Archiv der Kategorie: Nostalgie Technik

Sony TV-Video8 Combo EV-DT1

Aus den ganz frühen 90iger Jahren stammt der SONY EV-DT1, ein tragbares Röhren TV-Gerät mit einem 13cm Trinitron Bildschirm und einem integrierten Video8 Video Recorder und Player. In das Gerät wurde ein Netzeil (AC/DC Converter für 240Volt/50Hz), sowie ein DC/DC Converter mit einem Eingangsspannungsbereich von 12-24V DC eingebaut. Somit ist der Betrieb zuhause und mobil in Fahrzeugen möglich.  Die technischen Daten:

  • Bezeichnung/ Modell: TV/VCR (Video8) Combo / EV-DT1
  • Hersteller: Sony Japan
  • Baujahr: ca. 1988
  • Abmessungen: 160x230x300mm
  • Gewicht: 5,8 kg
  • Bildschirm: Trinitron – Röhre 120x100mm Bildschirm
  • Versogungsspannung: 240VAC,12VDC,24VDC
  • Analogtuner: VHF/UHF-Band
  • TV-System: PAL 625
  • VCR-System: Video 8 PAL, Recorder/Player
  • Lautsprecher: 0,5W dynamisch, intern

Genau ein solches Gerät habe ich sehr günstig (quasi nur für  die Portokosten) als defekt erworben. Die Fehlerangabe hier war: „lässt sich nicht einschalten“. Also dachte ich mir – wenn gar nix geht, dann lässt sich leichter der Fehler finden :D.  Die Serviceunterlagen zu dem Gerät findet man auch im Netz – also kann man die paar Euros riskieren.

Also zuerst einmal das Gerät an die Versorgungen anschliessen und das Fehlerbild nachvollziehen. Und tatsächlich – es tat sich nichts. Und das sowohl bei Netzspannung als auch bei Niederspannung. Glücklicherweise ist der EV-DT1 sehr gut und servicefreundlich zu zerlegen. Den Deckel bekommt man nach Lösen von vier Schrauben ab. Dann lassen sich die einzelnen „Module“ (Monitor, Netzteil, Bedienteil, Videorecorder) abschrauben. Die Verbindungsleitungen zwischen den Modulen sind mit Steckverbindern versehen.

Das Netzteilmodul wollte ich zuerst begutachten. Wenn gar nichts mehr tut, dann wird wohl hier der Fehler sein.

Das ausgebaute Netzteilmodul wird zuerst einmal optisch auf Fehler untersucht. Es sind aber keine kalten Lötstellen an der  kleinen Anschlussplatine für den Kaltgerätestecker zu sehen. Die hier verbaute Sicherung ist auch in Ordnung. Daher wird das Netzteil jetzt zerlegt. Die Zuleitungen und Verbindungsleitungen zu dem DC-Reglerboard lassen sich auch abstecken.

Nun liegt die Netzteilplatine in ihrer vollen Pracht vor mir. Augenscheinlich ist hier auch nichts Böses zu sehen. Weitere Sicherungen am Board sind alle in Ordnung. Auch die Leistungshalbleiter haben keine Kurzschlüsse. Interessant ist hier eine Schaltungsvariante, die ich lange nicht mehr gesehen habe – die „crowbar“ (Brecheisen)-Schaltung. Diese Schaltung besteht im wesentlichen aus einem Thyristor, dessen Anode und Kathode parallel zur Spannungsquelle geschaltet sind. Und das in Durchlassrichtung, so das beim Zünden des Thyristors die Quelle kurzgeschlossen wird. Das verursacht dann ein Auslösen einer vorgeschalteten Sicherung und schützt gleichzeitig die versorgten Verbraucher. Das Zünden des Thyristors wird initiert, wenn die Spannungsquelle aus irgendwelchen Gründen in ihrer Ausgangsspannung zu steigen beginnt. Diese Schaltung ist auch in diesem Netzteil verbaut – aber das in der Primärseite, netzseitig direkt nach dem Netzgleichrichter ! Ist wohl ein absoluter Schutz, die Netzgleichspannung von 300V kurzzuschließen.

Aber alle diese Komponenten sind in Ordnung. Also habe ich als nächstes die Blechabschirmung abgelötet. Darunter befindet sich laut Schaltplan die DC/DC-Converterschaltung.

Beim Ablöten des Bleches, und durch die dadurch entstehende Erwärmung, wurde der bekannte „Fischgeruch“ freigesetzt. Also wieder eine Kondensatorproblem.

Man kann die Übeltäter schon erkennen. Also steht wieder einmal Elkotauschen auf dem Programm. Nach dem Auslöten der Elkos kann der Schaden begutachtet werden.

