Archiv der Kategorie: Nostalgie Technik

Amiga und Genlock

Dieses Gerät oder besser gesagt, diese Geräteklasse werden sicherlich viele Commodore Amiga Anwender kennen, die den Amiga seinerzeit auch bei der Videonachbearbeitung benutzt haben.

Das Amiga Genlock VES one

Das Amiga Videosignal hatte ja genau die Zeilenfrequenz der damaligen Fernsehstandards (15,625kHz). Also konnte als Monitor am Amiga ja auch ein Fernseher angeschlossen werden. Vorausgesetzt es war ein Fernsehgerät mit einem R-G-B Scart Videoeingang. Als Bastler hat man sich aus den R-G-B und Sync-Ausgängen des 23poligen Amiga Monitor einen CVBS (Color-Video-Blanking-Sync) Converter zusammengelötet, der alle Signale zu einem Signal zusammenfasst. Und das war im Heimvideobereich das klassische Videosignal, das man aus jeder Camera oder jedem Recorder  heraus bekam. Also wurde der Amiga dann einfach an den Videorecorder angeschlossen und schon war eine tolle Deluxe Paint Grafik das Titelbild des letzten Urlaubsfilmes…

Effekte und Fader des VESone

Was aber, wenn man damit noch nicht zufrieden war und beispielsweise in das Videobild Titel (Bauchbinden) und Grafiken eingeblendet haben wollte? – Das ging nicht so einfach. Dafür gab es das „Genlock“ (Generator Lockingdevice). Hierbei machte man sich die Eigenschaft des Amiga AGNUS-(später ALICE) Chipssatzes zu nutzen, der als Adressgenerator und Timingchip im Amiga arbeitete. Dieser Custom Chip konnte extern synchronisiert werden. Und genau das machte sich das Genlock zu nutzen. Denn um zwei Videosignale zeilengenau mischen zu können, ist es notwendig dass sie auch taktgenau anliegen (das bedeutet, sie müssen in Frequenz und Phase des Bildwechsels synchron anliegen).

Korrekturmöglichkeiten der Signalquellen

Das Genlockinterface oder (der Genlock) gewann aus dem angelegten Videosignal einer Videocamera oder eines Videorecorders den Referenztakt und synchronisierte den Amiga nach diesem Takt. So waren jetzt beide Signale – sowohl das Monitorsignal des Amiga und das Videosignal der Videokamera oder -recorder taktgleich.  Jetzt können die beiden Signale gemischt werden. Es existierten einige Geräte auf dem Markt von ganz einfachen Genlocks, die lediglich den „Alpha Farblayer“ des Amiga heranzogen und gegen das Videosignal der externen Quelle ersetzten. Damit konnten schon wunderbar Titel und Grafiken im Videofilm realisiert werden. Wollte man diese noch Ein- und Ausblenden bzw. noch die Sättigung, Helligkeit und Kontrast der beiden Quellen anpassen, dann konnte man komplexere Geräte erwerben. Hier ist ein semiprofessionelles Genlock der Firma Videocomp, das VESone (Video Effect System) dargestellt.

Anschlüsse des VESone

Es gab aber auch noch professionelle Geräte, die in Fernsehstudios eingesetzt wurden um zum Beispiel die Senderlogos in das laufende Programm einzublenden. Diese Profigeräte hatten mehrere Signalstandards als Ein- und Ausgänge zur Verfügung. CVBS, YC (S-VHS), RGB. Vor allem die getrennte RGB-Verarbeitung der Signale ermöglichte viel bessere Bildqualitäten.

Innenleben des VES one

Als Herzstück arbeiteten im VESone die folgenden IC´s:

Ein SAA1043 Universal Sync Generator generiert alle Syncsignale, ein TDA8390 Pal Decoder und RGB Matrix Chip ermöglicht das Mischen und Einfügen eines externen RGB Signals. Als RGB-Video Amplifier kommt ein LM1203 Chip zum Einsatz.

Als Software zur Erstellung von Grafiken, Animationen und Titeln aller Art, kamen Programme wie: Amiga Videotitler, Adorage, Deluxe Paint, Broadcast Titler, Scala Multimedia (ScalaMM), Texture Studio, ART Effect, Imagine etc.  zum Einsatz.

 

 

Alter Computer wieder schön – oder wie man Kunststoff entgilbt

vergilbter C64

Als Sammler der 80iger Jahre Computer sind sicher schon viele mit dem Problem der „gelben“ oder „vergilbten“ Kunststoffgehäuse konfrontiert worden. Die Gehäuse sehen aus, als wären sie Jahre lang in einem Raucherzimmer gestanden und haben durch das Räuchern die Farbe angenommen. Das mag vielleicht für einige auch zutreffen, doch im Allgemeinen ist es das Material bzw. die Materialmischung und der UV Anteil des Sonnenlichtes, der das Vergilben verursacht. Die Gehäuse bestehen aus ABS (Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere) einem thermoplastisch formbaren Kunststoff, der in seinem Urzustand farblos bis grau ist. Durch Zusatz von Farbstoffen werden die Granulate, die vorwiegend im Spritzgussverfahren verarbeitet werden, in allen erdenklichen Farben hergestellt. Um die Materialeigenschaften auch dahingehend zu optimieren, dass sie flammhemmend und schlecht brennbar sind, wird Brom zugesetzt. (quelle: Internet). Und genau das Brom verursacht mit UV Licht die Gelb-bräunliche Färbung des Materials.

Tasten eines Amiga 1200

Will man nun so ein altes Gerät restaurieren und wieder in seinem originalen Glanz erstrahlen lassen, so reicht es leider nicht, die Gehäuseteile mit Seifenlauge oder ähnlichen Mittelchen zu waschen. Hier löst sich zwar jeglicher Schmutz und Verunreinigungen, aber der „Gilb“ bleibt. Ich habe an einem kleinen Teststückchen wirklich einiges versucht, die Vergilbung zu entfernen. Mit Isopropanol, Terpentin, Waschbenzin, Kunststoffreiniger, Scheuermilch, Platinenreiniger, etc. – alles vergeblich. Ein mechanischer Abtrag der Oberfläche durch Anschleifen funktioniert zwar, aber dann kann man das Gehäuse gleich entsorgen. Im Netz findet man eine geeignete Lösung. Es gibt hier ein Produkt namens „Retr0bright“, das im Wesentlichen aus Wasserstoffperoxid und einem Verdickungsmittel besteht. Mit diesem Mittel bestrichen und dem direkten Sonnenlicht für mehrere Stunden ausgesetzt, wirkt es Wunder. Das Peroxid bleicht mit der UV-Strahlung die Verfärbung des Kunststoffes, sodass er wieder seine ursprüngliche Farbe annimmt. Also habe ich beschlossen, diese Methode zu testen und mir in einer Apotheke 12% iges Wasserstoffperoxid gekauft.

