Archiv der Kategorie: Nostalgie Technik

VFD-Uhr mit Datum, Wochentag und Sound

Einen neuen Bausatz zum Thema Vakuum Floureszenz Display habe ich von Günter (gr-pojects) erhalten. Vielen Dank!

Es ist eine Uhr mit Vakuum-Floureszenz-Anzeigeröhren der Typen IV-11 für die Stunden, Minuten und Sekundenanzeige und einer IV-18 Röhre für die Datumsanzeige, sowie IV-3 zur Darstellung des Wochentages. Die Uhr besteht aus einem Mainboard mit Spannungsversorgung, CPU, MP3-Modul sowie den Treiberbausteinen für die Röhren. Die Uhrzeit wird über einen extern angeschlossenen DCF-77 Empfänger eingestellt und synchronisiert. Später wird das Board noch mit einer Realtimeclock-Schaltung erweitert.  Die Energieversorgung für die gesamte Schaltung kommt von einem kleinen Steckernetzteil mit 12V/1.2A. Die gesamte Stromaufnahme beträgt ca. 450mA. Als besonderes Feature besitzt die Uhr ein kleines MP3-Soundmodul mit MicroSD-Kartenslot. Dieses erhält vom Microcontroller über die serielle Schnittstelle zu jeder viertel-Stunde ein entsprechendes Commando, ein MP3 File abzuspielen. So wird die viertel Stunde mit einem „Gongschlag“, die halbe Stunde mit zwei und die dreiviertel Stunde mit drei „Gongschlägen“ signalisiert. Zur vollen Stunde wird die entsprechende Uhrzeit angesagt.

Die gesamte Schaltung ist in ein Alu-Acryl Gehäuse eingebaut. Alle Formteile sind gefräst und werden  verschraubt. Ein Video vom Aufbau und der Funktion ist unten zu sehen:

Philips „Sonate“ Philetta Euro280

Philips Philetta Euro 280 „Sonate“

In den Jahren 1968 bis 1970 wurde der Radioempfänger mit der Aufschrift „Philetta Euro 280“ von Philips gebaut. Es ist dies ein kleiner Mehrbandempfänger mit Transistorbestückung. Die Typenbezeichnung 12RB280/30 mit der Aufschrift „Sonate“ scheint hier eine weitere Ausführung dieses Modells zu sein. Auf jeden Fall, habe ich die Version  „Sonate“ – wieder einmal aus den Tiefen der Kellergefilde – ausgegraben und nach oberflächlicher Reinigung an das Stromnetz angeschlossen. Sofort nach dem Einschalten leuchtet die Skalenbeleuchtung und aus dem Lautsprecher ist ein deutliches 50Hz Brummen wahrzunehmen. Mit Erhöhen des Lautstärkepegels kommt dann noch ein Rauschen hinzu.  Also auf das UKW Band geschaltet und einen Sender gesucht – und siehe da, es klappt. Einzig das Brummen stört. Ansonsten funktioniert das Gerät ohne weitere grössere Probleme. Um die Ursache des Brummens zu finden, fängt man mit der Fehlersuche wie üblich bei der Spannungsversorgung an.

entfernte Rückwand

Die Rückwand ist schnell abgenommen und das Netzteil, bestehend aus einem, auf einer Trägerplatte montiertem Transformator samt Gleichrichter und Siebkondensatoren, ausgebaut. Jetzt kann man auch ohne das Oszilloskop und das Multimeter zu verwenden, gleich erkennen, wo der Zahn der Zeit seine Spuren hinterlassen hat. Die beiden Elektrolytkondensatoren sehen nicht mehr ganz gesund aus.

Eine schnelle Messung der Spannungen bringt Gewissheit. Die Gleichspannungen haben eine ordentliche Restwelligkeit, die den „Brumm“ verursacht.  Also ist die Funktion der Elkos, die Gleichspannung zu glätten, nicht mehr, bzw. schlecht gegeben. Eine Messung der Kapazitäten bestätigte das. Also habe ich die Kondensatoren erneuert.

Netzteil mit erneuerten Kondensatoren

Gleich nach dem Einschalten, noch bevor ich den Tastkopf an den Messpunkten hatte, war ein Rauschen ohne „Brumm“ zu hören. Das Oszillographenbild zeigte jetzt auch eine saubere Gleichspannung – fast ohne Welligkeit. Der Empfänger arbeitete wieder ganz sauber, ohne störende Nebengeräusche. Das war scheinbar der einzige Fehler.

Zu den technischen Informationen:

Das Hauptprinzip des Empfängers ist ein Superhet  (nach dem Überlagerungsprinzip) mit einer ZF von 460/10700 kHz.
Die Wellenbereiche des Empfängers:

Frequenzskala
  • Langwelle
  • Mittelwelle 1 (520-1400kHz)
  • Mittelwelle2 (1400-1600kHz)
  • Kurzwelle
  • UKW

Die Endstufe hat eine Leistung von 3W, die in einem dynamischen Lautsprecher mit permanent-magnetischer Erregung in Schallenergie umgesetzt wird. Das Gehäuse ist aus Kunsstoff und hat die Abmessungen 43×17.5×10.5cm bei einem Gewicht von 2.4kg.  Versorgt wird der Empfänger mit 220V/50Hz Netzspannung.

 

 

Technik-Spielzeug von früher – aus Kunststoff

Gar nichts mit Elektronik hat dieser Beitrag zu tun. In meinem Retrowahn war ich wieder einmal in den Kellerräumen des Elternhauses stöbern und habe dort hinter staubigen Einmachgläsern  modrig riechende Kartons mit unbekanntem Inhalt entdeckt. Also was blieb mir übrig, den Inhalt dieser Kartonagen freizulegen und anzusehen. Und was hier zum Vorschein kam, waren weitere Kartons des bekannten Spielzeugherstellers „LEGO“. Einige sehr verstaubte originale Schachteln von Lego-Technik Modellen und alte Waschpulverkartons, die mit vielen, vielen bunt gemischten Lego-Bausteinen und anderem Zeug und leider auch Müll gefüllt waren. Eigentlich, dachte ich mir, diese vielen Plastikteile kann ich in den Müll werfen, denn damit wird auch mein Sohn sicher nicht mehr spielen. Alles riecht nach Keller und ist schmutzig und die Arbeit, das alles zu reinigen und zu sortieren wird sich sicherlich niemand mehr antun. Aber anderer seits ist das wirklich altes Spielzeug aus den 70igern und 80iger Jahren – also schon über vierzig Jahre alt. Und das ist wieder genau mein´s. 🙂 Dinge aus meiner Kindheit und entsprechende Erinnerungen daran.

Also alles eingepackt und nach Hause transportiert. Und dann in mühevoller Arbeit alles einmal nach Farben sortiert und von Müll und legofremden Teilen befreit. Und jetzt begann die eigentliche Arbeit. Das Ziel sollte sein, aus den vielen Teilen wieder die alten Lego-Technik Modelle zusammen zu setzen und fehlende Teile soweit noch vorhanden, nach zu bestellen. Es sollten die „Vintage Baukästen“ so gut wie möglich in ihrer Originalität wieder hergestellt werden.

Gut durchmischte und nicht vollständige Legoboxen

Auf dem Foto ist ein kleiner Teil der „ausgegrabenen“ Legoboxen zu sehen. Hier waren zumindest die Schachteln schon einmal grob gereinigt. Was nach der mühevollen Sortier- und Aufbauarbeit herauskam kann sich allerdings auch wieder sehen lassen.

 

Nr. 853 Lego Car-Chassis

 

Die Nummer 853 ist das Autochassis. Verkauft wurde der Bausatz im Jahr 1977. Er besteht aus 601 Teilen und fertig aufgebaut ca. 52cm lang und 22cm breit.

Das Modell hat einen Vierzylinder Reihenmotor mit Zweiganggetriebe und Kardanwelle zur starren Hinterachse. Das Getriebe, sowie die Kolben sind funktionstüchtig. Ebenso funktioniert die Lenkung. Die Sitze sind in der Längsachse verschiebbar.

In dieser Serie war die Hinterachse noch starr und mit einem Differential ausgestattet. Im folgenden Bild ist der aufgeräumte, wieder hergestellte Baukasten zu sehen.

 

Nr.: 8860 Car Chassis

Aus 671 Einzelteilen ist das Auto Chassis mit der Nummer 8860 zusammenzusetzen. Das Set stammt aus dem Jahr 1980 und hat eine Grösse von 46×19 cm. Hier wurde im Vergleich zum 853er schon einiges erweitert. Die Hinterräder sind einzeln aufgehangen und besitzen eine Federung. Der Motor sitzt hinten und ist diesmal ein Vierzylinder Boxer. Auch hier gibt es ein Getriebe mit drei Stufen.

Die Sitze sind in Längsrichtung verstellbar und die Neigung der Sitzlehne kann ebenfalls eingestellt werden. Auch hier ist wieder eine Zahnstangenlenkung verbaut.

Die Originalverpackung ist noch vorhanden und sieht im sortierten Zustand wie folgt aus:

 

Nr. 854 Lego GoKart

Aus dem Jahr 1978 stammt das Lego GoKart Nr. 854. Es hat die Abmessungen von ca. 21 x 13cm und wird aus 206 Teilen zusammengesetzt. An realisierten Funktionen gibt es eine Zahnstangenlenkung und einen Einzylinder-Motor, mit einem funktionstüchtigen Kolben. Die Hinterachse ist starr und die Welle über eine Übersetzung mit der Kurbel des Kolbens verbunden. Laut Angaben im Netz hat dieses Modell mittlerweile Kultstatus erreicht, da es eines der ersten Lego-Technik Modelle überhaupt sein soll. Ist hier die Originalverpackung und vorallem die Nummer 9 an der Frontseite noch vorhanden, dann soll das Modell in Sammlerkreisen richtig wertvoll sein. Leider kann ich keines der beiden Kriterien erfüllen.

Nr. 856 Lego Bulldozer

 

Mit dem Modell Nr. 856 hat Lego eines der unzähligen Baufahrzeug-Modelle auf den Markt gebracht. Der Bulldozer stammt aus dem Jahr 1979 und besteht aus 370 Teilen. Die Grundfläche beträgt 24x 11cm bei einer Höhe von 14cm. Von den Funktionen ist die Schaufel kipp-, heb- und senkbar. Zwei Ketten auf Zahnrädern stellen die Verbindung zur Auflagefläche dar.

 

Leider ist auch hier von der Originalverpackung auch nur mehr die Schachtel ohne Innenteilung vorhanden.

 

Nr. 8848 Lego Unimog

Der Unimog 8848 aus dem Jahr 1981 misst an der Grundfläche knapp 30x12cm bei einer Höhe von 14cm. Er besteht aus 398 Teilen. Als funktionierende Technik ist hier wieder die Lenkung, die kippbare Ladefläche, sowie eine heb- und senkbare, sowie kippbare Schaufel vorhanden.

Auch hier fehlt von der Schachtel leider die Innenausstattung, ansonsten ist auch das Modell komplett. Ausser den hier vorgestellten, vollständigen Baukästen sind noch einige weitere vorhanden, bei denen aber leider zu viele Teile fehlen. Aber irgend ein Flohmarkt oder online Konvolut an Legoteilen wird sich wohl einmal ergeben, um auch diese Sets zu komplettieren und vollständig in eine Retrosammlung aufnehmen zu können.

 

 

Carrera Retro – ein Kellerfund

Beim Stöbern in den Tiefen des Kellers  ist mir wieder ein Stück aufgefallen, das meine Aufmerksamkeit auf sich zog. In einer modrigen Kartonbox befanden sich kleine, sehr staubige Spielzeugmodellfahrzeuge aus den Kinderzeiten. Darunter war auch ein Fahrzeug, das viel älter aussah und nicht zu den anderen Teilen passte. Das musste ich mir genauer ansehen. Zuerst einmal war eine Reinigung notwendig. Nachdem der ganze Staub und Dreck entfernt war, kam folgendes zum Vorschein:

Es dürfte sich dabei um ein „Carrera-Modell“ für die gleichnamige Rennbahn handeln. Bei meinen online Recherchen bin ich auf die Bezeichung „Lotus Climax 40402“ gestossen. Das Fahrzeug dürfte aus den Jahren 1967 bis 70 aus der „Carrera Universal“ Serie oder der „Carrera 123“ Serie stammen. Die Carrera Universal Serie stammt aus dem Jahr 1963 und die Autos wurden im Maßstab 1:32 gebaut. Carrera 124 von 1967 bezieht sich hier auch wieder auf den Maßstab von 1:24. Falls sich hier zufällig ein Carrera Kenner herverirrt, würde es mich freuen zu erfahren, aus welcher Serie der kleiner Wagen wirklich stammt.

Der Strom für den Antrieb wird über einen kleinene Schleifkontakte vom Führungsslot in der Bahn zum Fahrzeug übertragen.

 

Ein DC-Motor treibt das Auto an. Die Kraft vom Motorritzel wird über ein Winkelgetriebe auf die Starre Achse übertragen. Hier ist das Kunstoffzahnrad leider beschädigt. Dieses Teil war wohl eine Schwachstelle der Autos…

Schwachstelle Zahnrad

 

Man beachte die Induktivitäten in der Zuleitung des Motors und den parallel geschalteten Kondensator. Auch damals war Funkentstörung und EMV schon ein Thema.

Die Kunststoffkarosserie ist noch in einem relativ guten Zustand. Es fehlen drei Trichter des Motorlufteinlasses und die Auspuffendrohre sind scheinbar abgebrochen. Trotz dieser kleinen Makel kommt das Modell in die Vitrine. Schade dass keine weiteren Komponenten dieser Anlage mehr vorhanden sind.