Hier sind wieder die durch den ausgelaufen Elektrolyten typischen Schäden an den Leiterbahnen zu sehen. Nach der Reparatur derselben, konnten die neuen Kondensatoren eingabaut werden. Ein erster Funktionstest war dann sogar schon teilweise erfolgreich. Die Ausgangsspannungen waren alle vorhanden. Jedoch nach ein paar Minuten Betriebszeit brachen die Spannungen aus dem DC/DC Converter zusammen. Der Fehler lag hier bei zwei defekten Widerstanden in der Feedbackleitung des DC-Converters. Die hatte anscheinend auch der Kondensatorelektrolyt zerfressen. Also diese getauscht und einen neuen Funktionstest gestartet – und siehe da, der Combo läuft wieder. TV und Videorecorder sind in einem Super Zustand. Die Bildgeometrie zeigt keinerlei Verzerrungen.

Philips Radio Recorder 22AR090

Philips 22AR090

Ein riesiges Dankeschön muss ich an dieser Stelle ich an Herrn Matthias Haselberger aussprechen. Als ehemaliger Entwickler bei dem Elektronikkonzern Philips und jetzigem Kollegen an der FH Kärnten, hat mir Matthias es möglich gemacht, den Radio-Recorder Philips 22AR090 aus meiner Jugendzeit wieder zu bekommen, um ihn in die Sammlung aufnehmen zu können. Vielen Dank für diese Spende!

Der Radiorecorder Philips 22AR090 wurde 1981/1982 von Philips in Österreich entwickelt und hergestellt. Er war damals einer meiner ersten Recorder und hat mich mit den Hits der Zeit versorgt. Leider war, wie bei vielen technischen Geräten zu der Zeit, mein Interesse am Innenleben auch sehr groß, was aber oft aufgrund des fehlenden Wissens, den Tod des Gerätes zur Folge hatte. So kam es beispielsweise vor, dass ein im Gerät untergebrachter Schalter zur Spannungsumschaltung 110/220V, aus reiner Neugier während dem Betrieb umgeschaltet wurde. Das Resultat war ein Rauchzeichen aus dem Transformator und dem anschliessenden Schweigen des Radios…

Ein Bild aus 1982. Leider ist der AR090 rechts im Bild nicht gut zu erkennen

zu den technischen Daten des Philips 090:

Modellbezeichnung:     Radio-Recorder 22AR090 /50
Hersteller :                         Philips – Österreich
Herstellungsjahr:           1981/1982    
Kategorie:                           Rundfunkempfänger mit Kassettenrecorder
Halbleiter:                           BF324 BF495 BC548 BC549 TDA1011                                                  
                                                   TDA1220 TDA1059
Hauptprinzip:                    Superhet allgemein; ZF/IF 468/10700 kHz
Wellenbereiche:              Mittelwelle und UKW (FM)

Funktionen:                        UKW/Mittelwellenempfänger &  
                                                   Kassettenrecorder und -spieler
Energieversorgung:       Netzbetrieb:  127V, 220 V
                                                   Batteriebetrieb: 6 × 1,5 Volt
Lautsprecher :                  Dynamischer Lautsprecher Ø 11 cm Ausgangsleistung:          1 W
Material:                              Plastikgehäuse, Thermoplast
Abmessungen (BHT) :  320 x 175 x 70 mm / 12.6 x 6.9 x 2.8 inch
Nettogewicht:                  1.5 kg

Eine grosse, übersichtliche Skala zeigt die Frequenzen und Bänder für UKW und MW Bänder an.

Mit dem Mode-Umschalter wird zwischen Kassetten-, Radio und Microfonbetrieb gewählt. Der „Selektor“ wählt die Radiobänder aus.

Die Tasten für die Bedienung des Kassetten-Laufwerks befinden sich auf der linken oberen Seite. Die Lautstärke wird mit einem Schiebepotentiometer eingestellt. (das nach 35Jahren noch immer nicht „kratzt“)

Ein Blick ins Innere – das Bandlaufwerk. Tonkopf, Löschkopf und Andruckrolle sind in super Zustand. Es sind kaum Einschleifspuren zu sehen.

Die Platine ist mit diskreten, bedrahteten Bauteilen bestückt und wartungsfreundlich aufgebaut.

Hier ist die Übersicht aller Baugruppen dargestellt. Die Gehäuseteile werden mit Kreuzschrauben zusammengehalten. Der Lautsprecher ist mit einer Klemmfeder am Gehäuse befestigt und kann mit einem Hangriff samt dem Board und Laufwerk schnell ausgebaut werden.

Das Mainboard samt Laufwerk.