Peroxid und Verdickungsmittel

Als Verdickungsmittel wollte ich Xanthan verwenden, doch das war in unserem „Dorf“ nicht zu bekommen. Hier wurde mir, ebenfalls in einer Apotheke ein Nahrungsverdickungsmittel auf Maisstärke-Basis verkauft. Auch das erfüllt seinen Zweck.  Was ich jedoch dabei gelernt habe – solche Dinge nicht mehr in einer Apotheke zu kaufen. Denn die Preise dort sind extrem. Allein für das Peroxid musste ich 28 Euronen hinblättern. Der „Dickmacher“ kostete mich nochmal 16 Euro… Das bekommt man online viel, viel günstiger. Aber jammern hilft nicht – also machte ich mich an die Mischung. Eine halbe Tasse Peroxid und drei Teelöfel „ThickenUP“ geben eine gut verarbeitbare Konsistenz. Mit einem Pinsel habe ich die Gehäuseteile möglichst gleichmäßig bestrichen und mit Frischhaltefolie abgedeckt. (Dies wird in einigen Internetforen beschrieben, um die Austrocknung der Bleiche zu verhindern) Dabei ist es notwendig, die Frischhaltefolie so glatt und faltenfrei wie möglich auf die Oberfläche aufzulegen. Jede Falte ist dann im Bleichergebnis zu sehen. Danach kommen dann alle Teile in die Sonne. Ich habe sie einen Tag lang in der Sonne liegen lassen, am nächsten Tag nochmal bestrichen und wieder der UV-Strahlung ausgesetzt.

1541II er Floppygehäuse beim „Bleichen“

Nach der Belichtungs- und Reinigungsprozedur wurde wieder zusammengebaut… Die Ergebnisse sind teilweise hervorragend, aber auch mittelmäßig. Besonders wichtig ist es, einen homogenen Auftrag der Bleiche und eine konstante gleichmäßige Ausleuchtung zu erreichen. Die Lösung mit der Frischhaltefolie funktioniert zwar, ist aber noch nicht das Gelbe vom Ei. Hier die Ergebnisse:

Commodore C64

 

Amiga 1200

Treppenhausschalter mit Quecksilber

Ein Treppenhauslicht einer Wohnanlage wird ja meistens über Taster in jeder Etage aktiviert. Das Licht bleibt dann für einige Zeit eingeschaltet und erlischt dann (etwa ein bis zwei Minuten) wieder selbstständig. Das kennt jeder und hat auch sicherlich schon jeder einmal selber wahrgenommen. Realisiert wird solch eine Treppenhauslichtschaltung in der klassischen Elektroinstallation über einen sog. Treppenhausautomaten oder Treppenhauszeitschalter. Das ist ein, in den Energieverteiler eingebautes Gerät, das von den Größenordnungen inetwa so aussieht wie ein Sicherungsautomat (Leitungsschutzschalter). Dieser beherbergt eine elektronische Zeitschaltuhr die über ein Relais die Last ansteuert. In den modernen „Smart-Homes“ und neuen innovativen Anlagen werden Bus gesteuerte Systeme für Lichtschaltungen eingebaut.

Doch wie wurde eine Zeitschaltung realisiert, als es noch keine Transistoren und Halbleiter gab, zu einer Zeit, als die Radios noch „Dampfradio“ genannt wurden? Ich spreche hier von den Jahren um und nach dem zweiten Weltkrieg. Hier bediente man sich der physikalischen Eigenschaften von Metallen, die bei Raumtemperatur flüssig sind und deren Ausdehnungskoeffizient bei geringer Temperaturänderung groß genug ist, um eine einfache Detektion dieser, durchführen zu können. Ich spreche von Quecksilber. In Fieberthermometern ist dieses „Flüssigmetall“ ja bekannt, aber es wurde auch in der Elektrotechnik eingesetzt.

Quecksilberzeitschalter

In diesem Beispiel ist es ein Quecksilber-Zeitschalter. Das In dem evakuierten Glasgefäß befindliche Quecksilber, dient hier als Schaltmedium und schließt den Stromkreis eines Verbrauchers (Glühlampe), wenn es durch Erwärmung so weit ausgedeht ist, um die Kontakte zu erreichen. Die Erwärmung wiederum wird, durch einen, in das Glasgefäß eingebauten Heizwiderstand realisiert. Schließt man den Stromkreis zum Heizwiderstand durch Druck auf einen angeschlossenen Taster, so erwärmt sich der Widerstand und das Quecksilber beginnt sich auszudehnen. Nach 2-3 Sekunden hat das sich ausdehnende Quecksilber die Schaltkontakte erreicht und der Stromkreis zur Last ist geschlossen. Jetzt kann man den Taster los lassen und der Lastkreis bleibt weiterhin eingeschaltet. Doch nun, da die Heizung nicht mehr bestromt ist, kühlt sie und das Quecksilber wieder aus, was  zur Folge hat, dass es sich wieder zusammenzieht und nach ein paar Minuten den Stromkreis zur Last wieder öffnet.

Solche Schalter waren noch bis Anfang der 70ger Jahre in vielen Wohnanlagen zu finden. Sie waren in einem Bakelitgehäuse eingebaut und durch Ändern der Schräglage des Glaskörpers konnte die Zeitbasis verändert werden.

