kontinuierlicher Aufnahme
Lautsprecher:                      Dynamischer 5cm Lautsprecher
Abmessungen:                    174 x 29.5 x 113 mm (BxHxT)
Gewicht:                                 ca. 769g

 

 

 

Mini-TV Broksonic

Broksonic CIRT-2097T

Dieses schöne, kleine, neue Stück Technik aus den achziger Jahren ist zu meiner Sammlung dazugekommen. Es ist ein kleiner Röhrenfernsehempfänger mit Radioteil mit der Bezeichnung CIRT-2097T von dem Hersteller Broksonic (ist lt. Internetrecherchen eine US-Firma). Das Gerät habe ich mit dem Attribut „defekt“ ganz günstig über eine Flohmarktplattform  erhalten.  Also dachte ich, das Risiko kann man eingehen und einen Reparaturversuch wagen. Was Großartiges kann ja nicht kaputt sein – wenn´s nicht gerade die Bildröhre ist.

Das Innenleben des Broksonic

Nach einem kurzen Funktionstest mit dem Steckernetzteil, zeigte sich schnell, dass sich nichts zeigte. Kein Bild – kein Ton, kein gar nix. Da das Gerät auch ein Batteriefach besitzt, wollte ich als nächstes versuchen, die Energieversorgung über die Batterieklemmen einzuspeisen um zu sehen, ob hier vielleicht schon ein Problem liegt. Und da war es auch schon – das Problem. Der Batteriedeckel war fast nicht abzubekommen, er hielt wie angeklebt. Nach einigem hin und her, bekam ich den Deckel dann doch noch zerstörungsfrei ab und es offenbarte sich die Ursache der „Verklemmung“ oder besser „Verklebung“. Im Batteriefach befanden sich (wahrscheinlich schon seit 20, oder mehr Jahren) immer noch Batterien. Die waren in einem schlimmen Zustand, total korrodiert und ausgelaufen. Teilweise war der äussere Mantel der Zelle verätzt und nicht mehr vorhanden. Ohje – dachte ich, hoffentlich hat sich das ausgelaufene Dielektrikum nicht ins Innere des Gerätes bewegt und dort Schaden angerichtet. Es blieb mir nichts anderes übrig, als alles zu zerlegen und zu überprüfen. Und da offenbarte sich dann  das Übel:

Von Batteriedielektrikum beschädigte Platine

In etwa ein Viertel der TV-Platine war mit der Batterieflüssigkeit in Kontakt gekommen. Und das Zeug hat ganze Arbeit geleistet und Leiterbahnen und Anschlussdrähte von Bauteilen fast vollständig weggeätzt.

Also habe ich zuerst einmal versucht mit Leiterplattenreiniger,alle Kistalle und den Rest des Batteriesaftes zu entfernen um dann einen genaueren Blick auf die Beschädigungen zu erhalten. Ein paar stichprobenartige Messungen mit dem Ohmmeter zeigten schnell, dass viele Leiterbahnen durchtrennt waren. Es half also nichts, die Leiterbahnen mussten freigelegt werden. Erst dann wäre eine vernünftige Reparatur möglich.

Grobe Reinigung mit der Messingdrahtbürste

Mit einer rotierenden Messingdrahtbürste habe ich dann begonnen, die verätzten Bereiche abzutragen, die Reste des Lötstoplackes zu entfernen und die Kupferbahnen freizulegen.

Feinarbeiten mit Glaspinsel

Nach den groben Vorabeiten musste der Glaspinsel ran. Nur mit dem war es möglich, alle Lack- und Korrosionsreste zu entfernen und schlussendlich die Leiterbahnen freizulegen. Eine langwierige Arbeit…

die freigelegten und reparierten Kupfebahnen

… doch schlussendlich gelang es, alle beschädigten Bereiche freizulegen und zu reparieren. Einige Widerstände und Kondensatoren mussten auch erneuert werden, da deren Anschlussdrähte auch in einem schlechten Zustand waren.

Nach der Reparatur konnte dann ein Funktionstest durchgeführt werden – und siehe da, es war kein weiterer Fehler mehr vorhanden und das Gerät funktionierte schon wieder einwandfrei. Also konnte ich den reparierten Bereich der Platine mit Lötlack vor erneuter Korrosion schützen und das Gerät wieder zusammenbauen.

 

 

 

 

Abschliessend liste ich hier noch eine Übersicht der technischen Daten:

Hersteller:                          Broksonic (US-Firma New York)
Type:                                      CIRT-2097T
Herstellungsjahr:           ca. 1982
Modellart:                          TV+FM Empfänger portable
Hauptprinzip:                   Superhet
Bildschirmdiagonale:  2 Zoll SW Bildröhre
Wellenbereiche:             AM, FM, SW (Radio), VHFI,VHFIII,UHF (TV)
                                                  AM: 535-1605kHz
                                                  SW:3200-9700kHz
                                                  FM:88-108MHzTV:
                                                  VHF Kanal 2-13(US), 2-12 (E)
                                                  UHF Kanal 14-83(US),21-69(E)
Betriebsart:                       Batterie oder Akku, Netzbetrieb mit Steckernetzteil
Versorgungsspannung: Akku 6V, Batterie 6×1.5V AA
Lautsprecher:                    Dynamischer 16 Ohm Lautsprecher mit Permanentmagneterregung
Ausgangsleistung:          150mW
Abmessungen:                  150x53x202 mm (BxHxT)
Gewicht:                                ca 1.1kg