 Rechts unten im Bild ist der Netztransformator, gut abgesetzt von der Niedervoltseite, zu sehen. Das ist Gerät ist 35 Jahre alt und funktioniert wie am ersten Tag. Man beachte das Typenschild samt Herstellungsland 🙂

 

 

Der Sony EV-S9000 und wenn es nach „Fisch“ riecht

Aus den Zeiten der analogen Videoaufzeichnung auf Magnetband stammt der SONY EV-S9000E Recorder. Es handelt sich dabei um einen „Pro-Consumer“ Recorder der etwa Anfang der 90iger Jahre auf den Markt kam. Er besitzt ein 8mm Videobandlaufwerk, das sowohl die Formate Video8, als auch HI8 (vergleichbar mit S-VHS) wiedergeben und aufzeichnen kann. Zu seinen Besonderheiten gehört wohl das elektrisch ausfahrbare Bedienpanel, auf dem sich unter anderem auch ein JogShuttle-Drehrad und eine integrierte Schnittsteuerung befindet. Mit dem Recorder war es möglich, über die Schnittstellen „LANC“ bzw. „Control S“ einen weiteren Recorder zu steuern und ihn als Zuspieler zu verwenden.  Die Besonderheit hierbei war, dass beide Videosignale (sowohl vom Player als auch vom Recorder) auf dem Monitor in Fenstern angezeigt wurde. So konnten alle Schnitte des Quellbandes per Timecode vordefiniert werden. Per Knopfdruck wurden alle Schnitte dann automatisch abgearbeitet. Die Maschinen arbeiteten und spulten die Bänder und man konnte zusehen, wie das Masterband entstand.

Mittlerweile arbeitet niemand mehr mit linearem Schnitt und zeichnet auf Analogbänder auf. Die Technik wurde von den Digitalbändern (D8, DVHS, DV, DVCam…) abgelöst. Auch die Bänder wurden mittlerweile abgelöst und durch Speicherkarten ersetzt. Der Fernsehstandard wurde bekanntlich ja neu definiert (HD, 4K UHD etc).

Aber: Es gibt noch Unmengen an alten Analogbändern in schlechter SD-Auflösung, die viele viele Jugenderinnerungen beinhalten. Und diese sollen ja auch in die Zukunft gerettet werden. Darum lohnt es sich, die alten Bandbaschinen am Leben zu halten, um die Erinnerungen digitalisieren und in die neuen Formate konvertieren zu können. (mp4…)

Genau eine solche Digitalisierung musste ich schnell mit einem alten Videoband durchführen. Doch falsch gedacht. Der EV-S9000 wollte nach dem Einstöpseln kein Lebenszeichen mehr von sich geben. Also: Deckel runter, Servicemanual herausgesucht und die Betriebsspannungen am Ausgang des Netzteils überprüft. Hier war schon das erste Problem zu finden. Es stimmte fast keine der Ausgangsspannungen mehr. Das Netzteil benötigte also ein Service. Wie immer bei alten Geräten werden zuserst die Elektrolytkondensatoren geprüft. Auch hier war wie erwartet, keine einzige Kapazität mehr dem Aufdruck entsprechend. Abweichungen bis zu -90% waren hier messbar. Daraufhin habe ich ausnahmslos alle Elkos erneuert. (den kleinen 56µF Elko habe ich mangels Verfügbarkeit im Lager gegen eine Parallelschaltung eines 47µF und eines 10µF ersetzt). Nach dem Reinigen der Platine und Wiedereinbau in den Metallkäfig folgte der erste Test. Und siehe da: Der Recorder startet wieder. Das Panel wurde ausgefahren aber ausser den Leds an den Tastern, keine Anzeige im Floureszenzdisplay. Ich erinnerte mich, dass das Display beim letzten Mal auch schon nicht funktionierte, ich aber zu faul war, mich darum zu kümmern. Nach längerem Betrieb des Recorders war auch der Geruch von faulem „Fisch“ wahrzunehmen, der langsam den Raum füllte. Das roch wieder nach Elkos, die ihr ganzes Inneres offenbarten. Also startete ich einen Riechangriff und versuchte die Quelle des Übels zu erriechen. Ich wurde schnell fündig und machte das Bediepanel als Verursacher aus. Ein kurzer Blick in den Schaltplan verriet mir, dass auf dem Panelboard ein Schaltwandler untergrabracht war, der sowohl die Heizspannung, als auch die hohe Spannung zwischen Anode und Kathode erzeugt. Also wurde die Platine ausgebaut um sie zu untersuchen.

Im Bild unten ist die VFD (VakuumFloureszenzDisplay)-Anzeige zu sehen und links oben die kleine Metallbox unter der sich die DC/DC Converterschaltung verbirgt.

Man kann schon erkennen, dass hier etwas nicht ganz in Ordnung sein kann. Der dunkle Fleck rechts neben der Box sollte nicht sein.  Die Schirmbox ist schnell entfernt und der Blick darunter wird frei:

Auf der Bauteilseite ist schnell zu erkennen, dass hier ein Elko undicht ist und der ausgelaufene Elektrolyt die Leiterbahnen beschädigt hat.