 

 

 

 

 

Hier der originale Text zur Montageanleitung:

Vor der Montage des Gerätes ist es notwendig, das Quecksilber richtig zu verteilen. Durch Schütteln und Drehen muß das Quecksilber in die gezeichnete Lage gebracht werden. Bei senkrechter Stellung des Schaltrohres soll das rechte Ende der Quecksilberfüllung bis zur Marke 1 reichen. Es ist dabei zu beachten, dass in der Quecksilberfüllung keine Gasblasen eingeschlossen werden. Der Napf ist ebenfalls bis zur Marke 2 mit Quuecksilber zu füllen. Danach kann der Automat festgeschraubt und angeschlossen werden.
15 Minuten nach dem ersten Schaltversuch ist zu kontrollieren, ob das Quecksilber wieder bis zur Marke 1 zurückgegangen ist. Wenn nötig ist dann durch neuerliches Einschütteln eine Korrektur vorzunehmen un die Probe zu wiederholen.
In der Mittelstellung beträgt die Schaltzeit cirka vier Minuten. Diese kann durch Drehen kürzer oder länger eingestellt werden.
Achtung! Der Lampenstromkreis darf höchstens mit 6A-Sicherungen abgesichert werden.

Hier ein kurzes Video, das die Funktion des Quecksilberschalters demonstriert:

Taschenrechner aus dem Jahr 1975: PICO PA-80N

Aus dem Jahr 1975 stammt dieser japanische Taschenrechner. Er wurde von 1975 bis 1976 von der Eduscho – Tchibo Kaffeekette verkauft. Das Gerät trägt die Bezeichnung „PICO“ PA-80N. Genau dieses Modell  war auch einst im Besitz meines Vaters und ich war als Kind schon fasziniert von den leuchtenden Siebensegmentanzeigen. Und das war wieder das Problem. Soweit ich mich erinnern kann, war ich etwa im Volksschulalter, als ich das Gerät das erste mal in seine Einzelteile zerlegte. Das war ansich noch nicht das Problem, jedoch es blieb nicht dabei. Im Laufe der Zeit zerlegte ich den Rechner einige male. Irgenwann brachen dann Drähte ab und es funktionierte nichts mehr. Wieder zusammengebaut verwschwand der Pico dann in einem Kasten und wurde Jahre später von meinem Vater entsorgt. Warum ich den kleinen Rechner immer wieder auseinandernahm und zusammenbaute, kann ich heute nicht mehr sagen. Scheinbar war es das Erfolgserlebnis eines Achtjährigen, nach dem Zusammenbau wieder ein funktionierendes Gerät zu haben – eben bis zuletzt. 🙂 Auf einer Online – Flohmarktplatform habe ich genau so einen Rechner gefunden und das noch dazu in einem TOP-Zustand und noch dazu fast geschenkt. Also musste ich ihn haben…

Pico mit dem Kunstleder Etui
Zu den Daten:
Das Display hat acht 7 Segment Ziffern (Digits), die auf LED-Technologie aufgebaut sind. Um die MikroLED´s auch ablesen zu können sind sie in einem konvex geformten Kunsstoff eingebettet. Damit wird ein Lupeneffekt erreicht, der die Ziffern ablesbar macht.
Siebensegment – Anzeige mit 8 Digits

LED´s unter der konvexen Kunststoffvergußmasse
Das Gehäuse besteht aus Aluminium und Kunststoff und hat die Abmessungen inetwa einer Zigarettenschachtel. 8.2 x 5.7 x 2.4 cm. Um den Rechner schonend aufbewahren zu können, gab es ein Kunstleder Etui dazu.
Mainboard des PICO

Angetrieben wird der Rechner von zwei Tripple A (AAA) Batterien, also mit 3V. Optional gab es dazu auch ein extenes Netzteil das lt. damaliger Preisliste um knapp 18DM erworben werden konnte. (leider keine Preisinformationen für Österreich)

Netzteilbuchse an der Oberseite
Technisch betrachtet besteht der kleine Rechner aus einer Display-Platine, einem „Mainboard“ und einer Tastaturplatine. Diese Platinen sind untereinander mit einer mehrpoligen Stegleitung verbunden. Diese sollte nicht all zu oft gebogen werden, da dann schnell einzelne Drähte abbrechen…
Aufgeklappte Platinen
Die Displayplatine wird von einem Toshiba T1337 Displaydriver IC angesteuert und der Rechner selbst, ist ein GI C593 (General Instruments) Prozessor, der die Grundrechenarten und Prozentrechnung beherrscht.  Der Prozessor arbeitetmit einer Versorgungsspannung con 15-17VDC und ist imstande Floureszentdisplays direkt zu treiben. Um in dem kleinen Pico Rechner aus den 3V der AAA Batterien auch die 17VDC zu erzeugen abeitet ein kleiner DC/DC Converter am Mainboard.
Prozessor
Displaytreiber
DC/DC Converterschaltung für die 17V der CPU
Datenblatt des C593 (Quelle: 1977 Datacatalog GI Microelectronics)
Neben dem Kunstleder Etui gab es auch noch eine Karte mit einer Bedienungsanleitung und einen Flyer. Der war mit Garantiehinweisen und einem Werbespruch bedruckt:
„Der Pico wird für Sie zum unentbehrlichen Rechenhelfer werden. In der Schule, im Haushalt, im Beruf – überall wo es was zu rechnen gibt, ist der Pico schnell zur Hand. Einfach Tasten drücken, und schon haben Sie die kompliziertesten Aufgaben ausgerechnet. So wird Rechnen zum Vergnügen!“(Quelle:Internet)

Solar – Radiometer

Der/das Radiometer – auch Lichtmühle genannt – ist ein lehrreiches, physikalisches Demonstrationsobjekt, das schon vor ca. 100 Jahren von dem englischen Physiker Crookes erfunden wurde. Dieses kleine pyhsikalisch-technische Anordnung zeigt in anschaulicher Weise, wie Licht in mechanische Energie umgewandelt wird.

 

Die Funktionsweise des Solar-Radiometer:

Flügelrad im inneren der teilevakuierten Glaskugel

Trifft warmes Licht, also Sonnenlicht, Licht von Glühbirnen oder Punktstrahlern, eben Licht in dessen Spektrum auch der infrarote Anteil vofhanden ist (aber kein kaltes Licht von Leuchtstofflampen) auf das, auf einer Nadel ruhende Flügelkreuz, so dreht sich dieses je nach Stärke der Lichtquelle. In einem besonderen Verfahren wird in der Glaskugel ein Teilvakuum erzeugt, so dass der Luftwiderstand nicht stärker als die, durch die Lichtenergie erzeugte Drehkraft des Flügelrades ist. Die geschwärzten Flächen des Flügelkreuzes nehmen mehr Lichtenergie auf, als die hellen Flächen. Durch die Erwärmung der Luftmoleküle entsteht an den dunklen Flächen ein wesentlich höherer Druck als an den hellen Flächen. Dadurch wird die ständige Rotation des Flügelkreuzes bewirkt. (Brownsche Molekular-Theorie). Es sollen je nach Lichtstärke bis zu 3000 Umdrehungen pro Minute erreicht werden. (Quelle: Hersteller des Radiometer)

 

DAT-Walkman Sony TCD-D3

Sony TCD-D3

Zumindest einen Blog-Beitrag pro Monat zu schreiben habe ich mir zum Ziel gesetzt, auch wenn es nicht immer ganz einfach ist, dies zeitlich auch umzusetzen. Jeder der selber kleine Kinder hat, kann sich das vielleicht vorstellen. Doch abends und zwischendurch kann ich Material sammeln und es bearbeiten. -> es dauert eben nur alles viel länger. Diesmal habe ich zum Thema Retro-Audio einen Sony DAT-Recorder organisiert. Es ist ein Sony TCD-D3 aus dem Jahr 1990-91, ein sogenannter DAT Walkman.

Das DAT (Digital Audio Tape) ist ein Audio-Magnetband, auf das digital aufgezeichnet wird. Das Aufzeichnungsformat und die die Tonqualität sind im Wesentlichen mit dem der Audio-CD zu vergleichen. Die Aufzeichnung erfolgt auf kleine Kassetten, die auch im Storagebereich in der EDV eingesetzt wurden (DDS-Bänder). Das DAT Format war als Nachfolger der Audiokassette vorgesehen, konnte sich auf dem breiten Markt nicht durchsetzen. Es wird hier auch diskutiert, dass die Musikindustrie das Format nicht in der Consumerwelt sehen wollte, da es mit dem System möglich sei, digitale, verlustfreie Kopien herzustellen.

Vom technischen Aufbau entspricht das Kassettenlaufwerk dem eines Videorecorders. Das Band wird mit Ladearmen aus der Kassette gezogen und um einen rotierenden Kopf (DAT-R) geführt. Die Aufzeichnung erfolgt im Schrägspurverfahren. Das Exemplar, das ich diesmal als „defekt“ erworben habe, wurde mit dem Defekt: Kassettenschacht öffnet nicht, beschrieben. Nach der Demontage fiel mir auf, dass ich nicht als erster das Innenleben des Gerätes nach der Fabrik betrachten durfte. Da hat schon jemand herumgebastelt. An allen (Tantal)Kondensatoren wurde gelötet, die Zuleitungsdrähte zu den Batteriepolkontakten war „abgezwickt“ und die Drähte fehlten. Der Flexiprint, der das Front-Bedienteil mit dem Mainboard verbindet hatte bei genauer Betrachtung eine gebrochene Leiterbahn.

reparierte Leiterbahn

Die gebrochene Leitung ließ sich durch vorsichtiges Abkratzen der Isolation und Auflöten einer Litze reparieren. Die Kondensatoren habe ich alle neu verlötet und natürlich vorher überprüft. Hierbei ist mir aufgefallen, dass einige nicht anständig verlötet waren und an einem Pol eine kalte Löststelle hatten bzw. gar nicht mit dem Pad verbunden waren. Auch die Batterikontakte wurden mit neuen Drähten versehen. Auf dem Mainboard befindet sich auch noch ein DC/DC Converter, der aus den 9V Eingangsspannung die Versorgungsspannungen für die Logik und die Audiokomponenten macht. (5V +/-7V). Dieser Converter ist in einer vollständig verlöteten Weissblechbox untergebracht. Hier war natürlich noch niemand drinnen und hat die darin befindlichen Elkos überprüft. Das war dann auch recht schnell gemacht und die kleine Box überholt. Jetzt konnte ich die Platinen und das Laufwerk provisorisch wieder zusammenstecken und in Betrieb nehmen. Als Datenträger verwendete ich eine DDS (Storage) Kassette. Also Spannung drauf´ und „Eject“ gerdrückt und siehe da, das Kassettenfach öffnet auf Anhieb. Von meinem Handyaudioplayer als Musikquelle machte ich eine Probeaufnahme. Und was soll ich sagen, eine wunderbare Tonqualität!

Das nächste zu behebende Problem ist eher optischer Natur. Es handelt sich hier um die Seitlichen Gehäuseteile, die mit einer Gummierung überzogen sind und diese beginnt sich scheinbar chemisch zu verändern und wird klebrig. So habe ich diese Gummierung vorsichtig mit Isopropanol abgewaschen und versucht, die weis bedruckte Beschriftung nicht mit abzulösen. Das klappte ganz gut. Mit Acrylklarlack habe ich die Teile dann lackiert.

lackierte Seitenteile

Nach der Aushärtung des Klarlackes konnte ich wieder alles zusammenbauen und den finalen Test starten. Die folgenden Bilder zeigen das Innenleben des  TCD-D3.