NES Classic Mini : Aus mit Wucherpreisen

Das Unternehmen Nintendo hat im Jahr 2016 die Spielekonsole Nintendo Classic Mini aufgelegt und in den Verkauf gebracht. Sie ist ein Revival der 8-Bit Ur-Spielekonsole Nintendo Entertainment System aus dem Jahr 1983 (Veröffentlichung in Japan) bzw. 1986 (Veröffentlichung in Europa). Die Ur-NES Konsole hat sich ca. 61 Millionen mal verkauft und wurde 1992 von der SNES (Super Nintendo Entertainment System) einer 16Bit Konsole abgelöst. Die Beliebtheit der Nintendokonsolen ist scheinbar so groß, dass die Neuauflage mit einem Verkaufspreis von ca. 60 Euro kurz nach der Veröffentlichung ausverkauft war. Hier witterten Geschäftemacher den großen Deal und boten die Geräte über Amazon, ebay und co zu teilweise horrenden Preisen an. Auch jetzt, knapp ein Jahr später sind sie noch nicht unter 100 Euro zu bekommen. Und Nintendo produziert auch keine weitere Einheiten. Stattdessen hat das selbe Spiel mit dem Revival der SNES Serie in einer Miniaturausgabe begonnen. 

Der NESPI in seiner Verpackung

Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, um mit viel weniger Geld in den Besitz einer miniaturisierten Version dieser Konsole zu gelangen. Um ein paar Euro bekommt man ein Gehäuse namens NESPI CASE, das der NES CLASSIC MINI entspricht, jedoch mit einem großen Unterschied: Den Rechner kann man in Form eines Raspberry PI selber einbauen. Damit eröffnen sich unzählige Möglichkeiten mit Emulatorsoftware eigene Konsolen softwaremäße nachzubauen.  Das NESPI-Case besitzt einen integrierten 4 Port – USB Hub sowie einen LAN Ethernet Connector, der die Anschlüsse des Raspberry PI nach aussen führt. Hierbei sind zwei USB Ports so angeordnet, dass sie als Controller-Anschlüsse dienen. Die weiteren zwei USB Ports sowie der Ethernetanschluss liegen unter der Geräteklappe, wo einst die Spielemodule eingesteckt wurden. Das Gerät ist mit einem Einschalter mit Power LED  sowie einem Reset-Taster ausgestattet.

NESPI Case ausgepackt
Bedienelemente und Anschlüsse

Das Gehäuse wird mit bereits vormontierten Adapterplatinen geliefert. Auch die Schrauben für die Montage des Raspberry Pi, sowie für die Gehäuseschalen sind im Lieferumfang enthalten. Ein kleiner beiliegender Kreuzschraubendreher, sowie ein Zettel mit einer Montageanleitung machen die Sache noch einfacher.

Raspberry PI im NESPI-Gehäuse

Die Lan und USB- Ports des RaspberryPi werden über die, an den Adapterplatinen befindlichen Kabel samt Steckern nach aussen geführt. Sind die Steckverbindungen hergestellt, so kann die RapsberryPI-Platine im Gehäuse verschraubt werden. Optional kann auch noch ein 5VDC Lüfter mit den Abmessungen 30x30x10mm im Gehäusedeckel per Rastnasen befestigt werden. Für die Stromversorgung des Lüfters steht auf der Platine ein zweipoliger Pinheader zur Verfügung. Ist alles eingebaut und angeschlossen, dann kann das Gehäuseoberteil angeschraubt werden.

Raspberry Pi eingebaut

Nun kann die Software eingerichtet werden. Ich bevorzuge hierbei die Images von retropie bzw. recalbox. Nähere Indormatinen dazu findet man auf den entsprechenden Webseiten. Sind die gewünschten Emulatoren eingerichtet, so muss man nur mehr die Spieledateien, die sogenannten „Roms“, also binäre Kopien der Spielemodule der einstigen Originalhardware in einer .bin oder .rom oder .iso Datei etc. auf die SD-Karte oder einen USB-Stick kopieren und in die „EmulationStation“ einbinden. Und schon kanns losgehen. Auch die USB-Controller im NES – Look sind um ganz wenige Euro aus China zu bekommen…

NESPIE mit NES-Nachbau „ChinaController“

 

Ein alter NES „Klassiker“

 

VFD-Uhr mit Datum, Wochentag und Sound

Einen neuen Bausatz zum Thema Vakuum Floureszenz Display habe ich von Günter (gr-pojects) erhalten. Vielen Dank!

Es ist eine Uhr mit Vakuum-Floureszenz-Anzeigeröhren der Typen IV-11 für die Stunden, Minuten und Sekundenanzeige und einer IV-18 Röhre für die Datumsanzeige, sowie IV-3 zur Darstellung des Wochentages. Die Uhr besteht aus einem Mainboard mit Spannungsversorgung, CPU, MP3-Modul sowie den Treiberbausteinen für die Röhren. Die Uhrzeit wird über einen extern angeschlossenen DCF-77 Empfänger eingestellt und synchronisiert. Später wird das Board noch mit einer Realtimeclock-Schaltung erweitert.  Die Energieversorgung für die gesamte Schaltung kommt von einem kleinen Steckernetzteil mit 12V/1.2A. Die gesamte Stromaufnahme beträgt ca. 450mA. Als besonderes Feature besitzt die Uhr ein kleines MP3-Soundmodul mit MicroSD-Kartenslot. Dieses erhält vom Microcontroller über die serielle Schnittstelle zu jeder viertel-Stunde ein entsprechendes Commando, ein MP3 File abzuspielen. So wird die viertel Stunde mit einem „Gongschlag“, die halbe Stunde mit zwei und die dreiviertel Stunde mit drei „Gongschlägen“ signalisiert. Zur vollen Stunde wird die entsprechende Uhrzeit angesagt.

Die gesamte Schaltung ist in ein Alu-Acryl Gehäuse eingebaut. Alle Formteile sind gefräst und werden  verschraubt. Ein Video vom Aufbau und der Funktion ist unten zu sehen: