Archiv der Kategorie: Nostalgie Baukästen

Technik-Spielzeug von früher – aus Kunststoff

Gar nichts mit Elektronik hat dieser Beitrag zu tun. In meinem Retrowahn war ich wieder einmal in den Kellerräumen des Elternhauses stöbern und habe dort hinter staubigen Einmachgläsern  modrig riechende Kartons mit unbekanntem Inhalt entdeckt. Also was blieb mir übrig, den Inhalt dieser Kartonagen freizulegen und anzusehen. Und was hier zum Vorschein kam, waren weitere Kartons des bekannten Spielzeugherstellers „LEGO“. Einige sehr verstaubte originale Schachteln von Lego-Technik Modellen und alte Waschpulverkartons, die mit vielen, vielen bunt gemischten Lego-Bausteinen und anderem Zeug und leider auch Müll gefüllt waren. Eigentlich, dachte ich mir, diese vielen Plastikteile kann ich in den Müll werfen, denn damit wird auch mein Sohn sicher nicht mehr spielen. Alles riecht nach Keller und ist schmutzig und die Arbeit, das alles zu reinigen und zu sortieren wird sich sicherlich niemand mehr antun. Aber anderer seits ist das wirklich altes Spielzeug aus den 70igern und 80iger Jahren – also schon über vierzig Jahre alt. Und das ist wieder genau mein´s. 🙂 Dinge aus meiner Kindheit und entsprechende Erinnerungen daran.

Also alles eingepackt und nach Hause transportiert. Und dann in mühevoller Arbeit alles einmal nach Farben sortiert und von Müll und legofremden Teilen befreit. Und jetzt begann die eigentliche Arbeit. Das Ziel sollte sein, aus den vielen Teilen wieder die alten Lego-Technik Modelle zusammen zu setzen und fehlende Teile soweit noch vorhanden, nach zu bestellen. Es sollten die „Vintage Baukästen“ so gut wie möglich in ihrer Originalität wieder hergestellt werden.

Gut durchmischte und nicht vollständige Legoboxen

Auf dem Foto ist ein kleiner Teil der „ausgegrabenen“ Legoboxen zu sehen. Hier waren zumindest die Schachteln schon einmal grob gereinigt. Was nach der mühevollen Sortier- und Aufbauarbeit herauskam kann sich allerdings auch wieder sehen lassen.

 

Nr. 853 Lego Car-Chassis

 

Die Nummer 853 ist das Autochassis. Verkauft wurde der Bausatz im Jahr 1977. Er besteht aus 601 Teilen und fertig aufgebaut ca. 52cm lang und 22cm breit.

Das Modell hat einen Vierzylinder Reihenmotor mit Zweiganggetriebe und Kardanwelle zur starren Hinterachse. Das Getriebe, sowie die Kolben sind funktionstüchtig. Ebenso funktioniert die Lenkung. Die Sitze sind in der Längsachse verschiebbar.

In dieser Serie war die Hinterachse noch starr und mit einem Differential ausgestattet. Im folgenden Bild ist der aufgeräumte, wieder hergestellte Baukasten zu sehen.

 

Nr.: 8860 Car Chassis

Aus 671 Einzelteilen ist das Auto Chassis mit der Nummer 8860 zusammenzusetzen. Das Set stammt aus dem Jahr 1980 und hat eine Grösse von 46×19 cm. Hier wurde im Vergleich zum 853er schon einiges erweitert. Die Hinterräder sind einzeln aufgehangen und besitzen eine Federung. Der Motor sitzt hinten und ist diesmal ein Vierzylinder Boxer. Auch hier gibt es ein Getriebe mit drei Stufen.

Die Sitze sind in Längsrichtung verstellbar und die Neigung der Sitzlehne kann ebenfalls eingestellt werden. Auch hier ist wieder eine Zahnstangenlenkung verbaut.

Die Originalverpackung ist noch vorhanden und sieht im sortierten Zustand wie folgt aus:

 

Nr. 854 Lego GoKart

Aus dem Jahr 1978 stammt das Lego GoKart Nr. 854. Es hat die Abmessungen von ca. 21 x 13cm und wird aus 206 Teilen zusammengesetzt. An realisierten Funktionen gibt es eine Zahnstangenlenkung und einen Einzylinder-Motor, mit einem funktionstüchtigen Kolben. Die Hinterachse ist starr und die Welle über eine Übersetzung mit der Kurbel des Kolbens verbunden. Laut Angaben im Netz hat dieses Modell mittlerweile Kultstatus erreicht, da es eines der ersten Lego-Technik Modelle überhaupt sein soll. Ist hier die Originalverpackung und vorallem die Nummer 9 an der Frontseite noch vorhanden, dann soll das Modell in Sammlerkreisen richtig wertvoll sein. Leider kann ich keines der beiden Kriterien erfüllen.