Auch auf der Lötseite sieht es nicht besser aus. Darum habe ich zuerst einmal alle Elkos entfernt, um dann mit der Reinigung und Restauration der verätzten Leiterbahnen zu beginnen.

Nach dem Wiedereinbau der Elkos werden beidseitig wieder die Schirmbleche befestigt. Auch alle weiteren, auf dem Board befindlichen Elektrolytkondensatoren, werden geprüft und ggf. erneuert. Das folgende Bild zeigt die Ausbeute an defekten Teilen:

Jetzt kann das Panel wieder zusammengebaut und einem Funktionstest unterzogen werden.

Bingo! Gleich nach dem Einschalten wird das Timecodedisplay und die Audiopegelanzeige wieder sichtbar. Die VFD-Anzeige lebt wieder.

 

YouTube, und interessante Favoriten aus dem Bereich Technik

Dieses Mal berichte ich nicht über ein Projekt oder eine „Altgeräte-Vorstellung“, sondern möchte einige interessante Nutzer bzw. deren Beiträge aus dem Portal YouTube vorstellen. Es sind dies Beiträge aus dem Bereich Computer, Technik und Wissenschaft, die ich persönlich sehr gerne ansehe.

Als allererstes ist hier die Legende der modernen Computergeschichte zu erwähnen, die mich schon seit Jugendzeiten in den Bann gezogen hat. Der ComputerClub aus WDR Zeiten mit Wolfgang Rudolph und Wolfgang Back. Die beiden Moderatoren haben ab Anfang der 80iger bis 2003 beim Westdeutschen Rundfunk die Sendung Computerclub moderiert. In den Themen beschäftigen sich die beiden Herren allgemein mit Computern und Peripherie, neuen Entwicklungen im Bereich Elektronik und stellen hier alle möglichen Dinge vor.  Auf YouTube sind  viele Sendungsmitschnitte unter anderem vom user janbras archiviert.

Am 22. Februar 2003 wurde die letzte Sendung beim WDR ausgestrahlt.

Doch die beiden Protagonisten haben den Computerclub nicht aufgegeben und ihn am 24.Juli 2007 über einen deutschen Privatsender (NRW-TV) wieder auferstehen lassen.

Der Privatsender NRW-TV musste jedoch 2016 seinen Betrieb einstellen und so wurde die Sendung Nr.186 als letzte in den Studios des NRW aufgezeichnet.

Doch Wolfgang Rudolph hat es geschafft durch Spendenaufrufe, ein eigenes Studio auf die Beine zu stellen und produziert den CC2 nun in eigener Regie aus seinem privaten Studio.

Im Hintergrund hat sich auch einiges geändert, das die Zuschauer und Freaks ein wenig verwirrte. Parallel zu den Sendungen existierte die Seite cczwei.de die von beiden Herren befüllt wurde. Nach dem 13.12.2016 tauchte plötzlich eine neue Seite auf. Die neue Domain cc2.tv wurde erstellt. Die betreibt nun Herr Rudolph alleine. Die domain cczwei.de wird weiterhin von Herrn Back betrieben. Ihm zur Seite steht Herr Heinz Schmitz der nun mit Herrn Back YouTube Sendungen produziert. Anscheinend gab es zwischen den Herren ausreichend Gründe, sich von der langjährigen Gemeinschaftsarbeit zu trennen. Eine offizielle Erklärung dazu gab es nie.

 

Aus dem Bereich Computer berichten die Jungs von VirtualDimension. Sie nennen Ihren Kanal VD Hurrican und produzieren die Formate: Virtuelle Welten, Back in Time, Retroplay und Vor Ort.  Die Beiträge sind absolut professionell gestaltet und behandeln hauptsächlich das Thema Homecomputer. Mit viel Hintergrundinformation werden hier die alten 8 und 16 Bit’er vorgestellt. Gameplays sowie Messeberichte und Beitrage von Community-veranstaltungen gehören ebenfalls zu ihrem Repoertoire. Als Beispiel hier ein Link zum Unboxing eines Amiga500 und dessen Geschichte. Anlässlich ihres 1000ten Abonnenten auf YouTube haben sie ein 1000-Abonnenten-Special mit einer Studiotour veröffentlicht.

Vom Australischen Kontinent aus bloggt Dave Jones, ebenfalls ein eingefleischter Techniker. Auf seinem YouTube Kanal EEVblog, Stellt er ebenso elektronische Geräte vor, erklärt deren Aufbau und Funktionsweise. Eine besondere Rubrik in seinem Kanal sind die sogenannten Mailbags. Hier bekommt Dave Pakete von Leuten aus der Community zugesandt die er vor laufender Kamera öffnet und deren Inhalt vorstellt. Das können alte Computer und Platinen, oder auch neue Entwicklungen und Prototypen von Startup´s sein, die hier präsentiert werden.

