FresH

Infos zum Studentenleben

FH-Studierende bauen für den guten Zweck

Die Studiengänge für Architektur der Fachhochschule Kärnten verleihen dem Begriff „Auslandspraktikum“ ein wertvolles Prädikat. Seit einigen Jahren haben Studierende die Möglichkeit, Projekte in Südafrika umzusetzen – von der Planung im Rahmen der Lehrveranstaltungen bis zum Bau vor Ort am Ithuba Wildcoast College.

Die FH Kärnten flankiert dabei Projekte der Non Governmental Organizations (NGOs) buildCOLLECTIVE.org und s2arch – social and sustainable architecture (Verein für soziale und nachhaltige Architektur), die mit ihrem Engagement wesentlich zur nachhaltigen Entwicklung der Region beitragen.

Eigene Vorstellungen verwirklichen

Praxisnah Architektur studieren (Schwerpunkt „bauen 1:1“) sowie nachhaltig zu planen und zu bauen (Schwerpunkte „soziales bauen“ und „Regionale Wertschöpfung“) sind wesentliche Faktoren im Architekturstudium an der Fachhochschule Kärnten.

So kam es vor einigen Jahren aufgrund von Bemühungen des damaligen Leiters des Studiengangs Architektur, Peter Nigst, zur Zusammenarbeit mit den oben genannten NGOs, die sich für die nachhaltige Entwicklung in Südafrika engagieren. Dabei werden seit 2009 Studierende der FH Kärnten bei der Planung und Mitarbeit eingebunden.

Die Studierenden lernen in diesem Projekt sehr viel, auch voneinander. Am Ende haben sie ein Projekt nicht nur entworfen, sondern auch gebaut. Dabei sehen die Studierenden meist das erste Mal, was alles dazugehört und welche Verantwortung man als ArchitektIn trägt!
Jürgen Wirnsberger

Jürgen Wirnsberger arbeitete schon als Studierender an Projekten in Südafrika mit.

Mittlerweile leitet das Projekt Jürgen Wirnsberger, Absolvent des Studiengangs Architektur, der bereits als Master-Student involviert war, gemeinsam mit Elias Rubin, einer der Gründer der NGO buildCOLLECTIVE.org und ebenfalls seit 2009 mit dabei.

Jürgen Wirnsberger ist freischaffender, mehrfach ausgezeichneter, Architekt und Lehrender an der FH Kärnten. https://www.nextroom.at/

Über das Projekt Mzamba Hall

Das Ithuba Wild Coast Community College wurde 2010 gegründet. Es liegt im ärmsten der neun südafrikanischen Bundesstaaten, dem Eastern Cape, ca. 190 km südlich von Durban nahe des Indischen Ozeans. Derzeit werden dort 260 Kinder unterrichtet.

Grade 4 (2014) sowie Grade 5, 6 und 7 (2016-17) wurden bereits von Studierenden und Lehrenden der FH Kärnten geplant und umgesetzt

Ziel der Schule ist es, den Kindern und Jugendlichen der umliegenden Dörfer Zugang zur Bildung zu ermöglichen, was in dieser Region keine Selbstverständlichkeit ist.

Seit damals sind bereits sieben Schulklassen, samt Räumen für Lehrer, eine Kantine und eine Sanitäranlage durch Unterstützung verschiedenster Universitäten und Fachhochschulen entstanden.

Blick vom Eingangsbereich in den geschützten Hof und die offene „Hall“. Die Planung wird bis Ende Jänner am Campus Spittal fertiggestellt bevor es für alle nach Südafrika geht

Im Frühjahr 2018 werden Studierende im dritten Semester des Masterstudiengangs Architektur die Schule mit der „Hall“ vollenden. Die „Hall“ wird den SchülerInnen als Versammlungs-, Sing- und Tanzraum dienen – gleichzeitig wird die „Hall“ auch ein wichtiger Bestandteil für die umliegenden Dörfer als Kommunikationsort und Treffpunkt zum Austausch und feiern!

 

Vom Konzept bis zur Umsetzung

Start für den Bau der „Hall“ im Masterstudiengang Architektur war im Oktober 2017, seitdem gab es für die neun teilnehmenden Studierenden nur kurze Verschnaufpausen.