Spezifikationen des TCD-D3

  • Type: Digital Audio Tape Dec
  • kTonspuren : 2-channel stereo
  • Bandgeschwindigkeit: 4.075, 8.15 mm/s
  • Aufzeichnungsdauer: 240 minutes
  • Kopfsystem: 2000rpm, rotary
  • D/A Converter: 16 bit linear
  • A/D Converter: 16 bit linear
  • Samplefrequenz: 32-48kHz
  • Frequency Response: 20Hz to 22kHz
  • Signal to Noise Ratio: 90dB
  • Dynamic Range: 90dB
  • Total Harmonic Distortion: 0.0008%
  • Analogeingang: 80mV (line), 0.25mV (mic)
  • Analogausgang: 0.5V (line)
  • Abmessungen: 85.2 x 40 x 120.1mm
  • Gewicht: 0.42kg

 

Sony Video8 Walkman GV-8E

Sony GV-8E

Gelegentlich stöbere ich auf Flohmarkt Webseiten nach Vintage- und Retrogeräten aus den 70er, 80er und 90er Jahren. Wenn ein absolutes Schnäppchen in Sicht ist, dann schlage ich zu und opfere ein paar Euro. Dieses Mal habe ich eine ganze Kiste mit portablen Medienwiedergabegeräten der Marke Sony gefunden. Das Ganze hat mich gerade einmal den Gegenwert einer Packung Cafe gekostet. Allerdings ist auch der Zustand der Geräte, was die Funktion betrifft, unbekannt. Ein besonders schönes Stück (ja – das liegt immer im Auge des Betrachters) aus dieser Kiste ist der Videowalkman GV-8E von Sony. Das ist ein portabler, analoger Video Player/Recorder, der einen VHF/UHF Fernsehtuner und einen LCD Monitor in einem Gerät integriert hat. Das mag zwar heute nichts Aufregendes mehr sein, jedoch war der GV8E zur Markteinführung 1988 ein sehr schönes und teures Stück Technik. Also landet der Portable auf meinem Tisch und bekommt vom Netzteil seine 6V DC Versorgung. Die Ernüchterung kommt dann auch so schnell wie die anfängliche Euphorie. Das Gerät zeigt trotz aufrechter Energieversorgung keinerlei Funktion. Es reagiert auf keinen Tastendruck, es leuchtet keine Led. (Irgendwie habe ich das auch schon so oder ähnlich erwartet)

Doch der Ehrgeiz ist zu groß, nicht doch einmal in das Innere des Gerätes zu blicken und nach dem Problem Ausschau zu halten. Schnell habe ich mit dem Zerlegen begonnen und das Gerät einmal grob ein seine Komponenten aufgeteilt. Im Netz findet man die Serviceunterlagen,  die hier sehr hilfreich sind.

GV8E in Einzelteilen

Nach der Begutachtung des Blockschaltbildes des gesamten Systems, war der Start der Fehlersuche das DC/DC Converterboard. Diese von einem Schirmblech umhüllte Platine produziert aus der 6V Eingangsspannung sämtliche, für die Versorgung der einzelnen Komponenten benötigten Spannungen. Eine Messung an den Testpins am Board zeigte, dass einige Spannungen fehlten. Also muß hier schon ein Problem zu suchen sein.

Lötseite des DC/DC Converter Boards
Bauteilseite des DC/DC Converter Boards

Nach dem Entfernen des Schirmblechs und einer Inspektion der Bauteile ist mir eine defekte 1.6A Sicherung (F103) aufgefallen. Diese Sicherung schützt den Primärkreis des Schaltwandlers. Aus dem Plan ist ersichtlich, dass der Transistor Q114 niederohmig war und so das Auslösen der Sicherung verursacht hat.

Auszug aus dem Schaltplan des DC/DC Converters

Bei dem Transistor handelt es sich um einen 2SB1121 Bipolar PNP Transistor. Den hatte ich natürlich nicht in meiner Sammlung. Also die Bauteilekisten nach einem geeigneten Ersatz durchforstet…

Ersatz für 2SB1121 ist ein PBSS5250Z

Gefunden habe ich dann einen PBSS5250Z, der zwar ein etwas größeres Gehäuse hat, aber dafür seinen Dienst in der Schaltung verrichten sollte.

Defekter Q114 ausgebaut

Aufgrund der größeren Bauform und des geringen Platzangebotes konnte ich den Ersatztransistor nur stehend einlöten.

Q114 erneuert

Jetzt fehlt noch eine neue Sicherung in der Platine. Nach dem Einbau und der Überprüfung der weiteren Bauteile in den betroffenen Stromkreisen ging´s an den nächsten Funktionstest. Alle Boards wieder elektrisch miteinander Verbunden und 6V an die Batterieklemmengelegt – und siehe da, das Powersupply Board fährt hoch und die Spannungen sind da. Jetzt lässt dich der GV8E mit dem Powertaster wieder einschalten, die LED leuchtet auch und aus dem Lautsprecher ist ein leises Rauschen zu hören. Jedoch läuft keiner der Laufwerksmotoren und der LCD-Monitor bleibt auch dunkel. Beim Betätigen des „Ejekt“ Tasters leuchtet die LED ganz kurz, aber der für den Auswurf des Kassettenfaches zuständige Motor läuft nicht an. Das bedeutet -> weiter nach Fehlern suchen. Zunächst widme ich mich einmal dem LCD Monitor. Der ist schnell ausgebaut und zerlegt. Um so weniger erfreulich, ist der Zustand der Platine. Hier haben die „verwesenden“ Elektrolytkondensatoren mit ihren „Körperflüssigkeiten“ gewütet. (Damit sind natürlich die Elektrolyte gemeint)

Ausgelaufene Elektrolytkondensatoren

Die flüssigen Elektrolyte der Elkos sind über die Jahre ausgelaufen und haben die Leiterbahnen und auch die Lötstellen angegriffen. Teilweise ist es so schlimm, dass kleine Bauteile, wie SMD Transistoren und Widerstande, schon beim Berühren von der Platine abfallen. Spätestens jetzt ist es unbedingt notwendig, den Schaltplan des Gerätes bei der Hand zu haben. Sonst wird´s nachher schwer, die fehlenden Teile wieder richtig nachzubestücken. Aber vorher mussten die alten Elkos erst einmal entfernt werden.

so sieht die Platine unter den Elkos aus

Mit Leiterplattenreiniger konnte ich die Reste der Elektrolyte entfernen, um dann erst die Beschädigungen an der Platine  zu sehen. Korrodierte Bereiche mussten mit einem Glaspinsel angeschliffen und verätzte Bauteile erneuert werden. Nach einer erneuten Reinigung haben die neuen Kondensatoren (diesmal Keramik-Vielschicht-Kondensatoren anstelle der Elkos) ihren Platz gefunden.