UPDATE: Bei dem Auto handelt es sich um ein Modell der Serie UNIVERSAL 132. Danke an Johannes für die Info. Die Bahn dieser Serie ist mit einem Dreileitersystem ausgestattet, wobei in der Nut die Masseschiene verläuft und je eine Schiene links und rechts neben der Nut. Diese beiden Schienen waren getrennt versorgt, sodass in einer Bahn zwei Autos unabhängig voneinander gefahren werden konnten. Die um 360° drehbaren Schleifer ermöglichten sogar U-Turns des Fahrzeugs…

Sony TV-Video8 Combo EV-DT1

Aus den ganz frühen 90iger Jahren stammt der SONY EV-DT1, ein tragbares Röhren TV-Gerät mit einem 13cm Trinitron Bildschirm und einem integrierten Video8 Video Recorder und Player. In das Gerät wurde ein Netzeil (AC/DC Converter für 240Volt/50Hz), sowie ein DC/DC Converter mit einem Eingangsspannungsbereich von 12-24V DC eingebaut. Somit ist der Betrieb zuhause und mobil in Fahrzeugen möglich.  Die technischen Daten:

  • Bezeichnung/ Modell: TV/VCR (Video8) Combo / EV-DT1
  • Hersteller: Sony Japan
  • Baujahr: ca. 1988
  • Abmessungen: 160x230x300mm
  • Gewicht: 5,8 kg
  • Bildschirm: Trinitron – Röhre 120x100mm Bildschirm
  • Versogungsspannung: 240VAC,12VDC,24VDC
  • Analogtuner: VHF/UHF-Band
  • TV-System: PAL 625
  • VCR-System: Video 8 PAL, Recorder/Player
  • Lautsprecher: 0,5W dynamisch, intern

Genau ein solches Gerät habe ich sehr günstig (quasi nur für  die Portokosten) als defekt erworben. Die Fehlerangabe hier war: „lässt sich nicht einschalten“. Also dachte ich mir – wenn gar nix geht, dann lässt sich leichter der Fehler finden :D.  Die Serviceunterlagen zu dem Gerät findet man auch im Netz – also kann man die paar Euros riskieren.

Also zuerst einmal das Gerät an die Versorgungen anschliessen und das Fehlerbild nachvollziehen. Und tatsächlich – es tat sich nichts. Und das sowohl bei Netzspannung als auch bei Niederspannung. Glücklicherweise ist der EV-DT1 sehr gut und servicefreundlich zu zerlegen. Den Deckel bekommt man nach Lösen von vier Schrauben ab. Dann lassen sich die einzelnen „Module“ (Monitor, Netzteil, Bedienteil, Videorecorder) abschrauben. Die Verbindungsleitungen zwischen den Modulen sind mit Steckverbindern versehen.

Das Netzteilmodul wollte ich zuerst begutachten. Wenn gar nichts mehr tut, dann wird wohl hier der Fehler sein.

Das ausgebaute Netzteilmodul wird zuerst einmal optisch auf Fehler untersucht. Es sind aber keine kalten Lötstellen an der  kleinen Anschlussplatine für den Kaltgerätestecker zu sehen. Die hier verbaute Sicherung ist auch in Ordnung. Daher wird das Netzteil jetzt zerlegt. Die Zuleitungen und Verbindungsleitungen zu dem DC-Reglerboard lassen sich auch abstecken.

Nun liegt die Netzteilplatine in ihrer vollen Pracht vor mir. Augenscheinlich ist hier auch nichts Böses zu sehen. Weitere Sicherungen am Board sind alle in Ordnung. Auch die Leistungshalbleiter haben keine Kurzschlüsse. Interessant ist hier eine Schaltungsvariante, die ich lange nicht mehr gesehen habe – die „crowbar“ (Brecheisen)-Schaltung. Diese Schaltung besteht im wesentlichen aus einem Thyristor, dessen Anode und Kathode parallel zur Spannungsquelle geschaltet sind. Und das in Durchlassrichtung, so das beim Zünden des Thyristors die Quelle kurzgeschlossen wird. Das verursacht dann ein Auslösen einer vorgeschalteten Sicherung und schützt gleichzeitig die versorgten Verbraucher. Das Zünden des Thyristors wird initiert, wenn die Spannungsquelle aus irgendwelchen Gründen in ihrer Ausgangsspannung zu steigen beginnt. Diese Schaltung ist auch in diesem Netzteil verbaut – aber das in der Primärseite, netzseitig direkt nach dem Netzgleichrichter ! Ist wohl ein absoluter Schutz, die Netzgleichspannung von 300V kurzzuschließen.

Aber alle diese Komponenten sind in Ordnung. Also habe ich als nächstes die Blechabschirmung abgelötet. Darunter befindet sich laut Schaltplan die DC/DC-Converterschaltung.

Beim Ablöten des Bleches, und durch die dadurch entstehende Erwärmung, wurde der bekannte „Fischgeruch“ freigesetzt. Also wieder eine Kondensatorproblem.

Man kann die Übeltäter schon erkennen. Also steht wieder einmal Elkotauschen auf dem Programm. Nach dem Auslöten der Elkos kann der Schaden begutachtet werden.