 

Ein etwas anderer Kanal ist der eines Engländers. Er nennt sich Photonicinduction und zeigt Experimente mit hohen Leistungen. Alle möglichen Geräte, wie Staubsauger, Heizlampen, Waschmaschinen, Lautsprecher, etc. werden bis an die Grenze ihrer maximalen Leistungsdaten betrieben – und noch weit darüber hinaus. Das Ende des Gerätes durch Zerstörung ist hierbei das Ziel.

 

 

Retrocomputer in eigener Sache

Amiga500+ Mainboard

Hallo liebe Leser des Blogs,

ich bin in letzter Zeit eifrig am Restaurieren und wieder Instandsetzen alter 8-Bit Homecomputer von Commodore und Co. Leider habe immer öfter Probleme, Ersatzteile zu finden. Meist sind sie vereinzelt über ebay-Verkäufer zu beziehen, jedoch dann zu horrenden Preisen, und auch ohne Funktionsgarantien. Darum habe ich mir gedacht, einmal hier einen Aufruf zu starten. Vielleicht hat der eine oder andere Leser noch einen alten 8Bit’er oder Teile davon im Keller, den er nicht mehr benötigt und kann ihn spenden oder günstig abgeben… Falls mir hier jemand helfen kann – bitte in den Kommentaren benachrichtigen.

 

Zurzeit bin ich auf der Suche nach folgenden Teilen:

  • MOS CPU 7501R1 oder 8501R1 (CPU von C116,C16,Plus4 Commodore Rechnern)
  • Denise(Superdenise) Grafikchip 8372R3 (Commodore Amiga 500+)
  • Commodore VIC20
  • Sinclair ZX-Spektrum
  • Sincalir ZX81
8501 MOS CPU

Amiga und Gotek Floppy Emulator

Als interessanten Ersatz für die alten internen und externen Diskettenlaufwerke (Floppydrives) gibt es mittlerweile Emulatoren, mit denen es möglich ist, auf USB-Medien gespeicherte Disk-Images als 3,5 Zoll Diskette zu emulieren. Dabei können viele Images auf einem USB-Stick gespeichert und per Tasten am Emulator ausgewählt werden. Der Emulator wird rechnerseitig über das 34polige FDD Interface angeschlossen. Auf dem Emulator läuft ein ARM Core Microcontroller von ST. Diese Drive-Emulatoren, in diesem Fall der Gotek Floppy Emulator, sind für IBM-PCs geeignet und können direkt anstelle des originalen Laufwerks angeschlossen werden. In meinem Fall soll der Emulator aber ein Diskettenlaufwerk eines Amiga ersetzen. Dazu ist es notwendig, die Firmware des Gotek neu zu flashen. Wie das gemacht wird, ist in vielen Anleitungen online beschrieben. (z. Bsp. ist es auf Mingos Commodore Page sehr ausführlich erklärt). Ich habe habe mir also einen USB-UART-TTL Adapter (mit PL2303MDL-Chip) bestellt, die Software von ST (in verschiedenen Versionen) heruntergeladen und versucht die Firmware zu flashen.

PL2303 USB-UART

Die Verbindungen zwischen USB-UART Controller und dem Gotek Emulator sind schnell hergestellt. Die Funktion und korrekte Installation des UART Controller habe ich mithilfe von hterm (einem Terminalprogramm) im Loopback getestet (einfach TX zu RX verbinden). Aber das Flashloader Programm von ST bringt immer die Fehlermeldung: „Unrecognized device… Please, reset your device then try again“

Fehlermeldung

Schön brav, wie auch in Mingos Anleitung beschrieben, habe ich den Reset auf dem Emulator durchgeführt und erneut versucht, die Verbindung herzustellen. Aber keine Änderung. Egal in welcher Reihenfolge ich den Reset und den Verbindungsaufbau versuche, es kommt keine Datenaustausch zustande. Leider habe ich kein Oszi zuhause um die Pegel und Timings des RS232 Signals  zu überprüfen – aber es kann ja fast nur daran liegen. Glücklicherweise befindet sich in meinem Fundus aber noch ein FTDI232 USB Kabel (von den Arduino Experimenten). Also warum nicht mit dem versuchen?

FTDI232 Kabel an Gotek

Gedacht – gemacht. Die Pinbelegung des FTDI Kabels ist im Netz dokumentiert. Und siehe da, die Verbinung zwischen PC und Gotek wird sofort aufgebaut. Jetzt kann die Protection des IC aufgehoben und die Firmware für die Amigaemulation geflasht werden.