Platine mit neuen Bauteilen

Nach dieser Prozedur war es dann soweit. Der nächste Funktionstest startete. Nach dem erneuten Verbinden sämtlicher Steckverbindungen und der Energieversorgung gab es weitere Lebenszeichen. Die Hintergrundbeleuchtung (CCFL) startete wieder und in der linken oberen Ecke war „00:00“, die blinkende Uhr des Onscreendisplays zu erkennen… Leider war das auch schon alles. Die OSD-Darstellung war sehr verschwommen und der Rest des Bildes war weiss. Die Helligkeitsregler reagierten nicht. Also musste das Board unter die „große“ Lupe.

Das Board des LCD-Monitors hatte noch viele unterbrochene Leiterbahnen, die mühevoll mit einzelnen Litzen und Kupferlackdraht repariert werden mussten. Es waren auch noch einige SMD Komponenten (Widerstände und Transistoren) an ihren Anschlüssen derart korrodiert, dass hier nur ein Austausch half. Das Ergebnis sieht zwar etwas wild aus, aber ein weiterer Funtkionstest verlief dann endlich positiv.

Repariertes Displayboard

Nachdem ich den Monitor wieder zusammenbaut hatte, ging´s an das Laufwerk. Auch hier habe ich zuerst alle SMD-Elkos geprüft bzw. erneuert, da wirklich ALLE ausgelaufen waren. Glücklicherweise waren die Platinen hier nicht so extrem verätzt und konnen einfach gereinigt werden. Dann kam der Funktionstest. Und leider gab es auch hier noch Probleme. Es gab keinen Kassettenfachauswurf und keinerlei Reaktionen eines der Antriebe. Nach dem Studium des Servicemanual und dem Messen vieler Versorgungsspannungen konnte ich einen Prozessor als Fehlerquelle ausmachen. Es handelt sich um einen SONY CXP80116.

Sony CXP80116

Dieser Chip steuert sämtliche Antriebe, Leds, fragt Sensoren ab, etc.. Für das Auswerfen des Kassettenfaches ist er auch zuständig. Über Pin 20 und 21 steuert er ein TreiberIC (Brücke)  an, das wiederum den Lademotor versorgt. Und genau die beiden Ausgänge blieben auf 0V.  Wenn die „Eject“ Taste betätigt wurde, waren anstelle der 5V nur ein paar Millivolt zu messen. Also stand zuerst der Verdacht nahe, der Treiber IC hat einen Fehler und zieht die Ausgänge des Controllers hinunter. Also die Ausgänge vom Controller zum Motortreiber getrennt und an den Motortreibereingang direkt 5V angelegt – und siehe da, der Lademotor wurde angesteuert. Also liegt der Fehler am 80116er. So einen konnte ich nach einigem hin und her auch noch finden und tauschte ihn aus. Ein erneuter Test erfreute mich, denn die Kassette konnte wieder geladen werden und die Kopftrommel startete.

Und schon zeigte sich das nächste Problem. Einer der beiden Ladearme fuhr nur den halben weg und blieb dann hängen. Das bedeutet, auch die Mechanik des Laufwerks muß ich zerlegen. Gesagt – getan. Glücklicher Weise war nur ein kleiner Bolzen schuld, der einen Mitnehmerhebel festhält. Dieser hatte sich gelockert und ist herausgerutscht. Das Problem war also schnell behoben. Jetzt endlich konnte ich wieder einen Funktionstest machen. Und dieses Mal klappte auch alles. Die Kassette wurde geladen, die Kopfscheibe startete, das Band fädelte ein und schlussendlich ließ es sich auch Abspielen. Nachdem ich alle Funktionen getestet hatte, der GV-8E wieder zusammengesetzt werden. Jetzt kann er als „Museumsstück“ in die Vitrine 😉

läuft wieder

 

Technische Daten des GV-8E:

  • Video recording System: Rotierendes Zweikopf-Helical-Scan-FM System
  • Audio recording System: Rotierender Kopf, FM System
  • Videonorm: CCIR, PAL color
  • Kassettenformat: 8mm Videokassette
  • Bandgeschwindigkeit: SP: 2.0051 cm/s LP:1.0058cm/s
  • LCD Bildschirm: 6.2×4.6cm (3inch Diagonale)
  • Bildschirmtyp: TN LCD/TFT active Matrix mit 92.160 Bildpunkte
  • TV-Tuner: VHF Kanal 2-12, UHF Kanal 21-69
  • Anschlüsse: RF-Antenne, Video Input/ Output Chinch, Audio Input/Output Chinch (mono), Headphone 3.5mm Klinke
  • Energieversorgung 6V (Akku oder Netzadapter)
  • Leistungsaufnahme: 7.1W
  • Abmessungen: 129x67x213mm
  • Gewicht: 1.15kg ohne Akku
Typenschild des GV -8E

 

Kassettenrecorder SONY TC150B

Sony TC-150 Kassettenrecorder

Der Sony TC-150 ist das neueste, alte Mitglied in der Sammlung. Wiederum als Defektgerät erworben, fand dieses Schätzchen einen Platz in der Werkstatt. Nach einer schnellen Inspektion war gleich klar, hier hat der Zahn der Zeit genagt und wie oft üblich, die Antriebsriemen spröde gemacht, bzw. sie zersetzt. Ansonsten ist das Gerät in tadellosem Zustand, kaum Krazter und Beschädigungen am Gehäuse. Auch das Batteriefach war sauber. In dem Gerät befinden sich vier unterschiedlich lange Vierkanriemen.

die zu erneuernden Riemen

Geeignete Ersatzriemen bekommt man beispielsweise bei einem großen Elektronikhandel, der in Österreich mit sechs Megastores vertreten ist. Unter der Bezeichnung „Antriebsriemensortiment“ und „1.1mm Kantenlänge“ wird man schnell fündig. Weniger schnell geht das Austauschen der Riemen. Hier sollte man sich zumindest eine halbe Stunde Zeit nehmen und das Zerlegen des Laufwerks vorsichtig angehen.