Hier sind wieder die durch den ausgelaufen Elektrolyten typischen Schäden an den Leiterbahnen zu sehen. Nach der Reparatur derselben, konnten die neuen Kondensatoren eingabaut werden. Ein erster Funktionstest war dann sogar schon teilweise erfolgreich. Die Ausgangsspannungen waren alle vorhanden. Jedoch nach ein paar Minuten Betriebszeit brachen die Spannungen aus dem DC/DC Converter zusammen. Der Fehler lag hier bei zwei defekten Widerstanden in der Feedbackleitung des DC-Converters. Die hatte anscheinend auch der Kondensatorelektrolyt zerfressen. Also diese getauscht und einen neuen Funktionstest gestartet – und siehe da, der Combo läuft wieder. TV und Videorecorder sind in einem Super Zustand. Die Bildgeometrie zeigt keinerlei Verzerrungen.

Philips Radio Recorder 22AR090

Philips 22AR090

Ein riesiges Dankeschön muss ich an dieser Stelle ich an Herrn Matthias Haselberger aussprechen. Als ehemaliger Entwickler bei dem Elektronikkonzern Philips und jetzigem Kollegen an der FH Kärnten, hat mir Matthias es möglich gemacht, den Radio-Recorder Philips 22AR090 aus meiner Jugendzeit wieder zu bekommen, um ihn in die Sammlung aufnehmen zu können. Vielen Dank für diese Spende!

Der Radiorecorder Philips 22AR090 wurde 1981/1982 von Philips in Österreich entwickelt und hergestellt. Er war damals einer meiner ersten Recorder und hat mich mit den Hits der Zeit versorgt. Leider war, wie bei vielen technischen Geräten zu der Zeit, mein Interesse am Innenleben auch sehr groß, was aber oft aufgrund des fehlenden Wissens, den Tod des Gerätes zur Folge hatte. So kam es beispielsweise vor, dass ein im Gerät untergebrachter Schalter zur Spannungsumschaltung 110/220V, aus reiner Neugier während dem Betrieb umgeschaltet wurde. Das Resultat war ein Rauchzeichen aus dem Transformator und dem anschliessenden Schweigen des Radios…

Ein Bild aus 1982. Leider ist der AR090 rechts im Bild nicht gut zu erkennen

zu den technischen Daten des Philips 090:

Modellbezeichnung:     Radio-Recorder 22AR090 /50
Hersteller :                         Philips – Österreich
Herstellungsjahr:           1981/1982    
Kategorie:                           Rundfunkempfänger mit Kassettenrecorder
Halbleiter:                           BF324 BF495 BC548 BC549 TDA1011                                                  
                                                   TDA1220 TDA1059
Hauptprinzip:                    Superhet allgemein; ZF/IF 468/10700 kHz
Wellenbereiche:              Mittelwelle und UKW (FM)

Funktionen:                        UKW/Mittelwellenempfänger &  
                                                   Kassettenrecorder und -spieler
Energieversorgung:       Netzbetrieb:  127V, 220 V
                                                   Batteriebetrieb: 6 × 1,5 Volt
Lautsprecher :                  Dynamischer Lautsprecher Ø 11 cm Ausgangsleistung:          1 W
Material:                              Plastikgehäuse, Thermoplast
Abmessungen (BHT) :  320 x 175 x 70 mm / 12.6 x 6.9 x 2.8 inch
Nettogewicht:                  1.5 kg

Eine grosse, übersichtliche Skala zeigt die Frequenzen und Bänder für UKW und MW Bänder an.

Mit dem Mode-Umschalter wird zwischen Kassetten-, Radio und Microfonbetrieb gewählt. Der „Selektor“ wählt die Radiobänder aus.

Die Tasten für die Bedienung des Kassetten-Laufwerks befinden sich auf der linken oberen Seite. Die Lautstärke wird mit einem Schiebepotentiometer eingestellt. (das nach 35Jahren noch immer nicht „kratzt“)

Ein Blick ins Innere – das Bandlaufwerk. Tonkopf, Löschkopf und Andruckrolle sind in super Zustand. Es sind kaum Einschleifspuren zu sehen.

Die Platine ist mit diskreten, bedrahteten Bauteilen bestückt und wartungsfreundlich aufgebaut.

Hier ist die Übersicht aller Baugruppen dargestellt. Die Gehäuseteile werden mit Kreuzschrauben zusammengehalten. Der Lautsprecher ist mit einer Klemmfeder am Gehäuse befestigt und kann mit einem Hangriff samt dem Board und Laufwerk schnell ausgebaut werden.

Das Mainboard samt Laufwerk.