FTDI232 RX,TX,+5V und GND mit Gotek verbunden

 

 

Eine alte Freundin braucht Pflege – Amiga Kondensatortausch

Im Zuge der Begutachtung und Reinigung meiner alten Commodore Amiga Computer,  A600 und A1200 liegt es natürlich nahe, sich auch um den Zustand der gealterten Kondensatoren zu kümmern. Wie in anderen Blogeinträgen schon erwähnt, sind hier insbesondere die kleinen SMD-Elkos betroffen. Sie werden undicht, der Elektrolyt läuft aus und verunreinigt umliegende Bereiche auf der Platine. Das kann soweit gehen, dass hier Übergangswiderstände oder auch Kontaktfehler durch korrodierte Bauteilanschlüsse entstehen. Der andere Fall ist das Austrocknen des Elkos. In beiden Fällen verliert der Kondensator seine Kapazität und verändert seinen ESR (Equivalent Series Resistance). Hier bietet es sich an, diese Elkos gegen Tantal- oder sogar gegen Keramikkondensatoren zu wechseln. Die gibt es mittlerweile ja schon mit großen Kapazitäten bei kleiner Bauform (z.Bsp. SMD 1210 … ) und auch den geeigneten Spannungsfestigkeiten. Im Foto oben ist der Vergleich SMD-Elko zu den Keramikkondensatoren dargestellt. Ein weiterer Vorteil der „Kerkos“ – man braucht nicht auf die Polarität zu achten. Wie die erneuerten Kondensatoren am Mainboard aussehen, ist im folgenden Bild eines A1200 zu sehen:

Die bedrahteten Elkos bleiben in ihrer Form erhalten und werden wieder durch bedrahtete Radialkondensatoren ersetzt. Nachfolgend habe ich die getauschten SMD-Kondensatoren für einen A1200 und einen A600 Amiga aufgelistet. Die Bestellnummern beziehen auf den Lieferanten Farnell (Stand 01/2017).

SMD-Elektrolytkondensatoren des AMIGA1200 Mainboard Rev.2B

Kapazität Spannungsfestigkeit Stückzahl Positionsnummern Bestellnummer
10µF 25V 2 C214, C306 1828859
22µF 25V 5 C324, C334, C303, C304, C459 1828821
47µF 16V 2 C821, C822 1838761
100µF 10V 4 C235, C236, C239, C409 2442786

SMD-Elektrolytkondensatoren des AMIGA600 Mainboard Rev.1.5

Kapazität Spannungsfestigkeit Stückzahl Positionsnummern Bestellnummer
10µF 25V 4 C214, C460, C306, C613 1828859
22µF 25V 4 C303, C304, C334, C324, C459 1828821
47µF 16V 2 C821, C822 1838761
100µF 10V 4 C235, C236, C239, C409 2442786

 

Spielekonsole: Sega Game Gear reparieren

 

Der Game Gear von Sega ist eine Handheld-Konsole, die in Europa 1991 verkauft wurde. Er ist quasi die tragbare Version des Sega Master System. In seinem Inneren arbeitet eine Z80 CPU mit 3,58MHz. Der 8.1cm große LCD Farbbildschirm hat eine Auflösung von 160×144 Pixeln bei 32 gleichzeitig darstellbaren Farben. Die gesamte Farbpalette beträgt 4096 Farben. Im Gegensatz zum Gameboy Color hat der Game Gear einen größeren Bildschirm und vor allem gibt es hier eine Hintergrundbeleuchtung. Kein Vorteil ohne Nachteil: Die Beleuchtung wird mit Hilfe einer kleinen Leuchtstofflampe inklusive der Hochspannungsquelle erzeugt (Led´s waren damals noch nicht hell genug). Diese ist ein Stromfresser und saugt die 6 Stück AA-Batterien  in knapp 3 bis 4 Stunden aus. 

Game Gear im Größenvergleich mit einer Sony PSP

Als Zubehör gab es für den Game Gear eine Vielzahl an Geräten. Das bekannteste Add On war wohl der Fernsehtuner, der die kleine Konsole in einen vollwertigen Pocket-Fernseher verwandelte. Radio-Tuner, Uhr,  Master System Converter, Bildschirmlupe und sogar eine Uhr gehörten ebenso zum erhältlichen Zubehör.

Ein Überblick der über die technischen Daten:

  • CPU:  Z80 Zilog
  • CPUclock: 3,58MHz
  • RAM: 8kByte, Video RAM 16kByte
  • Bildschirm: 8,1cm LCD mit Backlight und 160×144 Pixel
  • Stromversorgung: 6xAA Batterien, 9V Stecknetzteil, Akkupack
  • Größe: 200x110x34mm bei ca 400g

Ein großes Problem nach 25Jahren, egal ob im Betrieb oder nur gelagert, ist das Altern der Bauteile. Ganz besonders betroffen sind hier die Elektolytkondensatoren in SMD Bauweise. Diese trocknen aus, oder werden undicht, sodaß der flüssige Elektrolyt aus dem Kondensator austritt und seine Kapazität verliert. Die ausgetretene Flüssigkeit lässt ausserdem auch die Leiterbahnen und Bauteilanschlüsse  korrodieren. Bei dem hier beschriebenen Modell ist genau das der Fall. Der Defekt äußert sich in einem kaum mehr erkennbaren Bild (kein Kontrast) und fehlender Audioausgabe. 