Um zu den Riemenscheiben zu gelangen, bzw. diese weiter freischrauben zu können, muss die Hauptplatine abgenommen werden. Dies geht aber nur, wenn einige Leitungen abgelötet werden. Erst dann kann man die Platine hochklappen. Ist das erledigt, kann man die Haltebleche über den Riemenscheiben abschrauben.  Sie bilden den Gegenhalt der Schwungräder (Kapstanwelle). Bei dieser Gelegenheit bietet es sich an, die Kapstanwelle auf Schmutz (durch Bandabrieb) und Beschädigungen zu prüfen, bzw. sollte sie gereinigt werden. Auch die Andruckrolle darf nicht ausser Acht gelassen werden. Bei diesem Modell war beides in einem super Zustand. Die Andruckrolle war weder verglast und spröde, noch mit Bandabrieb verunreinigt oder eingelaufen. So konnte ich die neuen Riemen auflegen. Der Hauptriemen vom Motor wird mit einer Drehung von 90° aufgelegt. Hier sollte man sich, falls noch vorhanden, die Einbaulage des alten Riemens merken, oder nach dem Auflegen des neuen Riemens zumindest einen kurzen Probelauf machen.

Dreht sich wieder alles (und vorallem auch in die richtige Richtung) dann kann mit dem Zusammenbau begonnen werden. Drähte wieder anlöten, Platine verschrauben und schon ist die „Reparatur“ beendet. Sollte man eine Testkassette besitzen, so können hier noch einige Parameter, wie zum Beispiel Bandgeschwindigkeit oder die Spurlage des Tonkopfes überprüft und gegebenfalls justiert werden.

Der TC150 nach Austausch der Riemen
Das VU-Meter zur Aufnahmeaussteuerung und Batteriekontrolle

 

Technische Daten des SONY TC-150:

Hersteller:                             Sony
Type:                                         TC-150 (Europa) bzw. BT-50 USA
Herstellungsjahr:              ca. 1977 – 1982 (lt. diverser Internetquellen)
Modellart:                             portabler Kassettenrecorder
                                                     (Cassette Corder)
Hauptprinzip:                      NF-Audio
                                                     Magnetbandaufzeichung/Wiedergabe
Bandgeschwindigkit:      4.8cm/s
Magnetköpfe:                     1 Aufnahme-/Wiedergabekopf
                                                     1 Löschkopf (Permanentmagnet)
Halbleiter:                             8 Tranistoren, 5 Dioden, 2IC´s, 1 FET
Leistungen:                           Ausgangsleistung: max 360mW
                                                     Leistungsbedarf Versorgung: max 9W
Versorgungsspannung: Batterie 4×1.5V AA, oder Akkupack BP28
                                                     12V Caradapter bzw. 6V 4W Steckernetzteil
Betriebszeit:                         2.5h bei kontinuierlicher Aufnahme
Lautsprecher:                      Dynamischer 5cm Lautsprecher
Abmessungen:                    174 x 29.5 x 113 mm (BxHxT)
Gewicht:                                 ca. 769g

 

 

 

Mini-TV Broksonic

Broksonic CIRT-2097T

Dieses schöne, kleine, neue Stück Technik aus den achziger Jahren ist zu meiner Sammlung dazugekommen. Es ist ein kleiner Röhrenfernsehempfänger mit Radioteil mit der Bezeichnung CIRT-2097T von dem Hersteller Broksonic (ist lt. Internetrecherchen eine US-Firma). Das Gerät habe ich mit dem Attribut „defekt“ ganz günstig über eine Flohmarktplattform  erhalten.  Also dachte ich, das Risiko kann man eingehen und einen Reparaturversuch wagen. Was Großartiges kann ja nicht kaputt sein – wenn´s nicht gerade die Bildröhre ist.

Das Innenleben des Broksonic

Nach einem kurzen Funktionstest mit dem Steckernetzteil, zeigte sich schnell, dass sich nichts zeigte. Kein Bild – kein Ton, kein gar nix. Da das Gerät auch ein Batteriefach besitzt, wollte ich als nächstes versuchen, die Energieversorgung über die Batterieklemmen einzuspeisen um zu sehen, ob hier vielleicht schon ein Problem liegt. Und da war es auch schon – das Problem. Der Batteriedeckel war fast nicht abzubekommen, er hielt wie angeklebt. Nach einigem hin und her, bekam ich den Deckel dann doch noch zerstörungsfrei ab und es offenbarte sich die Ursache der „Verklemmung“ oder besser „Verklebung“. Im Batteriefach befanden sich (wahrscheinlich schon seit 20, oder mehr Jahren) immer noch Batterien. Die waren in einem schlimmen Zustand, total korrodiert und ausgelaufen. Teilweise war der äussere Mantel der Zelle verätzt und nicht mehr vorhanden. Ohje – dachte ich, hoffentlich hat sich das ausgelaufene Dielektrikum nicht ins Innere des Gerätes bewegt und dort Schaden angerichtet. Es blieb mir nichts anderes übrig, als alles zu zerlegen und zu überprüfen. Und da offenbarte sich dann  das Übel:

Von Batteriedielektrikum beschädigte Platine

In etwa ein Viertel der TV-Platine war mit der Batterieflüssigkeit in Kontakt gekommen. Und das Zeug hat ganze Arbeit geleistet und Leiterbahnen und Anschlussdrähte von Bauteilen fast vollständig weggeätzt.

Also habe ich zuerst einmal versucht mit Leiterplattenreiniger,alle Kistalle und den Rest des Batteriesaftes zu entfernen um dann einen genaueren Blick auf die Beschädigungen zu erhalten. Ein paar stichprobenartige Messungen mit dem Ohmmeter zeigten schnell, dass viele Leiterbahnen durchtrennt waren. Es half also nichts, die Leiterbahnen mussten freigelegt werden. Erst dann wäre eine vernünftige Reparatur möglich.

Grobe Reinigung mit der Messingdrahtbürste

Mit einer rotierenden Messingdrahtbürste habe ich dann begonnen, die verätzten Bereiche abzutragen, die Reste des Lötstoplackes zu entfernen und die Kupferbahnen freizulegen.