 Rechts unten im Bild ist der Netztransformator, gut abgesetzt von der Niedervoltseite, zu sehen. Das ist Gerät ist 35 Jahre alt und funktioniert wie am ersten Tag. Man beachte das Typenschild samt Herstellungsland 🙂

 

 

Der Sony EV-S9000 und wenn es nach „Fisch“ riecht

Aus den Zeiten der analogen Videoaufzeichnung auf Magnetband stammt der SONY EV-S9000E Recorder. Es handelt sich dabei um einen „Pro-Consumer“ Recorder der etwa Anfang der 90iger Jahre auf den Markt kam. Er besitzt ein 8mm Videobandlaufwerk, das sowohl die Formate Video8, als auch HI8 (vergleichbar mit S-VHS) wiedergeben und aufzeichnen kann. Zu seinen Besonderheiten gehört wohl das elektrisch ausfahrbare Bedienpanel, auf dem sich unter anderem auch ein JogShuttle-Drehrad und eine integrierte Schnittsteuerung befindet. Mit dem Recorder war es möglich, über die Schnittstellen „LANC“ bzw. „Control S“ einen weiteren Recorder zu steuern und ihn als Zuspieler zu verwenden.  Die Besonderheit hierbei war, dass beide Videosignale (sowohl vom Player als auch vom Recorder) auf dem Monitor in Fenstern angezeigt wurde. So konnten alle Schnitte des Quellbandes per Timecode vordefiniert werden. Per Knopfdruck wurden alle Schnitte dann automatisch abgearbeitet. Die Maschinen arbeiteten und spulten die Bänder und man konnte zusehen, wie das Masterband entstand.

Mittlerweile arbeitet niemand mehr mit linearem Schnitt und zeichnet auf Analogbänder auf. Die Technik wurde von den Digitalbändern (D8, DVHS, DV, DVCam…) abgelöst. Auch die Bänder wurden mittlerweile abgelöst und durch Speicherkarten ersetzt. Der Fernsehstandard wurde bekanntlich ja neu definiert (HD, 4K UHD etc).

Aber: Es gibt noch Unmengen an alten Analogbändern in schlechter SD-Auflösung, die viele viele Jugenderinnerungen beinhalten. Und diese sollen ja auch in die Zukunft gerettet werden. Darum lohnt es sich, die alten Bandbaschinen am Leben zu halten, um die Erinnerungen digitalisieren und in die neuen Formate konvertieren zu können. (mp4…)

Genau eine solche Digitalisierung musste ich schnell mit einem alten Videoband durchführen. Doch falsch gedacht. Der EV-S9000 wollte nach dem Einstöpseln kein Lebenszeichen mehr von sich geben. Also: Deckel runter, Servicemanual herausgesucht und die Betriebsspannungen am Ausgang des Netzteils überprüft. Hier war schon das erste Problem zu finden. Es stimmte fast keine der Ausgangsspannungen mehr. Das Netzteil benötigte also ein Service. Wie immer bei alten Geräten werden zuserst die Elektrolytkondensatoren geprüft. Auch hier war wie erwartet, keine einzige Kapazität mehr dem Aufdruck entsprechend. Abweichungen bis zu -90% waren hier messbar. Daraufhin habe ich ausnahmslos alle Elkos erneuert. (den kleinen 56µF Elko habe ich mangels Verfügbarkeit im Lager gegen eine Parallelschaltung eines 47µF und eines 10µF ersetzt). Nach dem Reinigen der Platine und Wiedereinbau in den Metallkäfig folgte der erste Test. Und siehe da: Der Recorder startet wieder. Das Panel wurde ausgefahren aber ausser den Leds an den Tastern, keine Anzeige im Floureszenzdisplay. Ich erinnerte mich, dass das Display beim letzten Mal auch schon nicht funktionierte, ich aber zu faul war, mich darum zu kümmern. Nach längerem Betrieb des Recorders war auch der Geruch von faulem „Fisch“ wahrzunehmen, der langsam den Raum füllte. Das roch wieder nach Elkos, die ihr ganzes Inneres offenbarten. Also startete ich einen Riechangriff und versuchte die Quelle des Übels zu erriechen. Ich wurde schnell fündig und machte das Bediepanel als Verursacher aus. Ein kurzer Blick in den Schaltplan verriet mir, dass auf dem Panelboard ein Schaltwandler untergrabracht war, der sowohl die Heizspannung, als auch die hohe Spannung zwischen Anode und Kathode erzeugt. Also wurde die Platine ausgebaut um sie zu untersuchen.

Im Bild unten ist die VFD (VakuumFloureszenzDisplay)-Anzeige zu sehen und links oben die kleine Metallbox unter der sich die DC/DC Converterschaltung verbirgt.

Man kann schon erkennen, dass hier etwas nicht ganz in Ordnung sein kann. Der dunkle Fleck rechts neben der Box sollte nicht sein.  Die Schirmbox ist schnell entfernt und der Blick darunter wird frei:

Auf der Bauteilseite ist schnell zu erkennen, dass hier ein Elko undicht ist und der ausgelaufene Elektrolyt die Leiterbahnen beschädigt hat.