Wenn man den Bildschirm in einem ganz flachen Winkel betrachtet, dann ist das „SEGA“ Logo gerade noch zu erkennen. Blick man direkt von oben auf das Display so sieht man gar nichts. Also wird hier eine Überarbeitung der Boards hinsichtlich der Elkos notwendig. Das Gerät wird von sechs Schrauben mit Kreuzschlitz und einer Spezialschraube zusammengehalten.

Die Spezialschraube lässt sich zum Beispiel sehr leicht mit einer starken Pinzette lösen. Im Netz findet man auch noch viele andere kuriose Lösungen, um ohne Originalwerkzeug an das Innenleben heranzukommen.

Die Konsole ist geöffnet. Die Verbindungsleitungen vom Powerboard und vom Audioboard sind mit Steckern versehen und können abgesteckt werden. 

Ein erster näherer Blick (hier das Audioboard) bestätigt den Verdacht. Zwischen den beiden Kondensatoren sind schon verkrustete Bauteile zu erkennen. 

Der wahre Schaden offenbart sich, wenn die Kondensatoren entfernt sind. Verkrustungen und Korrosionen. Also zunächst alle  Kondensatoren entfernen und dann kann mit der Reinigung begonnen werden.

Mit Alkohol, einer Bürste oder auch Fluxremover, lässt sich der Schrund entfernen. Korrodierte Lötpads habe ich mit einem Glaspinsel bearbeitet. Ist dann alles sauber, so kann mit dem Neubestücken  begonnen werden.

Ich habe hier SMD-Tantalkondensatoren verwendet. Es gibt mittlerweile auch Keramikkondensatoren in sehr kleiner SMD Bauweise mit hohen Kapazitäten (47uF, 22uF, usw. ) und Spannungsfestigkeiten mit bis zu 10 – 16V. Das Audioboard ist jetzt neu bestückt und ein schneller Test zeigte auch vollen Erfolg. Weiter geht´s mit dem Mainboard. Auch hier tausche ich alle Elektrolytkondensatoren.

Das sind ein paar der alten „Leichen“. Auch wenn man optisch nichts erkennt und auch noch nicht gemessen hat, dann kann man schon beim Löten einen defekten Kondensator erkennen. Sobald das Pad, oder der Anschlussdraht des Elkos erhitzt wird, beginnt es nach Fisch zu stinken 🙂 . Wenn der Elko „fischelt“ dann ist er undicht …

Jetzt sind alle Kondensatoren ersetzt und die Platine gereinigt. Der Funktionstest kann nun  erfolgen.

Sofort nach dem Einschalten ist zu erkennen, dass wieder ein helles, konstrastreiches Bild erscheint. Die Audioausgabe ist wieder laut und klar. So kann der Game Gear jetzt wieder für die nächsten Jahre ins Archiv …

 

 

Retrocomputer: Floppyadapter für Amiga die Zweite

Im Blogeintrag „Eine alte Freundin braucht Pflege – Amiga Floppyumbau“ habe ich gezeigt, wie man ein defektes Amiga – Diskettenlaufwerk gegen ein umgebautes PC-Laufwerk tauschen kann. Hierzu war nicht nur eine kleine Modifikation im Laufwerk selbst notwendig, sondern es musste auch ein Steckeradapter vom 34poligen Floppyanschluss zum 26poligen Controller (eines externen Amigafloppy-Gehäuses) gebaut werden. Diesen habe ich quick und dirty auf einer Lochrasterplatine aufgebaut – nicht schön, aber funktionell. Aber ein Layout war flott gezeichnet und mittlerweile hatte ich die Gelegenheit, die kleine Platine im Rahmen eines anderen Projektes zu fertigen.

Die Platine ist klein und handlich, ohne viel Drahtwerk 🙂

Ausser Buchsenleisten sind hier keine weiteren Bauteile notwendig.

So ist sie schnell bestückt und kann gleich ihren Dienst antreten.

Hier der Vergleich: Die „redneck“ Variante links und rechts im Bild die Kompakte Version.

Passt wunderbar auf das Laufwerk und funktioniert.