Feinarbeiten mit Glaspinsel

Nach den groben Vorabeiten musste der Glaspinsel ran. Nur mit dem war es möglich, alle Lack- und Korrosionsreste zu entfernen und schlussendlich die Leiterbahnen freizulegen. Eine langwierige Arbeit…

die freigelegten und reparierten Kupfebahnen

… doch schlussendlich gelang es, alle beschädigten Bereiche freizulegen und zu reparieren. Einige Widerstände und Kondensatoren mussten auch erneuert werden, da deren Anschlussdrähte auch in einem schlechten Zustand waren.

Nach der Reparatur konnte dann ein Funktionstest durchgeführt werden – und siehe da, es war kein weiterer Fehler mehr vorhanden und das Gerät funktionierte schon wieder einwandfrei. Also konnte ich den reparierten Bereich der Platine mit Lötlack vor erneuter Korrosion schützen und das Gerät wieder zusammenbauen.

 

 

 

 

Abschliessend liste ich hier noch eine Übersicht der technischen Daten:

Hersteller:                          Broksonic (US-Firma New York)
Type:                                      CIRT-2097T
Herstellungsjahr:           ca. 1982
Modellart:                          TV+FM Empfänger portable
Hauptprinzip:                   Superhet
Bildschirmdiagonale:  2 Zoll SW Bildröhre
Wellenbereiche:             AM, FM, SW (Radio), VHFI,VHFIII,UHF (TV)
                                                  AM: 535-1605kHz
                                                  SW:3200-9700kHz
                                                  FM:88-108MHzTV:
                                                  VHF Kanal 2-13(US), 2-12 (E)
                                                  UHF Kanal 14-83(US),21-69(E)
Betriebsart:                       Batterie oder Akku, Netzbetrieb mit Steckernetzteil
Versorgungsspannung: Akku 6V, Batterie 6×1.5V AA
Lautsprecher:                    Dynamischer 16 Ohm Lautsprecher mit Permanentmagneterregung
Ausgangsleistung:          150mW
Abmessungen:                  150x53x202 mm (BxHxT)
Gewicht:                                ca 1.1kg

NES Classic Mini : Aus mit Wucherpreisen

Das Unternehmen Nintendo hat im Jahr 2016 die Spielekonsole Nintendo Classic Mini aufgelegt und in den Verkauf gebracht. Sie ist ein Revival der 8-Bit Ur-Spielekonsole Nintendo Entertainment System aus dem Jahr 1983 (Veröffentlichung in Japan) bzw. 1986 (Veröffentlichung in Europa). Die Ur-NES Konsole hat sich ca. 61 Millionen mal verkauft und wurde 1992 von der SNES (Super Nintendo Entertainment System) einer 16Bit Konsole abgelöst. Die Beliebtheit der Nintendokonsolen ist scheinbar so groß, dass die Neuauflage mit einem Verkaufspreis von ca. 60 Euro kurz nach der Veröffentlichung ausverkauft war. Hier witterten Geschäftemacher den großen Deal und boten die Geräte über Amazon, ebay und co zu teilweise horrenden Preisen an. Auch jetzt, knapp ein Jahr später sind sie noch nicht unter 100 Euro zu bekommen. Und Nintendo produziert auch keine weitere Einheiten. Stattdessen hat das selbe Spiel mit dem Revival der SNES Serie in einer Miniaturausgabe begonnen. 

Der NESPI in seiner Verpackung

Es gibt aber auch andere Möglichkeiten, um mit viel weniger Geld in den Besitz einer miniaturisierten Version dieser Konsole zu gelangen. Um ein paar Euro bekommt man ein Gehäuse namens NESPI CASE, das der NES CLASSIC MINI entspricht, jedoch mit einem großen Unterschied: Den Rechner kann man in Form eines Raspberry PI selber einbauen. Damit eröffnen sich unzählige Möglichkeiten mit Emulatorsoftware eigene Konsolen softwaremäße nachzubauen.  Das NESPI-Case besitzt einen integrierten 4 Port – USB Hub sowie einen LAN Ethernet Connector, der die Anschlüsse des Raspberry PI nach aussen führt. Hierbei sind zwei USB Ports so angeordnet, dass sie als Controller-Anschlüsse dienen. Die weiteren zwei USB Ports sowie der Ethernetanschluss liegen unter der Geräteklappe, wo einst die Spielemodule eingesteckt wurden. Das Gerät ist mit einem Einschalter mit Power LED  sowie einem Reset-Taster ausgestattet.

NESPI Case ausgepackt
Bedienelemente und Anschlüsse

Das Gehäuse wird mit bereits vormontierten Adapterplatinen geliefert. Auch die Schrauben für die Montage des Raspberry Pi, sowie für die Gehäuseschalen sind im Lieferumfang enthalten. Ein kleiner beiliegender Kreuzschraubendreher, sowie ein Zettel mit einer Montageanleitung machen die Sache noch einfacher.

Raspberry PI im NESPI-Gehäuse

Die Lan und USB- Ports des RaspberryPi werden über die, an den Adapterplatinen befindlichen Kabel samt Steckern nach aussen geführt. Sind die Steckverbindungen hergestellt, so kann die RapsberryPI-Platine im Gehäuse verschraubt werden. Optional kann auch noch ein 5VDC Lüfter mit den Abmessungen 30x30x10mm im Gehäusedeckel per Rastnasen befestigt werden. Für die Stromversorgung des Lüfters steht auf der Platine ein zweipoliger Pinheader zur Verfügung. Ist alles eingebaut und angeschlossen, dann kann das Gehäuseoberteil angeschraubt werden.

Raspberry Pi eingebaut

Nun kann die Software eingerichtet werden. Ich bevorzuge hierbei die Images von retropie bzw. recalbox. Nähere Indormatinen dazu findet man auf den entsprechenden Webseiten. Sind die gewünschten Emulatoren eingerichtet, so muss man nur mehr die Spieledateien, die sogenannten „Roms“, also binäre Kopien der Spielemodule der einstigen Originalhardware in einer .bin oder .rom oder .iso Datei etc. auf die SD-Karte oder einen USB-Stick kopieren und in die „EmulationStation“ einbinden. Und schon kanns losgehen. Auch die USB-Controller im NES – Look sind um ganz wenige Euro aus China zu bekommen…

NESPIE mit NES-Nachbau „ChinaController“

 

Ein alter NES „Klassiker“