Die Planung dauert einige Monate, die Umsetzung in Südafrika wird gemeinsam mit lokalen Helfern in sechs Wochen abgewickelt

Entwürfe wurden diskutiert und auf ihre Machbarkeit geprüft. Modelle gebaut und oftmals musste ein Konsens unter den jungen kreativen Köpfen gefunden werden. „Manchmal braucht es Konfrontation um solche Projekte voran zu bringen“, spricht Jürgen Wirnsberger über seine Erfahrungen, jedoch: „Neben dem fachlichen Lerneffekt bekommen die Studierenden natürlich auch sehr viel Soft Skills mit, was eine wertvolle Erfahrung für ihr späteres Berufsleben als ArchitektIn ist.“.

Florian Anzenberger, Absolvent des Studiengangs Architektur, der auch Erfahrung aus Bauprojekten in dieser Region mitbringt (http://www.bridging-mzamba.net/) und Tragwerksplaner Kurt Pock ergänzen das Betreuungsteam während der Konzeptionierungsphase. Für die Umsetzung in Südafrika von Anfang Februar bis Mitte März 2018 wird das Kernteam von Bachelor- und Masterstudierenden der Studiengänge Architektur und Bauingenieurwesen der FH Kärnten unterstützt.

Jede Architektin und jeder Architekt sollte einmal in die Rolle des Ausführenden schlüpfen, um eine neue Sichtweise auf seine Planung zu bekommen und um die Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis für kommende Entwürfe optimieren zu können.
Johannes Santner, Studierdender im Studiengang Architektur

Die Fertigstellung wird mit einer Eröffnungsfeier zelebriert, bei der die Schulkinder zum freudigen Anlass singen und tanzen

Bei der Erweiterung der Schule wird das erlernte Wissen gemeinsam mit heimischen Handwerkern, in Verwendung lokaler Baumaterialien, umgesetzt. In nur sechs Wochen Bauzeit wird im Frühjahr 2018 die „Hall“ fertig sein.

 

Bauen im lokalen Kontext

Dieser Ansatz, bei dem ausschließlich regional verfügbare Materialen zum Einsatz kommen und ortsansässige Handwerker beschäftigt werden, dient der Vorbildwirkung für die umliegenden Einwohner aber auch als Lerneffekt für die Studierenden um zu begreifen mit welchen Hebeln man als Architektin ausgestattet ist. Zusätzlich zu den Projektstunden im Zuge der Lehre leisten die Studierenden Stunden und Tage durch ihre ehrenamtliche Arbeit! Bei der Zusammenarbeit in Südafrika begegnen sich zwei völlig verschiedene Welten, erzählt Jürgen Wirnsberger, aber die jeweils eigene Arbeitsweise bzw. Arbeitsauffassung sei auch ein Lernprozess für Studierende und Arbeiter gleichermaßen.

Die Projektkosten von rund 60.000 Euro für Baumaterialien, lokale Arbeitskräfte, Transporte und Werkzeuge werden vom Verein s2arch, Sponsoren und Unterstützern abgedeckt.

Aktuelle Informationen über den Projektverlauf gibt es unter http://www.mzambahall.at

Fazit: Die FH Kärnten bietet ein praxisnahes Architekturstudium inklusive Auslandserfahrung

Seit etwa acht Jahren sind Studierende der Studiengänge Architektur der FH Kärnten aktiv in Planung und Bau einer Schule in Mzamba nahe Port Edward und bis 2012 in Magagula Heights nahe Johannesburg in Südafrika involviert. Die Studierenden erwerben dabei fachliche Erfahrung und Soft Skills, was eine wertvolle Erfahrung für ihr späteres Berufsleben als ArchitektIn ist.

Statt ausschließlich Theorie im Hörsaal zu lernen, sammeln die Architekturstudierenden der FH Kärnten wertvolle praktische Erfahrung, bauen 1:1 und nehmen Wissen aus den Bereichen „soziales bauen“ und „regionale Wertschöpfung“ für ihr späteres „Tun“ mit.

Lust bekommen, etwas Bleibendes zu schaffen? Bewirb dich jetzt für ein Architekturstudium an der FH Kärnten unter
www.fh-kaernten.at/architektur

Studieren an der Fachhochschule Kärnten

Alle Infos zu den FH Days, den Tagen der offenen Tür an der Fachhochschule Kärnten

Bericht über das Projekt Mzamba Hall in der Kleinen Zeitung lesen

(Visited 425 times, 1 visits today)
Please follow and like us:

Weiter Beitrag

Zurück Beitrag

© 2018 FresH

Thema von Anders Norén