 

 

 

 

Eine alte Freundin braucht Pflege – Amiga Floppyumbau

Der Amiga, der Nachfolger der legendären C64er Computer von Commodore, der Ende der 80iger in Form des A500 und später des A1200 bzw. A4000 mein Begleiter wurde, ist jetzt, auch trotz sorgfältiger Pflege und Archivierung nicht vor den Alterserscheinungen verschont geblieben. Die ersten SMD bestückten Mainboards haben mit ausgelaufenen Elektrolytkondensatoren zu kämpfen. Die Gummiriemen der Antriebseinheiten der Diskettenlaufwerke haben ihre Elastizität verloren und natürlich sind auch Vergilbungserscheinungen der Kunststoffgehäuse aufgetreten. All das muß behandelt und repariert werden. In diesem Beitrag werde ich die externen Diskettenlaufwerke, die es für diese Gerätetypen gab, ein wenig unter die Lupe nehmen.

Es handelt sich hier um ein originales Roctec RF-332C Diskettenlaufwerk (Floppydrive 🙂 ), das ein Problem mit dem Antriebsriemen hat. Hier ist kein Capstan Motor verbaut, der die Disk direkt dreht, sondern ein DC-Motor, der über einen Riemenantrieb seine Kraft an die Magnetscheibe weitergibt. Und dieser Riemen ist nach 30 Jahren leider kaputt, nicht mehr elastisch und kann auch keine Kraft mehr übertragen. Den Riemen zu tauschen ist natürlich kein Problem, man bekommt bei diversen Onlineplattformen natürlich neue Riemen. Aber die Preise sind unverschämt! 6 bis 8 Euro plus Versand für ein „Gummiringerl“ ist Wucher. Mit diesem Problem bin ich aber nicht alleine. So ist im Netz viel darüber zu finden. Beispielsweise lassen sich alte PC-3,5″ Laufwerke auf den Amigastandard umbauen. Also habe ich ein altes PC-Drive (danke Mario) von Mitsumi der Type D359T6 hergenommen und Dank der Anleitung der Webseite http://honi.hucki.net/ umgebaut.

 

 

Die folgende Anleitung für den Umbau stammt von honi.hucki.net:

Bild von honi.hucki.net

Das D359T6 ist anscheinend eine kostengünstige Version des D359T5. So ist die Drive Select-Einstellung eingespart worden. Das Laufwerk ist standardmäßig auf DS1 voreingestellt. Drive Select kann aber dennoch geändert werden.

– Einstellung Drive Select durch Kreuzen von PIN 10 mit PIN 12 am FDD-Kabel
– Alternative: Leiterbahnen bei PIN 10 und PIN 12 durchtrennen und kreuzen mittels Lötbrücken auf der Platine
– Lötbrücke bei DCH entfernen (/DC an PIN34)
– Lötbrücke bei RDY verbinden (/RY an PIN34)
– Verbinden des DCH-Lötpad mit PIN2 (/ DC an PIN2) (Amiga)

 

Also habe ich den einfachen Umbau entsprechend der Anleitung durchgeführt. Jetzt besteht noch das Problem der unterschiedlichen Pinouts des originalen Roctec Laufwerks mit 26Pins und den PC-Diskettenlaufwerken mit 34 Pin – Interface und eigener Spannungsversorgungsbuchse. Auch am Controller des externen Gehäuses ist ein 26Pin Flachbandkabel verbaut. Dieses ist auch nicht gesteckt, sondern mit einem Einschneidverbinder direkt am Board angelötet. Also musste zuerst eine vernünftige Steckverbindung geschaffen werden.

Im Bild ist der umgebaute Steckverbinder zu sehen. Um bei Bedarf auch das originale Laufwerk wieder verwenden zu können, habe ich auf das 26polige Flachbandkabel anstelle der Lötverbindung einen Einschneid-Buchsenleiste gepresst. Jetzt ist noch die Adaption von der 26poligen auf die 34polige Verbindung notwendig. Auf hier findet man im Netz die Pinouts der unterschiedlichen Laufwerke. Also schnell ein Schematic gezeichnet (es soll ja vielleicht später einmal ein schönes Adapterplatinchen werden…), und dann mit Lochraster einen Testaufbau zusammengelötet.

Nach diesem Schaltplan habe ich nun begonnen, den Adapter auf einer Lochrasterplatine aufzubauen.

Eine 34polige Buchsenleiste steckt im Laufwerk. Darauf habe ich die Platine gelötet.

Danach habe ich ein Stück 26poliges Flachbandkabel auf einer Seite mit einer ebenfalls 26poligen Buchsenleiste bestückt (Die Seite zum Controller). Das andere Ende wird entsprechend des Schaltplanes auf den richtigen Pins auf der Laufwerkseite angelötet. Die Verbindungsleitung für die 5V Spannungsversorgung des Laufwerks stammt von einem alten PC-Netzteil.

So sieht der fertige Adapter aus. Die gelbe +12V Leitung des Versorgungssteckers muß noch mit Pin23 des SUB-D23 Floppysteckers an der Controllerplatine verbunden werden.

Ein Layout für diesen Adapter könnte in etwa so aussehen…