Auch auf der Lötseite sieht es nicht besser aus. Darum habe ich zuerst einmal alle Elkos entfernt, um dann mit der Reinigung und Restauration der verätzten Leiterbahnen zu beginnen.

Nach dem Wiedereinbau der Elkos werden beidseitig wieder die Schirmbleche befestigt. Auch alle weiteren, auf dem Board befindlichen Elektrolytkondensatoren, werden geprüft und ggf. erneuert. Das folgende Bild zeigt die Ausbeute an defekten Teilen:

Jetzt kann das Panel wieder zusammengebaut und einem Funktionstest unterzogen werden.

Bingo! Gleich nach dem Einschalten wird das Timecodedisplay und die Audiopegelanzeige wieder sichtbar. Die VFD-Anzeige lebt wieder.

 

YouTube, und interessante Favoriten aus dem Bereich Technik

Dieses Mal berichte ich nicht über ein Projekt oder eine „Altgeräte-Vorstellung“, sondern möchte einige interessante Nutzer bzw. deren Beiträge aus dem Portal YouTube vorstellen. Es sind dies Beiträge aus dem Bereich Computer, Technik und Wissenschaft, die ich persönlich sehr gerne ansehe.

Als allererstes ist hier die Legende der modernen Computergeschichte zu erwähnen, die mich schon seit Jugendzeiten in den Bann gezogen hat. Der ComputerClub aus WDR Zeiten mit Wolfgang Rudolph und Wolfgang Back. Die beiden Moderatoren haben ab Anfang der 80iger bis 2003 beim Westdeutschen Rundfunk die Sendung Computerclub moderiert. In den Themen beschäftigen sich die beiden Herren allgemein mit Computern und Peripherie, neuen Entwicklungen im Bereich Elektronik und stellen hier alle möglichen Dinge vor.  Auf YouTube sind  viele Sendungsmitschnitte unter anderem vom user janbras archiviert.

Am 22. Februar 2003 wurde die letzte Sendung beim WDR ausgestrahlt.

Doch die beiden Protagonisten haben den Computerclub nicht aufgegeben und ihn am 24.Juli 2007 über einen deutschen Privatsender (NRW-TV) wieder auferstehen lassen.

Der Privatsender NRW-TV musste jedoch 2016 seinen Betrieb einstellen und so wurde die Sendung Nr.186 als letzte in den Studios des NRW aufgezeichnet.

Doch Wolfgang Rudolph hat es geschafft durch Spendenaufrufe, ein eigenes Studio auf die Beine zu stellen und produziert den CC2 nun in eigener Regie aus seinem privaten Studio.

Im Hintergrund hat sich auch einiges geändert, das die Zuschauer und Freaks ein wenig verwirrte. Parallel zu den Sendungen existierte die Seite cczwei.de die von beiden Herren befüllt wurde. Nach dem 13.12.2016 tauchte plötzlich eine neue Seite auf. Die neue Domain cc2.tv wurde erstellt. Die betreibt nun Herr Rudolph alleine. Die domain cczwei.de wird weiterhin von Herrn Back betrieben. Ihm zur Seite steht Herr Heinz Schmitz der nun mit Herrn Back YouTube Sendungen produziert. Anscheinend gab es zwischen den Herren ausreichend Gründe, sich von der langjährigen Gemeinschaftsarbeit zu trennen. Eine offizielle Erklärung dazu gab es nie.

 

Aus dem Bereich Computer berichten die Jungs von VirtualDimension. Sie nennen Ihren Kanal VD Hurrican und produzieren die Formate: Virtuelle Welten, Back in Time, Retroplay und Vor Ort.  Die Beiträge sind absolut professionell gestaltet und behandeln hauptsächlich das Thema Homecomputer. Mit viel Hintergrundinformation werden hier die alten 8 und 16 Bit’er vorgestellt. Gameplays sowie Messeberichte und Beitrage von Community-veranstaltungen gehören ebenfalls zu ihrem Repoertoire. Als Beispiel hier ein Link zum Unboxing eines Amiga500 und dessen Geschichte. Anlässlich ihres 1000ten Abonnenten auf YouTube haben sie ein 1000-Abonnenten-Special mit einer Studiotour veröffentlicht.

Vom Australischen Kontinent aus bloggt Dave Jones, ebenfalls ein eingefleischter Techniker. Auf seinem YouTube Kanal EEVblog, Stellt er ebenso elektronische Geräte vor, erklärt deren Aufbau und Funktionsweise. Eine besondere Rubrik in seinem Kanal sind die sogenannten Mailbags. Hier bekommt Dave Pakete von Leuten aus der Community zugesandt die er vor laufender Kamera öffnet und deren Inhalt vorstellt. Das können alte Computer und Platinen, oder auch neue Entwicklungen und Prototypen von Startup´s sein, die hier präsentiert werden.