Nr. 856 Lego Bulldozer

 

Mit dem Modell Nr. 856 hat Lego eines der unzähligen Baufahrzeug-Modelle auf den Markt gebracht. Der Bulldozer stammt aus dem Jahr 1979 und besteht aus 370 Teilen. Die Grundfläche beträgt 24x 11cm bei einer Höhe von 14cm. Von den Funktionen ist die Schaufel kipp-, heb- und senkbar. Zwei Ketten auf Zahnrädern stellen die Verbindung zur Auflagefläche dar.

 

Leider ist auch hier von der Originalverpackung auch nur mehr die Schachtel ohne Innenteilung vorhanden.

 

Nr. 8848 Lego Unimog

Der Unimog 8848 aus dem Jahr 1981 misst an der Grundfläche knapp 30x12cm bei einer Höhe von 14cm. Er besteht aus 398 Teilen. Als funktionierende Technik ist hier wieder die Lenkung, die kippbare Ladefläche, sowie eine heb- und senkbare, sowie kippbare Schaufel vorhanden.

Auch hier fehlt von der Schachtel leider die Innenausstattung, ansonsten ist auch das Modell komplett. Ausser den hier vorgestellten, vollständigen Baukästen sind noch einige weitere vorhanden, bei denen aber leider zu viele Teile fehlen. Aber irgend ein Flohmarkt oder online Konvolut an Legoteilen wird sich wohl einmal ergeben, um auch diese Sets zu komplettieren und vollständig in eine Retrosammlung aufnehmen zu können.

 

 

Experimentierkasten PHILIPS EE

EE2050
EE2050

Ein weiteres Elektronik-Experimentierkasten System aus meiner Jugendzeit ist die EE-Serie der Firma Philips. Sie stammt in etwa aus den Jahren 1976-1979. Der hier vorgestellte Kasten ist der EE2050. Leider handelt es sich hierbei nicht mehr um das von mir damals bespielte Original, sondern um eine bei eBay ersteigerte Version. Dafür ist das ein richtiges Sammlerstück, denn der Kasten wurde noch nie bespielt.

Die Kästen (EE2003/41/50/51/52) die unter meiner Obhut standen, haben die Jahre leider nicht überlebt. Da das Baukastensystem so aufgebaut ist, dass alle Bauteile „frei“ waren, also nicht auf irgendwelche Sockel genietet (so wie sie eben auch in der Industrie eingesetzt wurden), habe ich mich immer davon bedient. Benötigte ich schnell einmal einen Widerstand oder Kondensator, so musste der Baukasten als „Spender“ herhalten.

Befestigung des Bauteils auf der Grundplatte
Befestigung des Bauteils auf der Grundplatte

Zum Konzept des Baukastensystems: Es besteht aus einer gelochten Kunststoffgrundplatte durch die eine Haarnadelfeder gesteckt wird. Diese Haarnadelfeder wiederum hält eine Spiralfeder. Nun kann zwischen Haarnadelfeder und oberem Ende der Spiralfeder der Anschlussdraht des Bauteils geklemmt werden.

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Transistor auf Printplatte

Die Bauteile selbst sind im Kasten so enthalten, wie man sie auch im Handel erhält. Eine Ausnahme sind hier nur die Transistoren und Übertrager. Sie sind auf einer kleinen Printplatte montiert, die die Montage erleichtert und auch das Bauteil selbst vor mechanischem Stress schützt.

In der Endausbaustufe besteht der Kasten auf zwei verschraubten Grundplatten, die wiederum mit einem Bedienpult verschraubt sind. In diesem Medienpult finden dann Drehkondensatoren, Drehpotentiometer, Taster, Glühlämpchen sowie ein Lautsprecher Platz. Die Anzahl der aufzubauenden Experimente ist auch riesengroß. Die Handbücher sind sehr gut aufgebaut. Sie beschreiben die Grundlagen der Gleichstromtechnik, sowie auch die Funktionsweise der Schaltungen.

Hier ein Auszug aus der Aufschrift des Elektronik-Kastens. Man beachte die genderorientierte Schreibweise 🙂

Wunderwelt der Elektronik – eine geheimnisvolle Welt, die jeder Junge kennenlernen und verstehen will. Dieser Elektronik-Baukasten gibt ihm die Möglichkeit, auf einfache Weise erste eigene Erkenntnisse auf diesem Gebiet zu sammeln. Der Kasten enthält ein reich bebildertes Anleitungsbuch und über 150 Einzelteile – z.B. 10 Widerstände, 5 Kondensatoren, Fotozelle und Transistoren. Durch das Klemmsystem kann der junge Elektronik-Baumeister diese Teile vollkommen selbstständig und ohne Vorkenntnisse sofort zu folgenden funktionsfertigen Geräten zusammenbauen:

Einbrecher-Alarmanlagen, Verstärker, Automatisches Parklicht, Feuchtigkeitsanzeiger, Akustisches Relais, Morseübungsgerät, Helligkeitsregler, Zeitschalter, weitere – insgesamt 21 elektronische Geräte und viele interessante Schaltungen.

