„Das Studium läuft leichter, wenn ich mit Begeisterung dabei bin!“ Roboterexperte Martin Sereinig im Gespräch

Als Motorradfahrer zieht es Martin Sereinig in die Ferne, als Absolvent und heute wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH Kärnten begeistert er sich für Technik. Seine Leidenschaft gilt der Erforschung und Entwicklung von Robotern. Geradlinig verlief der Karriereweg von Martin aber dennoch nicht. Seinen Erzählungen zufolge war er kein guter Schüler und ein spätberufener Student. Die HTL hat Martin abgebrochen, anschließend eine Lehre zum EDV-Kaufmann abgeschlossen und in der Berufsschule herausgefunden, dass naturwissenschaftliche Fächer doch nicht so kompliziert sind, wenn man die Logik dahinter versteht. Für ihn war dieser Aha-Effekt Motivation und Ziel zugleich, die Abendschule der HTL Lastenstraße in Klagenfurt zu absolvieren. Mit Erfolg. Danach folgte der direkte Weg an die FH Kärnten, Martin entschied sich für das Studium „Systems Engineering – Business Engineering“, sattelte aber bald um auf „Systems Engineering – Mechatronik“. Das Gesamtkonzept der technischen Systeme faszinierte ihn und seine Begeisterung für mobile Roboter fand seinen Ursprung während des Studiums. Mit dem Bachelor- und Masterabschluss in der Tasche forscht und lehrt er nun an der FH Kärnten im Bereich Robotik und Automatisierungstechnik. Damit aber nicht genug: Seit Herbst 2015 macht er ein Doktorat an der Technischen Universität in Graz zum Thema „Regelungstechnik für mobile Roboter – Analyse und Regelung der Fortbewegung eines mobilen Roboters“.

 

Was Martin jungen Menschen zur Wahl eines technischen Studiums rät, erzählte er uns in einem eingehenden Gespräch.

 

Voraussetzungen für ein Technik-Studium abklären…
Als Studienanfänger brauchst du eine gewisse Affinität zu Technik und Freude am Lernen. Die Bereitschaft und Neugierde, sich mit naturwissenschaftlichen Theorien auseinanderzusetzen ist für einen reflektierten Umgang mit technologischen Themen wichtig. Egal, ob du als Schulabsolvent aus einem Gymnasium oder einer HTL kommst, das Wissen auf Maturaniveau ist  völlig ausreichend, wenn logisches Denken und die Freude etwas zu analysieren, vorhanden sind. Ein Faible für Mathematik ist ein großer Vorteil, Funktionen und Ableitungen werden dich das gesamte Studium hindurch begleiten. Bereits erfolgte Teilnahmen an z. B. Physik Olympiaden oder am RoboCup-Junior signalisieren, dass du dich gerne mit Physik, Informatik und Mathematik beschäftigst.

Informiere dich über Vorbereitungskurse…
Wer vor dem Studium sein Wissen in den MINT- (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) Fächern für mehr Selbstsicherheit vertiefen möchte, kann an den sogenannten „FH Add-ons“ teilnehmen. Die FH Add-ons bezeichnen Vorbereitungs-, Begleit- und Aufbaukurse für angehende Studierende, die ihre Kenntnisse in den naturwissenschaftlichen Fächern auffrischen oder vertiefen wollen. Als Zusatzkompetenz für den Studienstart verhilft die Festigung der Kenntnisse in diesen Fächern zu einem leichteren Einstieg in den Studienalltag.

Vor der Bewerbung Lehrpläne des gewählten Technik-Studiums prüfen…
Wenn du dich für Technik interessierst sowie Spaß am Experimentieren und Forschen hast, sind das bereits gute Indikatoren dafür, dass du dich für Inhalte des Studiums begeistern wirst können. Wichtig in diesem Zusammenhang ist aber auch die Auseinandersetzung mit dem Curriculum, den Lehrplänen. Diese sind im Internet bereits öffentlich zugänglich und bieten dir die Möglichkeit, dich ausführlich mit dem Studium deiner Wahl auseinanderzusetzen. Alleine die Chance von Spezialisierungen ist das Tüpfelchen auf dem i und gibt dir die Freiheit, dich auf bestimmte Spezialthemen zu fokussieren.

Der Vorteil eines technischen Studiums liegt darin, sehr praxis- und lösungsorientiert arbeiten zu können. Zudem haben Professoren meist ein offenes Ohr für neue und innovative Projektvorschläge und lassen sich für neue Ideen begeistern. Die Initialzündung zur Entwicklung eines Rettungsroboters an der FH Kärnten kam übrigens von den Studierenden selbst und wurde gemeinsam unter wissenschaftlicher Begleitung der Lehrenden umgesetzt!

Beim RoboCup 2016 siegte das Robotik-Team in der Spezialdisziplin Geschicklichkeit und Rettungsroboter „TRUDI“ überzeugte mit Manipulationsarm! Zum Team zählen: Wolfgang Werth, Tobias Spitzer, Alexandra Samonik, Tobias Karg, Martin Sereinig, Patrick Hofer, Alexander Ulbing, Stefan Quendler

Beim Bewerbungsgespräch mit Interesse und gepflegtem Auftreten punkten…
Wenn du bereits im Bewerbungsgespräch darlegen kannst, dass du dich mit dem Aufbau und der Struktur des Studiums beschäftigt hast, zeigst du aufrichtiges Interesse. Das unterstützt dich im Gespräch dabei, deine Vorstellungen mit dem Studienangebot abzugleichen und dich in deiner Studienwahl zu bestärken. Ein gepflegtes Erscheinungsbild trägt ebenfalls zum erfolgreichen Bewerbungsgespräch mit bei.

Bilde Lerngruppen im Studium…
Als Einzelkämpfer durch ein technisches Studium ist vermutlich ein harter Weg. Mein Tipp ist daher, sich zu Beginn des Studiums Lerngruppen zu suchen und in Teams zu lernen. Der gemeinsame Austausch oder Nachfragen bei den Professoren erleichtern das Lernen. Um bei Mathematik am Ball zu bleiben, musst du dir bewusst sein, mehrere Stunden in der Woche zu üben, um Theorien zu verstehen und anzuwenden. Das erste Semester verlangt sehr viel – harte Prüfungsphasen und Stresssituationen lassen sich aber gemeinsam leichter meistern und bilden die Basis für gemeinsame Projekte im Studium.

Lerngruppen bilden auch die Basis für gemeinsame Projekte

Soft Skills im technischen Bereich ernsthaft begegnen…
Auf persönliche, soziale und methodische Kompetenzen wird im Studium ebenfalls Wert gelegt. Kommunikations- und Präsentationstechnik, Projektmanagement oder betriebswirtschaftliche Grundlagen stehen ebenso am Lehrplan, weil diese im späteren Berufsalltag u. a.  für Projektvorstellungen gefragt sind.

Teamwork spielt genauso eine wichtige Rolle im technischen Bereich, Schnittstellen werden gebraucht, um ein Produkt oder technische Innovation zu kreieren.

Karrierechancen international ausloten…
Technikabsolventen ist ein Job nach dem Studium ziemlich sicher, sowohl bei regionalen als auch internationalen Firmen. Durch Bachelorprojekte oder Berufspraktika knüpfen Studierende gute Kontakte zu Unternehmen und werden nicht selten von diesen nach Abschluss des Studiums übernommen. Von Vorteil ist es aber auch, über den Tellerrand zu schauen und international die Fühler auszustrecken. Berufserfahrungen im Ausland erweitern den fachlichen und persönlichen Horizont und sind im Lebenslauf gerne gesehen.

Ein Tipp zum Schluss…
Am 24. März findet der FH Day, der Tag der offenen Tür, im Studienbereich Engineering & IT am Campus Villach und Campus Klagenfurt statt. Dieser Tag bietet allen Studieninteressierten die einmalige Gelegenheit, das Studienangebot näher zu durchleuchten, an Campus- und Laborführungen teilzunehmen sowie in Workshops und Vorträgen Fragen zum Studium zu stellen. In persönlichen Gesprächen mit Lehrenden und Studierenden findest du außerdem heraus, ob das Studium deiner Wahl sich mit deinen Vorstellungen deckt!

Infos zum FH  Day: www.fh-kaernten.at/fhday

Martin Sereinig liebt seinen Job und die Erforschung und Entwicklung von Robotern…

 

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