 

Ein etwas anderer Kanal ist der eines Engländers. Er nennt sich Photonicinduction und zeigt Experimente mit hohen Leistungen. Alle möglichen Geräte, wie Staubsauger, Heizlampen, Waschmaschinen, Lautsprecher, etc. werden bis an die Grenze ihrer maximalen Leistungsdaten betrieben – und noch weit darüber hinaus. Das Ende des Gerätes durch Zerstörung ist hierbei das Ziel.

 

 

Retrocomputer in eigener Sache

Amiga500+ Mainboard

Hallo liebe Leser des Blogs,

ich bin in letzter Zeit eifrig am Restaurieren und wieder Instandsetzen alter 8-Bit Homecomputer von Commodore und Co. Leider habe immer öfter Probleme, Ersatzteile zu finden. Meist sind sie vereinzelt über ebay-Verkäufer zu beziehen, jedoch dann zu horrenden Preisen, und auch ohne Funktionsgarantien. Darum habe ich mir gedacht, einmal hier einen Aufruf zu starten. Vielleicht hat der eine oder andere Leser noch einen alten 8Bit’er oder Teile davon im Keller, den er nicht mehr benötigt und kann ihn spenden oder günstig abgeben… Falls mir hier jemand helfen kann – bitte in den Kommentaren benachrichtigen.

 

Zurzeit bin ich auf der Suche nach folgenden Teilen:

  • MOS CPU 7501R1 oder 8501R1 (CPU von C116,C16,Plus4 Commodore Rechnern)
  • Denise(Superdenise) Grafikchip 8372R3 (Commodore Amiga 500+)
  • Commodore VIC20
  • Sinclair ZX-Spektrum
  • Sincalir ZX81
8501 MOS CPU

Amiga und Gotek Floppy Emulator

Als interessanten Ersatz für die alten internen und externen Diskettenlaufwerke (Floppydrives) gibt es mittlerweile Emulatoren, mit denen es möglich ist, auf USB-Medien gespeicherte Disk-Images als 3,5 Zoll Diskette zu emulieren. Dabei können viele Images auf einem USB-Stick gespeichert und per Tasten am Emulator ausgewählt werden. Der Emulator wird rechnerseitig über das 34polige FDD Interface angeschlossen. Auf dem Emulator läuft ein ARM Core Microcontroller von ST. Diese Drive-Emulatoren, in diesem Fall der Gotek Floppy Emulator, sind für IBM-PCs geeignet und können direkt anstelle des originalen Laufwerks angeschlossen werden. In meinem Fall soll der Emulator aber ein Diskettenlaufwerk eines Amiga ersetzen. Dazu ist es notwendig, die Firmware des Gotek neu zu flashen. Wie das gemacht wird, ist in vielen Anleitungen online beschrieben. (z. Bsp. ist es auf Mingos Commodore Page sehr ausführlich erklärt). Ich habe habe mir also einen USB-UART-TTL Adapter (mit PL2303MDL-Chip) bestellt, die Software von ST (in verschiedenen Versionen) heruntergeladen und versucht die Firmware zu flashen.

PL2303 USB-UART

Die Verbindungen zwischen USB-UART Controller und dem Gotek Emulator sind schnell hergestellt. Die Funktion und korrekte Installation des UART Controller habe ich mithilfe von hterm (einem Terminalprogramm) im Loopback getestet (einfach TX zu RX verbinden). Aber das Flashloader Programm von ST bringt immer die Fehlermeldung: „Unrecognized device… Please, reset your device then try again“

Fehlermeldung

Schön brav, wie auch in Mingos Anleitung beschrieben, habe ich den Reset auf dem Emulator durchgeführt und erneut versucht, die Verbindung herzustellen. Aber keine Änderung. Egal in welcher Reihenfolge ich den Reset und den Verbindungsaufbau versuche, es kommt keine Datenaustausch zustande. Leider habe ich kein Oszi zuhause um die Pegel und Timings des RS232 Signals  zu überprüfen – aber es kann ja fast nur daran liegen. Glücklicherweise befindet sich in meinem Fundus aber noch ein FTDI232 USB Kabel (von den Arduino Experimenten). Also warum nicht mit dem versuchen?

FTDI232 Kabel an Gotek

Gedacht – gemacht. Die Pinbelegung des FTDI Kabels ist im Netz dokumentiert. Und siehe da, die Verbinung zwischen PC und Gotek wird sofort aufgebaut. Jetzt kann die Protection des IC aufgehoben und die Firmware für die Amigaemulation geflasht werden.

FTDI232 RX,TX,+5V und GND mit Gotek verbunden