Mit Zusatzkästen reichen die Möglichkeiten bis zum MW-Radio mit Lautsprecher. Richtige Ingenieure arbeiten mit den gleichen Teilen: sämtliche Kästen der Philips Elektronik -Serie sind mit modernsten Teilen der heutigen Elektronik in Originalform ausgestattet.

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Elektronik Experimentierkasten der 80er

Aus meiner Jugendzeit stammen diese drei roten Kartons. Ein Relikt aus dem Keller meines Elternhauses. Es sind die electronic Experimentierkästen von Busch. Es handelt sich um die Kästen „Compact studio 2060“, die „Ergänzungspackung 2061“ und den „digital-technik 2075“ Kasten.

Busch electronic 2060, 2061 und 2075

Die Baukästen sind in einem relativ guten Zustand, obwohl ich als damals als angehender Jugendlicher reichlich damit gebastelt habe.
Den ersten, also den Grundkasten 2060, habe ich in der Volksschulzeit einmal zu Weihnachten bekommen (muss so ca 1979 – 80 gewesen sein), da das Vorgängerbaukastensystem von Philips zwecks mangelnder Kenntnisse und meinem Experimentierdrang leider nicht die Erfolgserlebnisse brachte. (Da war mal schnell einer der Transistoren defekt und nix funktionierte mehr…) Also haben sich meine Eltern nach einer neuen Baukastenvariante umgesehen, mit der ich als 8jähriger dann auch perfekt zurecht kam. (von den Philips Baukästen existieren leider nur mehr Fragmente und Teile der Grundplatte – aber ich bin zurzeit in der Bucht auf der Suche nach einem Exemplar dieses Baukastens.)
Zurück zum Busch-System:

Wie man auf dem Foto sehen kann, sind noch so ziemlich alle Teile vorhanden. Schön säuberlich habe ich damals die beiden Kästen 2060 und 2061 zu einem Kasten zusammengefasst. (Leider)

Die Firma Busch warb damals mit folgendem Slogan:
„Ohne Vorkenntnisse sofort experimentieren!“  
Die Anleitungsbücher waren so aufgebaut, dass man schnell zu einem Erfolgserlebnis kam und sich dann in weiterer Folge auch Gedanken über die technischen Hintergründe machen konnte. Aus der Beschreibung der Kästen:
Das „compact Studio“ 2060 bietet ca. 40 Experimente und Schaltungen, wie zum Beispiel: „Elektronische Mini Orgel, Alarm- und Regenwarnanlagen, Automatische Blink- und Zeitschalter, Tongenerator und NF-Verstärker,
Sensortaste, Spannungsprüfer, Ferngesteuertes elektronisches Relais, Martinshorn und Zimmerschaltung, Lichtorgel Prinzipschaltung.“
Ein Jahr später bekam ich den Erweiterungskasten 2061. Mit dem waren dann auch Experimente wie Rundfunkempfänger möglich. Vom MW und LW – Empfänger bis hin zum UKW FM-Empänger, wo die Induktivitäten für die Schwingkreise selbst (natürlich streng nach Plan) gewickelt werden mussten.

Auch der 2061 ist in gutem Zustand, leider sind die Kunststoffhalteklammern des rauchglasfarbenen Kunstoffdeckel gebrochen, sodass er nur mehr auf dem Gehäuse aufliegt.

Hier ist nun reichlich Platz für die Vielzahl an Experimenten. Schön ordentlich aufgeräumt, mit einem Medienpanel mit eingebautem Potentiometer, Drehkondensator für die Empfängerabstimmgeschichten. Der Lautsprecher ist nun auch ins Gehäuse integriert,sowie ein Schiebeschalter, ein Drehspulmesswerk und eine 5 polige Diodenbuchse. (Das war zu der Zeit ein Standard für Audio-Steckverbindungen).

Auch hier habe ich damals in meinem kindlichen Leichtsinn gebastelt und die Leuchtdiode sowie eine 3.5mm und eine 2.5mm Klinkenbuchse ins Bedienpanel integriert. Leider sieht das nicht sehr professionell aus und zerstört die Originalität des Baukastens.

Ein weiterer Schritt war dann noch der Einstieg in die Digitaltechnik mit dem Kasten 2075.
Hier konnten Experimente wie zum Beispiel: ein 1-bit-Memory Speicher, Zähler mit 7-Segment Led Anzeige, Zufallsgeneratoren usw. aufgebaut werden.

Die Stromversorgung war für alle Experimentierkästen mit einer 9V Blockbatterie vorgesehen. Optional wurde von Busch damals auch ein Netzteil angeboten.